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Darf sich der Arbeitgeber persönlich von Krankheit überzeugen?

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
16.06.2014

Armin war bereits die vierte Woche krankgeschrieben, als es an seiner Haustüre klingelte. Sein Chef stattete ihm einen Krankenbesuch ab. Nette Geste oder Kontrolle und darf der Chef überhaupt nach Hause kommen, um seinen kranken Mitarbeiter zu besuchen?

Vertrauen ist gut – Kontrolle manchmal besser

In den meisten Fällen wird der Chef seinen Mitarbeitern vertrauen und glauben, dass sie tatsächlich krank sind, wenn eine Krankschreibung vorliegt. Es gibt aber auch Arbeitnehmer, die einen „guten“ Arzt haben, der bekannt dafür ist, dass er mit dem gelben Schein recht locker umgeht. Praktisch, wenn der Arbeitnehmer auf diese Weise mehr freie Tage hat, als ihm zusteht.

Der Chef wird bei Zweifeln an der Krankmeldung aber Kontrolle ausüben wollen, denn schließlich beschäftigt und zahlt er eine Arbeitskraft, die ihre Arbeit eventuell nicht ernst genug nimmt. Für diese Kontrolle darf er auch persönlich nachschauen, ob Armin krank ist oder vielleicht seine Krankenzeit mit anderen Beschäftigungen ausfüllt.Chef überprüft Krankheit

Armin ist jedoch nicht verpflichtet, seinen Chef ins Haus zu lassen. Er könnte seinen Boss also einfach vor der Türe stehen lassen. Dieses Verhalten würde allerdings die Zweifel des Arbeitgebers verstärken. Wer nichts zu befürchten hat und mit ehrlichen Karten spielt, dürfte kein Problem damit haben, den Chef ins Haus zu bitten und ihm einen Kaffee anzubieten.

Muss bei Krankschreibungen Zuhause geblieben werden?

Was ist, wenn der Chef vor der Türe steht, aber Armin gar nicht zuhause ist? Ist das Beweis genug dafür, dass Armin nicht krank ist?

Grundsätzlich hat ein Arbeitnehmer die Pflicht, für seine Genesung zu sorgen und das bleibenzulassen, was den Genesungsprozess behindert. Eine Krankschreibung bedeutet nicht unbedingt, dass der Mitarbeiter im Bett liegen muss. Je nach Krankheit muss er ebenso wenig Zuhause sitzen bleiben. Vielleicht unterstützt ein Spaziergang die Genesung und es kann auch förderlich sein, wenn sich Armin mit einem Freund im Café trifft.

Nun könnte man sagen, dass unter Umständen eine Reise den Genesungsprozess unterstützt. Das wäre beispielsweise bei einer psychischen Erkrankung möglich und auch erlaubt. Doch sollte man sich nicht wundern, wenn der Chef argwöhnisch wird, nachdem er bei Facebook gesehen hat, dass sein kranker Mitarbeiter ganz entspannt auf den Malediven am Strand liegt. Es ist besser, auf Reisen zu verzichten, solange man krankgeschrieben ist.

Chef schaltet Detektiv ein

Bei begründetem Verdacht, dass der Arbeitnehmer auf Kosten der Firma krankfeiert, kann der Chef einen Detektiv einschalten. Nutzt Armin seinen gelben Schein aus, um nebenbei zu jobben, trotz Bandscheibenvorfall seinen Umzug alleine zu stemmen oder sein Häuschen weiter zu bauen, könnte dies unangenehme Folgen nach sich ziehen. Eine vorgetäuschte Krankheit ist Grund genug für eine fristlose Kündigung.

Weiterführende Infos zum Thema:

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