Was verdient eigentlich ein …?

Leasing – Brancheninformationen

Leasing – dieser Begriff ist weder in der Praxis noch in dazugehöriger Literatur einheitlich definiert. Infolgedessen existieren mitunter leicht unterschiedliche Auffassungen. Ursprung des Wortes ist das englische "to lease", was ins Deutsche übersetzt "mieten" oder "pachten" bedeutet. Somit sind Leasinggeschäfte und die dazugehörigen Verträge vom grundlegenden Charakter mit Mietverträgen zu vergleichen. Zivilrechtlich handelt es sich um ein Geschäft zur zeitlichen Überlassung eines Objektes. Doch das Leasing ist mittlerweile mehr als nur ein Mietvertrag. Das Geschäftsmodell gewinnt zunehmend als alternative Finanzierungsstrategie an Bedeutung. Dabei übernimmt ein Leasinggeber die Finanzierung eines Objektes. Anschließend handelt er mit einem Leasingnehmer einen Vertrag aus. Der Leasingnehmer erhält dabei die Möglichkeit zur Nutzung des Objektes über einen gewissen Zeitraum. Im Gegenzug ist ein Entgelt zu bezahlen.

Vom Endergebnis her unterscheiden sich Mieten und Leasen nicht. In beiden Fällen nutzt einer der Vertragspartner vorübergehend ein von der anderen Partei zur Verfügung gestelltes Objekt. Der Kunde als Nutzer ist nicht der Eigentümer. Dennoch existieren Unterschiede zwischen beiden Modellen – beispielsweise bei der Instandsetzungsleistung. Sind Reparaturen notwendig, übernimmt diese beim Mietvertrag der Vermieter. Das Leasinggeschäft dagegen überträgt die Pflicht dem Kunden. Anfallende Reparaturen, die Wartung oder Inspektionen fallen nicht in das finanzielle Zuständigkeitsgebiet des Leasinggebers. Deshalb gelten Leasingverträge als "atypische" Mietverträge.

Prinzipiell sind sämtliche langfristig und selbstständig verwendbaren Vermögensgegenstände für das Leasing geeignet. Als ungeeignet gelten dagegen Vermögensgegenstände, die durch einen Ein- oder Umbau nicht mehr selbstständig sind oder die dem Umlaufvermögen angehören. Wichtigstes Leasingobjekt sind Straßenfahrzeuge. In Deutschland entfallen rund zwei Drittel aller Leasinggeschäfte auf den Automobilsektor.

Die einzelnen Leasinggeschäfte lassen sich in unterschiedliche Kategorien einteilen. Bieten Hersteller ihre Produkte direkt zur zeitlichen Überlassung gegen die Zahlung eines Entgeltes an, so handelt es sich hierbei um Herstellerleasing. In den meisten Fällen erfolgt die Abwicklung der Geschäfte über ein herstellereigenes Tochterunternehmen, das als Leasinggesellschaft fungiert. Die großen Automobilhersteller unterhalten alle eine Tochter zum Angebot von Leasinggeschäften. Daneben existieren unabhängige Leasinggesellschaften, die nicht in Verbindung mit einem Hersteller stehen. Die Unternehmen sind rechtlich selbstständig, erwerben Objekte und überlassen diese anschließend einem Leasingnehmer zur Benutzung.

Im Leasingvertrag klären die beiden Parteien die Laufzeit des Vertrags sowie Höhe und Rhythmus der anfallenden Zahlungen. Die vereinbarte Rate verändert sich nicht und ist auch durch keine Zinsänderungen beeinflussbar. Dadurch erhält der Leasingnehmer Planungssicherheit. Als juristischer Eigentümer des Objektes gilt der Leasinggeber. Deshalb kommt es in der Bilanz des Leasingnehmers zu keiner Verlängerung, was die Eigenkapitalquote positiv beeinflusst. Dazu sind die anfallenden Raten bei Geschäftskunden steuerlich abzugsfähig. Bei einer alternativen Finanzierung des Objektes durch Eigenkapital – anstelle des Bezugs über das Leasing – gelten nur die Abschreibungen als steuermindernd. Im Gegenzug für die genannten Vorteile muss der Leasingnehmer auf den Eigentumserwerb verzichten. Nach Ablauf des Vertrages geht das Objekt zurück in den Besitz des Leasinggebers. Dazu drohen – je nach Vertragsmodalitäten – möglicherweise anfallende Kosten bei der Rückgabe. Diese sind bei der Kalkulation zu berücksichtigen. Eine vorzeitige Beendigung des Geschäfts seitens des Leasingnehmers bedeutet die Zahlung von Gebühren und Schadensersatz.

Arbeitgeber im vorgestellten Geschäftsbereich sind Leasinggesellschaften oder Leasingmakler. Im Zuge der Tätigkeiten dieser Unternehmen fallen unterschiedliche Aufgaben an. Zunächst einmal gilt es, die zum Verleih angebotenen Objekte zu erwerben. Besagte Investitionsentscheidungen setzen Finanzierungskenntnisse voraus. In einem zweiten Schritt folgt die Vermittlung der Objekte an die Kunden. An diesem Punkt agieren mitunter unabhängige Leasingmakler, die Ausschreibungen, Verhandlungen und die Ausarbeitung individueller Lösungen für Leasingnehmer übernehmen. Derartige Aufgaben fallen in das Kompetenzspektrum des Leasingconsultants.

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