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Materialwissenschaft – Brancheninformationen

Die Materialwissenschaft erforscht und entwickelt Materialien und Werkstoffe unter Einbezug verschiedener wissenschaftlicher Methoden und Ansätze aus den unterschiedlichen Fachrichtungen. Das sogenannte interdisziplinäre Fachgebiet ist eng verknüpft mit den Naturwissenschaften und deren Herangehensweisen. Die weitere Erforschung der Charakterisierung von Strukturen und Eigenschaften verschiedener Materialien baut auf dem Wissen aus Chemie, Physik, Biologie und Ingenieurwissenschaften auf. Die Materialwissenschaft greift die Erkenntnisse auf und verknüpft diese.

Die Materialwissenschaft erforscht den strukturellen Aufbau von Materialien. Die gegebenen Eigenschaften eines Materials entscheiden über dessen mechanische, chemische und physikalische Eigenschaften. Aufgrund dessen ist das Material verschieden einsetz- und kombinierbar. Generell lassen sich zwei Richtungen in der Materialwissenschaft unterscheiden. Auf der einen Seite steht die Grundlagenforschung, in deren Mittelpunkt die Erforschung von Materialien, deren Eigenschaften, Charakteristika und Aufbau. Der Erkenntnisgewinn ist ausschlaggebend. Auf der anderen Seite befinden sich die Ingenieure in der Materialwissenschaft. Deren Ziel ist die Umsetzung der Ergebnisse aus der Forschung in marktrelevante Produkte und Innovationen. So befasst sich die Materialwissenschaft mit Funktionsmaterialien und führt durch Forschung und Entwicklung dem Material verschiedene Einsatzmöglichkeiten zu. Als Beispiel sei die Funktionskleidung genannt.

Aufgaben der Materialwissenschaft und deren Bedeutung

Aufgrund der Interdisziplinarität besitzt die Materialwissenschaft eine Schlüsselfunktion. Die Forschung zu Materialien und deren Anwendbarkeit trägt zu Lösungen in allen gesellschaftlichen relevanten Problemfeldern bei. Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Materialwissenschaft finden Einzug in die Energie-Industrie. Darüber hinaus liefert die Wissenschaft neues Wissen in Bezug auf Klima- und Umweltschutz. Zudem tragen die Erkenntnisse zur Ressourcenschonung, Recycling und Mobilität bei. Neue und verbesserte Materialien, die zum Einsatz in der Mobilität und Medizin kommen, basieren auf der Materialwissenschaft. Die Ergebnisse der Forschung sind maßgeblich für viele technische Innovationen verantwortlich.

Vor diesem Hintergrund sind die beruflichen Möglichkeiten vielseitig. Tätigkeitsfelder finden sich in der Wirtschaft, Forschung und Lehre. Dabei reichen die Aufgabenfelder von der Gewinnung sowie Veredlung von Werkstoffen bis hin zur Herstellung und Verarbeitung. Sie enden mit dem Recycling von Werkstoffen.

Viele Ausbildungsberufe in der Materialwissenschaft

Aufgrund der vielen Bereiche, Tätigkeiten und Anknüpfpunkte gibt es eine Vielzahl an dualen Berufsausbildungen in Deutschland. Dazu zählt der Gießmechaniker, Industriekeramiker, Laborant und Materialograf. Darüber hinaus gibt es die Ausbildung zum Oberflächenbeschichter, physikalisch-technischer Assistent und Stoffprüfer.

Die Materialwissenschaft ist eine anerkannte eigenständige Fachrichtung. An über 37 Universitäten in Deutschland ist das Studium in der Fachrichtung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik möglich. Im Grundstudium sind die wichtigsten Fächer Mathematik, Physik und Chemie. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich für Bewerber, ein ausgeprägtes Interesse und ein gutes Verständnis innerhalb der naturwissenschaftlichen Disziplinen zu besitzen. Das Studium endet mit einem Bachelor of Science. Darauf aufbauend besteht die Möglichkeit, einen Master of Science in der Fachrichtung Materialwissenschaft zu absolvieren.

Gehalt in der Materialwissenschaft

Eine Anstellung nach der abgeschlossenen Ausbildung, egal, ob Studium oder Berufsausbildung, zu finden, ist leichter als in anderen Branchen. Die Konkurrenz ist deutlich geringer im Vergleich zu anderen Berufsgruppen und die Nachfrage steigt. Materialwissenschaftler sind in allen Industriezweigen nachgefragt. Die Verdienstaussichten mit einer abgeschlossenen Ausbildung sind in der Industrie gut. Das Einstiegsgehalt des Gießmechanikers, des Industriekeramikers und des physikalisch-technischen Assistenten liegt bei circa 25.000 Euro im Jahr. Als Angestellter im Labor sind Gehälter nach der Berufsausbildung zwischen 19.200 bis 27.600 Euro realistisch. Die Gehaltsspanne hängt von dem Tätigkeitsfeld des Labors ab, wie chemisches oder biologisches Labor. Hohe Einstiegsgehälter erhalten ausgebildete Materialografen. Diese bewegen sich zwischen 26.400 bis 36.000 Euro (Stand 2009). Als Oberflächenbeschichter ist nach der Ausbildung ein Gehalt von 18.000 bis 21.600 verhandelbar. Als Stoffprüfer lockt ein Jahresgehalt nach Ausbildung zwischen 21.600 bis 30.000 Euro.

Von der Stahl- bis zur Metallindustrie suchen Unternehmen Hochschulabsolventen. Ebenso beschäftigt die Automobilindustrie Materialwissenschaftler. Die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie die Medizintechnik sind für die Herstellung und Entwicklung von Werkstoffen auf Akademiker angewiesen. Die Größe des Unternehmens beeinflusst das Gehalt um mehrere Tausende Euros im Jahr. Kleine Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern zahlen im Durchschnitt 36.000 Euro. Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern zahlen ein durchschnittliches Jahresgehalt von circa 45.000 Euro (Stand 2013). Der Abschluss, wie Bachelor oder Master, wirkt sich auf das Jahresgehalt aus.

Mit einem Bachelor liegt das Gehalt im Jahr abhängig von der Unternehmensgröße zwischen 34.700 Euro und 43.000 Euro. Mit einem Master ist mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von circa 37.000 Euro bei einem kleinen Unternehmen zu rechnen. Große Unternehmen zahlen durchschnittliche Einstiegsgehälter von rund 45.500 Euro. Die Spanne bei den Einstiegsgehältern mit einem Master of Science ist groß und Einstiegsgehälter bis zu 55.000 Euro im Jahr sind realistisch. Die Promotion in der Materialwissenschaft lohnt sich. Das Einstiegsgehalt mit einem Doktor liegt zwischen 60.000 bis 65.000 Euro in der freien Wirtschaft.

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