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10 Faktoren, die das Gehalt entscheidend beeinflussen

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Kategorie: Berufe & Gehälter
18.07.2017
©GEHALT.de

Wieso erhält mein Arbeitskollege bei gleicher Arbeit und Ausbildung mehr Gehalt? Wer ein hohes Einkommen will und sich dabei nur auf die eigene Leistung verlässt, wird spätestens in der Gehaltsverhandlung auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Wir zeigen zehn wichtige Einflussfaktoren, die das Gehalt in die Höhe schießen lassen. Außerdem geben wir Tipps, wie Sie diese Faktoren für sich nutzen können, um am Monatsende mit einem höheren Lohn dazustehen.

1. Stelle, Position und Personalverantwortung

Der erste Anhaltspunkt für die Bezahlung ist natürlich die Stelle selbst. Den Rahmen für die Position und dementsprechend für das Gehalt geben dabei ein paar Grundfragen:

  • Welche Aufgaben umfasst die Arbeit?
  • Wie viel (Personal-)Verantwortung trägt der Beschäftigte?
  • Werden Hochschulabsolventen gesucht oder reicht eine Ausbildung?

Je größer die Ansprüche und spezifischer die Anforderungen an die Position, desto höher das Gehalt. Nicht immer verrät die Berufsbezeichnung die genauen Aufgaben der Stelle. Die Einsatzmöglichkeiten eines PR-Managers können vom ausschließlichen Texteschreiben bis hin zur Funktion des Pressesprechers mit Außeneinsätzen reichen. Das Gehalt kann sich bei gleichbleibender Berufsbezeichnung unterscheiden, deswegen ist es bei der Jobsuche wichtig, die Stellenanzeige genau durchzulesen.

Tipp: Nicht immer passt die Beschreibung zu den eigenen Kompetenzen, deswegen ist es wichtig abzuwägen, aber auch keine Scheu vor neuen Aufgaben und Herausforderungen zu haben. Wer unsicher ist, kann den Personaler kontaktieren und Fragen zu den konkreten Tätigkeiten stellen.

2. Der Bildungshintergrund

Je teurer die Eintrittskarte zum Job, desto höher das Gehalt. Eine Fachkraft mit akademischer Ausbildung erhält in der Regel mehr Geld als ein Kollege ohne Studienabschluss. In Führungspositionen ist der Unterschied noch größer.

Tipp: Eine Weiterbildung lohnt sich immer, auch für den Arbeitgeber. Unternehmen profitieren langfristig vom Mehrwissen ihrer Mitarbeiter und unterstützen viele Möglichkeiten zur Weiterbildung.

Unter anderem können Beschäftigte mittels Fern- oder Abendstudium ihren Uniabschluss nachholen und so ihren Wissensbereich erweitern. Arbeitgeber unterstützen Weiterbildungen jedoch meistens nur, wenn sie relevant für den aktuellen Arbeitsplatz sind – schwierig für diejenigen, die eine berufliche Neuorientierung anstreben.

3. Die Größe des Unternehmens

Ob ein kleines Startup-Unternehmen oder ein großer Konzern: Die Unternehmensgröße hat großen Einfluss auf die Vergütung. Dabei handelt es sich zunächst um die tatsächliche Anzahl an Mitarbeitern und nicht um den erworbenen Umsatz.

Mehr Mitarbeiter bedeuten immer auch mehr Gehalt. Bei einem Kleinstunternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern kann das Gehalt im Vergleich zu einer Firma mit 20.000 Mitarbeitern um bis zu 85 Prozent ansteigen. Die Bezahlung kann in dem Fall sogar bei gleichbleibender Berufsbezeichnung und Tätigkeit stark variieren. Als Sekretär/in ist der Verdienst in einem Großkonzern deutlich höher als in einer kleineren Agentur.

Tipp: Beschäftigte können ihr Gehalt also steigern, indem sie sich an größere Unternehmen halten. Die Entscheidung, ob Konzern oder Startup sollte jeder für sich selbst treffen, nicht immer passt die Unternehmensphilosophie zu den eigenen Vorstellungen.

4. Die Branche entscheidet

Selbst bei großen Mitarbeiterzahlen und Umsätzen können die Gehälter der Mitarbeiter im Verhältnis zu anderen Branchen geringer ausfallen. Das hängt mit der Attraktivität und dem Kapital der Branche zusammen. Laut unserer aktuellen Studie zum Branchenranking 2017 sind traditionell der Maschinenbau, die Investitionsgüterbranche sowie die Medizintechnik Spitzenreiter bei der Vergütung. Bei gleichbleibendem Beruf ist der Verdienst in diesen Branchen bis zu 25 Prozent höher als der branchenübergreifende Durchschnitt. Schlusslicht bilden Call Center, Zeitarbeitsfirmen und Krankenhäuser.

Tipp: Wer über einen Branchenwechsel nachdenkt, sollte auch zeigen können, dass er ein Interesse an den Brancheninhalten hat oder sich das Hintergrundwissen schnell erarbeiten kann. Auch hierbei ist es wichtig, nicht nur aufgrund der höheren Bezahlung in eine Branche zu wechseln. Motivation zur Thematik sollten Beschäftigte definitiv mitbringen.

5. Die Region

Die Abstufungen im Gehalt spielen mittlerweile nicht nur zwischen Ost und West eine Rolle, sondern auch immer mehr zwischen Norden und Süden. Die Vergütung steht im Süd-Westen vergleichsweise am höchsten, so gehören Frankfurt am Main, Stuttgart und München zu den Städten mit den Top-Verdienern. In Dresden und Schwerin dagegen fallen die Gehälter im Durchschnitt eher geringer aus.

Während also ein Ingenieur in Berlin oder Jena rund 59.000 Euro verdient, erhält er in Stuttgart oder Frankfurt 81.000 Euro. Näheres dazu in unserer Gehaltsanalyse Ingenieure 2017. In Extremfällen kann sich das Gehalt je nach Region sogar um bis zu 35 Prozent unterscheiden. Eine ausführliche Auflistung dazu haben wir in unserem Gehaltsatlas 2017 zusammengestellt.

Tipp: Lebenshaltungskosten beachten. Die Gehaltsdifferenzen zwischen den Städten hängen teilweise von den stark differierenden Miet- und Immobilienpreisen ab. Der Sitz großer Unternehmen führt außerdem zur besseren Vergütung, beispielsweise hat die Automobilindustrie in Süddeutschland große Einwirkung auf den Gehaltsdurchschnitt dieser Region.

Vor einem Standortwechsel sollten Sie also die Lebenshaltungskosten der neuen Stadt gut kalkulieren, damit sich der Umzug unterm Strich lohnt.

6. Der Stellenmarkt

Das Gehalt richtet sich ebenfalls nach der Notwendigkeit der Stelle. Arbeitgeber vergeben höhere Gehälter an Stellen, bei denen akuter Bedarf im Unternehmen besteht. Bei Betrieben, die gerade wachsen, ist die Bezahlung für Top-Management Positionen beispielsweise relativ hoch.

Falls die Nachfrage auf einen Job jedoch sehr hoch ist und sich viele Bewerber für eine Stelle interessieren, kann das Unternehmen die Bezahlung entsprechend niedrig halten. Ein Andrang kann entstehen, wenn es zum Beispiel eine außergewöhnlich hohe Anzahl an Absolventen einer Studienrichtung gibt (beispielsweise BWL) oder ein bestimmter Konzern gerade sehr beliebt auf dem Markt ist.

Fachkräftemangel und -Überfluss

In der IT-Branche werden ständig Fachkräfte gesucht, was dazu führt, dass die Gehälter selbst für Berufseinsteiger in die Höhe schießen. Andererseits gibt es auch viele Fälle, in denen es zu viele Fachkräfte für zu wenige Stellen gibt. So können Unternehmen in der Call Centerbranche oder in der Friseur/Kosmetikindustrie die Löhne drücken, weil es eine sehr hohe Anzahl an Fachkräften mit geringen Anforderungen gibt.

7. Die Berufserfahrung

Je besser und sicherer die Aufgaben ausgeführt werden können, desto schneller steigt das Gehalt. Die Berufserfahrung kann nicht nur anhand von Qualifikationen, sondern auch an gearbeiteten Jahren gemessen werden.

Wichtig ist, dass man aus vergangenen Beschäftigungen relevante Erfahrungen für den neuen Beruf mitbringt. Ansonsten kann ein 50-jähriger Arbeitnehmer, der fachfremd in ein Unternehmen einsteigt, im selben Beruf weniger verdienen als ein 30-jähriger mit zehn Jahren relevanter Erfahrung. Dies ist vor allem für Quereinsteiger relevant.

8. Die Wirtschaftslage des Unternehmens

Ebenso wichtig ist das wirtschaftliche und öffentliche Bild des Unternehmens. Wenn es seit langer Zeit ein Hoch verzeichnen kann und erfolgreich am Markt ist, sind die Chancen auf höhere Gehälter besser, als nach mehreren PR-Desastern und roten Zahlen. Informationen zu der aktuellen Lage lassen sich einfach an der Börse und im Netz nachlesen. Persönliche Kontakte zu Angestellten sind auch eine gute Möglichkeit, etwas über die Stimmung im Betrieb zu erfahren. Oft sind der kollegiale Zusammenhalt und das Arbeitsklima wichtiger als ein hohes Gehalt, deswegen ist es wichtig abzuwägen, womit man auf lange Sicht glücklicher ist.

Tipp: Um ein gutes äußeres sowie inneres Bild des Unternehmens zu bekommen, ist es wichtig sich ausreichend zu informieren. Hier lohnt es sich, den Pressebereich oder Social Media Plattformen der Firma zu verfolgen.

9. Sonstige Qualifikationen

Nach wie vor spielen Soft Skills eine große Rolle für das Gehalt. Sicheres Auftreten und Verhandlungsgeschick können schon während des Bewerbungsgesprächs genutzt werden, um das Gehalt zu verhandeln. Durch Zusatzqualifikationen können Beschäftigte den Verantwortungsbereich auch vergrößern, zum Beispiel würden Sprachkenntnisse in Chinesisch bei einem internationalen Unternehmen helfen.

Viele Soft Skills lassen sich dank Weiterbildungen und Online-Tutorials stärken und nachweisen. Dazu gehören beispielsweise Rhetorikkurse, Methoden zur Verbesserung von Präsentationen oder Konfliktmanagement.

10. Das individuelle Weiterentwicklungspotenzial im Unternehmen

Bei der Ermittlung der Zukunftsperspektiven des Arbeitnehmers spielt das Alter auch eine entscheidende Rolle, allerdings vor allem bei jungen Bewerbern. Wenn ein junger Mitarbeiter eingestellt wird, plant das Unternehmen idealerweise damit, ihn jahrelang zu beschäftigen. Dabei stellt es sich Fragen wie:

  • Wie groß ist das Potential zur Entwicklung des Kandidaten?
  • Wofür können wir ihn/sie bei entsprechenden Weiterqualifizierungen einsetzen?

Je größer ihnen das Potential erscheint, desto attraktiver ist der Bewerber. In diesem Fall ist das Unternehmen auch bereit, mehr zu zahlen. Das ist unter anderem sehr abhängig davon, wie sich der Bewerber im Vorstellungsgespräch präsentiert. Es wird viel Wert auf erbrachte Leistungen gelegt, jedoch spielen auch Faktoren wie Körperhaltung oder Kleidung eine Rolle. Wenn das zwischenmenschliche Verhältnis zwischen Bewerber und Personaler stimmt, steigert das die Chancen für eine Anstellung enorm. In den meisten Fällen schlägt Sympathie die geleisteten Erfolge.

Tipp: eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch ist das A und O. Wer ein selbstbewusstes Auftreten, die Kenntnisse über seine Erfolge sowie eine große Portion Motivation mitbringt, zeigt Weiterentwicklungspotenzial und schafft damit ideale Voraussetzungen für eine gute Gehaltsverhandlung.

 

Weiterführende Informationen

Arbeit ohne Eintrittskarte: die Top und Flop-Berufe für Beschäftigte ohne Lehre 2017

Gehaltsanalyse 2017: Das verdienen Ingenieure in Deutschland

Gehaltsbiografie 2017: Gehaltserhöhungen nur bis 40 Jahre?

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