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Altersvorsorge – Wie viel Prozent vom monatlichen Gehalt investieren?

Kategorie: Karriere & Ratgeber
10.03.2015

Das Thema Altersvorsorge wird zunehmend wichtiger, denn es ist sicher, dass die gesetzliche Rentenversicherung nicht ausreicht, um später davon leben zu können. Die Frage ist, wie viel in die Altersvorsorge investiert werden sollte. Wie viel Gehalt in Altersvorsorge ?

Richtwert für die Höhe der Investition in die Altersvorsorge

Es gibt keine Pauschalantwort auf die Frage, wie viel in die Altersvorsorge investiert werden sollte. Der Richtwert liegt zwischen 10 und 15 Prozent vom Nettoeinkommen. Um festlegen zu können, wie viel monatlich für die Altersvorsorge ausgegeben werden soll, müssen die Einnahmen, Ausgaben und persönlichen Pläne berücksichtigt werden.

Jemand, der eine Familie plant, wird mit anderen Ausgaben zu tun haben, wie jemand, der kinderlos bleiben möchte. Zudem spielen die Ziele für das Leben als Rentner/-in eine Rolle. Es ist zwar nicht alles planbar, aber jeder hat seine individuellen Vorstellungen, wie er im Alter leben möchte.

Mit dem Richtwert kann jedoch kalkuliert werden und damit sich ein Kapital angespart werden kann, mit dem sich im Rentenalter gut leben lässt, sollte so früh wie möglich mit der Altersvorsorge begonnen werden.

In jungen Jahren mit Altersvorsorge anfangen

Man ist jung, das Rentenalter noch in scheinbar unendlicher Ferne und an die Altersvorsorge will nicht gedacht werden. Das ist zwar verständlich, doch um für seinen Lebensabend vorsorgen zu können, ist ein langer Zeitraum zum Sparen effektiver.

Fängt man im Alter von zwanzig Jahren an, für eine Zusatzrente zu sparen, müsste monatlich etwa 144 Euro investiert werden, um im Rentenalter eine Zusatzrente von 1000 Euro zu erhalten. Würde man bis zum Alter von 50 Jahren warten und dann erst für eine Zusatzrente von 1000 Euro sparen, müsste man schon rund 760 Euro pro Monat investieren.

Frauen müssen noch einmal anders kalkulieren, wenn sie eine Familie planen. Kann der monatliche Betrag immer noch investiert werden, wenn man eine Babypause einlegen möchte oder wegen der Kinder nur noch Teilzeit arbeiten möchte? Auch das gehört in die Kalkulation für die Altersvorsorge.

Wer nun um die 40 Jahre alt ist und jetzt mit der privaten Altersvorsorge anfängt, müsste mindestens 100 Euro monatlich für die Zusatzrente sparen. Das dürfte sich kein Geringverdiener erlauben können, der schon im Berufsleben jeden Cent drei Mal umdrehen muss.

Damit der monatliche Verzicht nicht zu hoch wird, sollte bereits als Berufsanfänger mit der Altersvorsorge gestartet werden. Später ist die Alterssicherung meist nur den Besserverdienenden möglich.

Das Problem der Geringverdiener ist noch ein anderes: Erhalten sie später nur die Grundsicherung, wird ihnen ein Zusatzeinkommen angerechnet. Die spärliche Zusatzrente, die man sich über Jahre abgespart hat, verschwindet sozusagen, da sie von der Grundrente abgezogen wird.

Betriebsrente oder Privatrente – wer berät neutral?

Vielen Arbeitnehmern wird die Betriebsrente schmackhaft gemacht, doch eins ist dabei zu bedenken: In rund vierzig Jahren müssen diese Renten zu hundert Prozent versteuert werden, wenn der Anteil über dem steuerlichen Freibetrag liegt. Würde nun ein Arbeitnehmer brutto 200 Euro in die Betriebsrente investieren, würde er abzüglich der Sozialabgaben und Lohnsteuer rund hundert Euro im Monat sparen, damit er im Rentenalter eine Betriebsrente von tausend Euro monatlich erhält.

Fallen Sozial- und Betriebsrente in eine hohe Steuerprogressionsstufe, bleiben von den tausend Euro etwa 600 Euro netto übrig.

Ob sich eine private Rentenversicherung besser eignet als eine Betriebsrente, muss im Einzelfall durchgerechnet werden. Wo aber erhält der Arbeitnehmer eine neutrale Beratung? Dazu sollte man sich einen Honorarberater suchen, denn dieser bekommt keine Provision von den Anbietern, sondern er wird vom zu Beratenden mit einem Honorar bezahlt. Ein Honorarberater ist somit nicht darauf aus, ein bestimmtes Produkt zu verkaufen, sondern berät neutral und im Sinne des Kunden. Honorarberater sind unter anderem beim Verbund Deutscher Honorarberater zu finden.

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