Was verdient eigentlich ein …?

Kontaktlinsen – Brancheninformationen

Die erste tragbare Kontaktlinse aus Glas wurde 1880 vorgestellt. Die Erfinder Adolf Eugen Fick und August Müller entwarfen unabhängig voneinander Glasschalen, die der Träger direkt aufs Auge setzte. Der Tragekomfort war sehr gering, womit die Dauer der Tragbarkeit der Linsen lediglich eine halbe Stunde betrug. 1936 erfolgte erstmals die Fertigung der Linsen aus Kunststoff. Der Einsatz von PMMA-Acrylglas ermöglichte es, die Linsen über mehrere Stunden hinweg zu tragen und machte sie einigermaßen bequem. Dem Chemiker Otto Wichterle gelang es 1961 mit einer selbst gebauten Apparatur, die erste weiche Kontaktlinse aus Hydrogel herzustellen. Seitdem ist das Herstellungsverfahren grundsätzlich unverändert, allerdings haben kürzere Produktionszeiten und moderne Maschinen, den Preis der Linsen deutlich reduziert.

Im Wesentlichen läuft die Fertigung der modernen Kontaktlinsen folgendermaßen ab: In eine sehr präzise Drehmaschine programmiert ein Mitarbeiter die Sehstärken ein und fügt anschließend das Kontaktlinsenmaterial hinzu. Die Maschine dreht im Anschluss den Durchmesser der Linse und zuletzt die Innen- sowie die Außenseite. Abschließend werden die Linsen auf Fehler überprüft, gereinigt und auf beiden Oberflächen maschinell poliert. Bei weichem Kunststoffmaterial sterilisieren und hydrieren die Hersteller die Linsen vor dem Verpacken. Die fertigen Linsen liefert der Produzent an die entsprechenden Optiker und Kliniken aus.

Gegenüber einer Brille haben Kontaktlinsen heutzutage viele Vorteile. Moderne Linsen lassen sich bequem beim Sport oder beim Schwimmen tragen. Sie beschlagen nicht und je nach verwendetem Material, lassen sie sich über Nacht tragen. Optische Anreize, wie das Verändern der eigenen Augenfarbe, sind ebenfalls problemlos möglich. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen weichen und harten Linsen. Dabei muss der Träger selbst abwiegen, welche Vorteile ihm wichtiger sind. Harte und somit formstabile Linsen trocknen nicht aus. Dadurch können sie stärkere Hornhautverkrümmungen besser ausgleichen. Weiche Linsen sitzen fester am Auge und fühlen sich somit weniger als Fremdkörper. Sie eignen sich besonders für sportliche Aktivitäten.

Wer gerne beruflich mit Brillen, Linsen und Optik zu tun haben möchte, hat eine recht große Auswahl an Betätigungsmöglichkeiten. Zur Manufaktur werden Dreher und Ingenieure benötigt. Hierfür eignet sich eine klassische Lehre als Dreher, um unmittelbar an der Fertigung beteiligt zu sein. Mit einem Studium der Elektrotechnik, im Schwerpunkt Automatisierungstechnik, ist der Weg für eine Karriere als Ingenieur geebnet. Für den Vertrieb und Absatz sind Kaufleute vonnöten. Die Kontaktlinsenproduktion hat sich zu einem Milliardengeschäft entwickelt.

Mit einer dreijährigen Ausbildung zum Industriekaufmann öffnen sich die Türen für die Vermarktung und den Vertrieb. Für den Bereich der Forschung bietet sich ein Studium in Biomedizin an. Pharmakonzerne wie Johnson & Johnson beschäftigen in 57 Ländern knapp 110.000 Mitarbeiter. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Erforschung von neuen, immer besser verträglichen Materialien und entsprechenden Reinigungsmitteln. Der bekannteste Beruf im Bereich der Optik und damit auch Kontaktlinsen ist der des Augenoptikers. In einer dreijährigen Ausbildung wird der Optiker zu Thema Auge, Brille und Korrektur der Sehschwäche geschult. Sicherer Umgang und die Freude an der Arbeit mit Kunden sind vorausgesetzt. Ein Grundmaß an technischem Verständnis und handwerklichem Geschick ist ebenfalls von Vorteil. Der Augenoptiker arbeitet entweder in einer Filiale als Berater oder in Werkstätten als Techniker. Grundsätzlich gehören beide Aspekte zum Repertoire eines Optikers.

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