Was verdient eigentlich ein …?

Lagerhäuser – Brancheninformationen

Lagerhäuser dienen zur Aufbewahrung von Roh- und Hilfsstoffen sowie Fertigprodukten aller herstellenden Branchen. Sowohl in der Produktion als auch bei der Vermarktung von Erzeugnissen ist die Lagerhaltung ein bedeutender Prozess. Je nach Art und Umfang der Waren sind Lager mit Regalen, Stellflächen für Paletten und Transportbehälter oder Tanks für flüssige Stoffe ausgestattet. Kleine Firmen und Verkaufsstellen verfügen gewöhnlich über einen Lagerraum, während Einkaufszentren und große Unternehmen eigene Logistikzentren unterhalten. Waren- und Rohstofflager können als reine Handlager oder mit speziellen Lagersystemen und Regalen ausgestattet sein. Als Lagerstrategie findet meistens das Fifo-Prinzip (First-in-first-out) Anwendung, bei dem die zuerst eingelagerte Ware auch als Erstes das Lager verlässt. Beim Lifo-Prinzip (Last-in-first-out) verlässt die zuletzt eingelagerte Ware zuerst das Lager, was zur Bildung sogenannter Ladenhüter führt. Bei der Lagerung von Lebensmitteln ist das Lifo-Prinzip konsequent abzulehnen, da eine Überschreitung des Verfallsdatums bereits vorprogrammiert ist.

Um zusätzliche Kosten durch ungünstige oder unnötig lange Transportwege zu vermeiden, spielt die Standortwahl eines Lagerhauses eine große Rolle. Lagerhäuser können sowohl zentral als auch dezentral angeordnet sein, wobei jede Art ihre Vor- und Nachteile besitzt. Während ein zentrales Lager sich durch seinen geringeren Verwaltungsaufwand auszeichnet, entstehen vor allem bei einer weitläufigen Verteilung der Produktionsstandorte lange Transportwege. Zentrallager finden sich meistens im Wareneingang und der Versandzone kleinerer und mittlerer Unternehmen sowie Fach- und Supermärkte. Firmen mit großer globaler Ausdehnung sowie Einkaufszentren besitzen dezentrale Lager, die den jeweiligen Abteilungen zugeordnet sind. Jedes dieser Lager verfügt über eine eigene Verwaltung mit entsprechender PC-Infrastruktur. Wareneingangs- und Versandzonen besitzen oftmals eine separate Verkehrsanbindung mit Verbindung zur Autobahn oder Gleisanschluss.

Eine wichtige Rolle bei der Projektierung eines Lagerhauses spielt auch die Art und Menge der einzulagernden Waren. Im Lebensmittelbereich müssen Lagerhäuser bestimmte hygienische Anforderungen erfüllen. Für Fleisch- und Wurstwaren sowie Molkereiprodukte ist eine gekühlte Lagerung vorgeschrieben. Tiefkühlkost ist bei Temperaturen von weniger als minus 18 °C zu lagern. Außerdem ist bei vielen Lebensmitteln das Verfallsdatum zu beachten. Kühlhäuser sind daher mit einer eigenen Kälteanlage einschließlich Netzersatzanlage (NEA) zur Überbrückung kurzer Stromausfälle ausgestattet. Für die Lagerung von Gefahrgütern sowie Medikamenten bestehen besondere gesetzliche Bestimmungen in Bezug auf Umwelt- und Gesundheitsschutz.

Lagerhäuser für Stückgüter besitzen Regalsysteme, die häufig mit automatischen Regalbediengeräten ausgestattet sind. Die Ein- und Auslagerung erfolgt von einem zentralen Bedienplatz mit EDV-Infrastruktur aus. Die Regalbediengeräte steuern automatisch das jeweilige Fach an, der Computer speichert sämtliche Warenbewegungen. Diese Technologie vereinfacht nicht nur die Lagerhaltung allgemein, sie bildet auch die Grundlage für die reibungslose Durchführung von Inventuren.

Die Lagerwirtschaft umfasst daher ein breites Tätigkeitsfeld, das von der Bestandserfassung über die Ein- und Auslagerung der Waren von Hand oder mittels Technik bis zur Leitung von Inventuren reicht. Die Ausbildung zum Lagerfacharbeiter erfolgt in einer mehrjährigen Berufsausbildung mit abschließender Prüfung. Für die Bedienung von Regalbediengeräten, Elektrohubwagen und Gabelstaplern ist ein Befähigungsnachweis erforderlich, deren Erwerb Bestandteil der Berufsausbildung ist.

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