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Chef, zahlen Sie meine monatliche Busfahrkarte?

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
29.04.2013

Diese Frage ist durchaus berechtigt, zumal man eine solche Leistung seitens des Chefs als für ihn kostenlose, kleine Gehaltserhöhung sehen könnte. Auf diese Weise wird eine sogenannte Sachleistung erbracht, die den Chef weder Sozialabgaben noch Steuern kostet. Obendrein kann er sie als Betriebskosten absetzen.

 

 

 

 

 

Verpflichtet ist Ihr Chef natürlich nicht dazu, Ihre monatlichen Fahrtkosten zu übernehmen. Doch, besonders wenn Sie schon eine Weile im betrieb sind, hat er sicherlich ein Interesse daran, Sie zu halten. Wenn die Fahrtkosten zu hoch werden spielen viele Arbeitnehmer mit dem Gedanken, sich eine andere Stelle, die näher am Wohnort liegt zu suchen. Beziehungsweise eine solche, bei der der Chef sich an den durch den Arbeitsweg entstehenden Buskosten beteiligt.

 

Fragen kostet nichts:

Wie bei allen Bitten an den Vorgesetzten gilt: Mehr als „Nein“ sagen kann er nicht. Gehaltserhöhungen auf dem Lohnzettel sind bekanntlich die am wenigsten beliebten Fragen für die Chefs, weil damit natürlich auch die Personalkosten steigen. Angenommen, Sie haben monatlich etwa 100 € Fahrtkosten für den Bus oder die Bahn, so würde eine Übernahme der Fahrkarte durch den Chef für Sie bedeuten, dass Sie 100 € im Monat mehr übrig haben. Steuerlich ist eine solche Sachleistung durch den Chef viel leichter zu verrechnen und erzeugt, wie schon gesagt, für die Firma keine zusätzlichen Personalkosten. Natürlich zahlt er, wenn er es denn tut, Ihre Fahrkarte mit, doch erzeugt diese Zahlung keine Lohnnebenkosten.

Hinzu kommt, dass eine Monatskarte für den Bus, aus Sicht Ihres Chefs sicherlich günstiger ist, als wenn er Ihnen Zuschüsse für die Autofahrten zur Arbeitsstelle gewähren sollte. Betrachtet man die steigenden Lebenshaltungskosten, die Inflationsrate und die Tatsache, dass der Arbeitnehmer ja nun einen Anreiz, also eine finanzielle Verbesserung hin und wieder braucht, wäre die Übernahme Ihrer Monatskarte noch die billigste Alternative für den Chef.

Finanzamt hilft mit:

Sollte Ihr Chef die Fahrkarte nicht bezahlen wollen, so sollten Sie die Tickets sorgfältig aufbewahren, denn wenn es an die Einkommensteuererklärung geht, können Sie Ihre Fahrtkosten geltend machen. Sie fallen übrigens nicht in die Werbekostenpauschale mit hinein, bis zu 4 500 € im Jahr können für Fahrten und daran gebundene Kosten deklariert werden. Das geht natürlich nicht, wenn Ihr Chef die Fahrtkosten übernimmt, denn dann wird er sie steuerlich geltend machen. Jede Leistung kann, zumindest bei der Einkommensteuer nur einmal geltend gemacht werden.

So kann man sagen, dass dem Chef keine oder nur geringe Ausgaben entstehen, wenn er Ihnen bei der Monatskarte unter die Arme greift. Hier ist auch noch ein Faktor interessant: Wenn er das bei Kollegen von Ihnen macht, ist die Wahrscheinlichkeit das er auch Ihre Fahrtkosten übernimmt deutlich besser. Es gibt hier das sogenannte Gleichheitsprinzip, wonach Ihr Chef alle Mitarbeiter gleich behandeln muss. Wenn er hier jedoch sozusagen betriebsinterne Zonen zu Grunde legt, also zum Beispiel alle Fahrtkosten für einfach Wege über 20 Kilometern werden übernommen, Sie aber nur 15 Kilometer weit weg wohnen, hat dieses Prinzip nicht zur Folge, dass Sie einen Anspruch haben. Die Frage nach Übernahme des Fahrgeldes lohnt sich auf jeden Fall und es hat sich gezeigt, dass sehr viel mehr Chefs „ja“ sagen, als Mitarbeiter dies gemeinhin erwarten.

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