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3.000 Euro Kita-Zuschuss zum Gehalt – So bekommst Du es!

Kategorie: Karriere & Ratgeber
20.05.2015

Du hast Familie und trägst bisher die Kosten für die Kindertagesstätte alleine? Dann empfiehlt es sich, ein Gespräch mit dem Chef zu suchen und statt einer Lohnerhöhung einen Zuschuss für die Kinderbetreuung zu verhandeln.Kita Zuschuss zum Gehalt

Kita-Zuschuss – freiwillige Zusatzleistung des Arbeitgebers

Ein Zuschuss für die Kinderbetreuung ist eine Zusatzleistung, auf die kein Anspruch besteht und die der Arbeitgeber freiwillig leistet. Laut § 3 Nr. 33 EstG (Einkommensteuergesetz) sind Zuschüsse für die Kinderbetreuung steuerfrei. Das gilt für Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind.

Diese Leistung wird zusätzlich zu Deinem Gehalt bezahlt. Das heißt, der Arbeitgeber kann nicht die Betreuungskosten vom Lohn abziehen. Es gibt ein paar wenige Chefs, die sich auf diese Zusatzleistung nur dann einlassen wollen, wenn ein neuer Arbeitsvertrag aufgestellt wird, in dem ein niedrigeres Gehalt als das aktuelle angegeben wird. Darauf sollte sich auf keinen Fall eingelassen werden, denn fällt der Zuschuss weg, bleibt es bei diesem niedrigeren Lohn. Um wieder auf das vorige Gehalt zu kommen, müsstest Du neuverhandeln.
Für schulpflichtige Kinder kann diese Zusatzleistung ebenfalls bezahlt werden. Dann ist sie aber nicht mehr steuerfrei.

Für welche Art der Kinderbetreuung gilt der Zuschuss?

Der Zuschuss für die Kosten der Kinderbetreuung kann auch dann geleistet werden, wenn eine Tagesmutter die Betreuung übernimmt. Auch wenn das Kind von einem Familienangehörigen betreut wird, ist es möglich, dass der Arbeitgeber die Kosten trägt. Wichtig ist ein Nachweis über die Betreuungskosten. Es reicht nicht aus, einen Vertrag mit der Betreuungsperson abzuschließen, denn der sagt noch nichts darüber aus, ob die Person tatsächlich bezahlt wird. Ob Oma oder nicht zur Familie gehörende Betreuungsperson – sie muss jeden Monat eine Rechnung stellen und die Bezahlung muss mittels Dauerauftrag oder Banküberweisung belegbar sein.

Wo liegt die Obergrenze für den Kita-Zuschuss?

Es gibt keine Obergrenze für den Zuschuss der Kinderbetreuungskosten. Wie oben bereits erwähnt handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, die für den Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei ist. Statt eine Gehaltserhöhung zu verhandeln, kann ein Kinderbetreuungszuschuss verhandelt werden, wobei dann die tatsächlichen Betreuungskosten vom Arbeitgeber getragen werden, nicht aber die Kosten für Förderunterricht oder andere Leistungen. Zum Verhandlungsgespräch sollten die Originalbelege mitgebracht werden, mit denen Du die Höhe der Betreuungskosten nachweisen kannst. Bei einem monatlichen Zuschuss von 250 Euro sparst Du somit jährlich 3.000 Euro.

Wird das Kind von einer Tagesmutter betreut und die Betreuungskosten sind nicht jeden Monat gleich hoch, sollte dennoch mit dem Arbeitgeber eine Pauschalsumme für den Zuschuss verhandelt werden. Würde er nun jeden Monat unterschiedlich hohe Rechnungen erhalten, hätte er mit einem höheren Verwaltungsaufwand zu tun. Da es sich um eine freiwillige Leistung handelt, sollte die Höhe des Zuschusses monatlich gleich bleiben, um ihm diesen Verwaltungsaufwand zu ersparen. Werden dann Betreuungskosten nicht komplett abgedeckt sind, können diese am Ende des Jahres steuerlich geltend gemacht werden.

Der Arbeitgeber kann diesen Zuschuss weiterhin leisten, wenn das Kind schulpflichtig wird. Dann müssen zwar Steuern und Sozialversicherung gezahlt werden, aber der Arbeitgeber kann den kompletten Zuschuss steuerlich als Betriebskosten absetzen.

Vorteile für den Arbeitgeber

Der Kita-Zuschuss wird noch von zu wenigen Arbeitgebern geleistet. Dabei profitieren auch Unternehmen von solch einer Zusatzleistung. Ein Beispiel ist die junge Mutter, die aufgrund des Ehegattensplittings hohe Abzüge hat. Von dem Kita-Zuschuss würde sie finanziell profitieren und da die Betreuungskosten nun kein Problem mehr darstellen, wird so manche junge Mutter früher als geplant zur Arbeit zurückkehren.

Durch den Zuschuss können sich Alleinerziehende eine Tagesmutter leisten und sind somit nicht mehr auf Oma, Nachbarin oder Freundin angewiesen, wenn es um die Kinderbetreuung geht. Die Betreuung ist sicher und die Mitarbeiterin kann sich auf ihre Aufgaben konzentrieren und wird vom Arbeitgeber darin unterstützt, im Berufsleben bleiben zu können. Dies erhöht natürlich auch die Arbeitgeberattraktivität.

Für junge Familien ist es oftmals sehr schwer, die Kosten für die Kinderbetreuung zu stemmen. Werden sie an dieser Stelle vom Arbeitgeber durch diese Zusatzleistung unterstützt, sorgt der Chef damit für motivierte Mitarbeiter.

Mit ein wenig Verhandlungsgeschick kannst Du auf diese Vorteile hinweisen – natürlich entsprechend Deiner Situation. Hätte Dich Dein Chef am liebsten schon heute wieder in der Firma, spreche ihn auf den Betreuungszuschuss an. Steht das nächste Gehaltsgespräch an, bereite Dich gut darauf vor und fordere statt einer Lohnerhöhung diese Zusatzleistung. In der Regel sind Arbeitgeber eher bereit eine solche Leistung zu zahlen, denn für diesen Zuschuss muss Dein Chef keine Sozialabgaben zahlen.

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