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Die richtigen Steuerklassen nach der Heirat?

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
07.03.2013

Wenn ein Paar beschließt zu heiraten, müssen viele Dinge geplant und erledigt werden. Dazu gehört nicht nur die eigentliche Hochzeit, sondern auch der neue Status als Ehepaar danach. So muss der Partner, der den Namen des anderen angenommen hat, einen neuen Personalausweis beantragen. Gegebenenfalls muss der Reisepass ebenfalls neu beantragt werden. Die Namensänderung muss Krankenkassen, Versicherungen und der Bank mitgeteilt werden, um nur einige der vielen Kleinigkeiten zu nennen, die dann geändert werden müssen.

Auch der steuerliche Status ändert sich mit der Heirat. Ledige haben meist die Steuerklasse I, welche den höchsten Steuersatz aufweist. Nach der Eheschließung ändert sich die Steuerklasse auf jeden Fall, doch gibt es dafür mehrere Möglichkeiten. Je nach Einkommen und der Verteilung desselben empfehlen sich entweder die Steuerklassen III und V oder aber die Steuerklasse IV für beide Partner.

Faustregel: Höheres Einkommen bedeutet kleinere Zahl der Steuerklasse:

Sollte nur ein Ehepartner verdienen oder aber erheblich mehr verdienen, als der andere, ist die Regelung der Besserverdienende nimmt Steuerklasse III, der weniger Verdienende die Klasse V, die günstigste. Bei dieser Regelung kann nur einer der Ehegatten III ODER V wählen. Ist der Verdienst beider Ehepartner etwa gleich, ist es sinnvoller, wenn beide die Klasse IV wählen.

Auf die Ehejahre gesehen, können sich die Einkommen des Ehepaares gegeneinander verschieben. Dies geschieht zum Beispiel, wenn die Elternzeit in Anspruch genommen wird, oder eine Berufstätigkeit zu Gunsten der Kinder auf Teilzeit beschränkt oder ganz aufgegeben wird. Der Gesetzgeber hat hierfür die Möglichkeit geschaffen, einmal im Jahr die Steuerklasse zu wechseln. Hier ist dann auch zu überlegen, wie die Kinderfreibeträge verteilt werden. Sie können ganz einem Partner zugewiesen oder geteilt werden. Dies geht auch dann, wenn nur ein Kind da ist. Dann bekommt jeder Partner einen halben Freibetrag.

Steuerklassen sind unabhängig von der Art des Einkommens :

Die Regelung der Steuerklassen betrifft alle Einkommensarten. Es ist also unerheblich, ob das Einkommen aus selbstständiger Arbeit oder einem Angestelltenverhältnis erzielt wird. Die irrige Annahme, Einkünfte aus selbstständiger Arbeit müssten nach Eheschließung automatisch in der teureren Steuerklasse angegeben und versteuert werden, ist nicht richtig. Bei der Wahl zählt tatsächlich nur die Höhe des erzielten Einkommens.

Auch andere Einkünfte, wie die aus Vermietung und Verpachtung oder Kapitalerträgen müssen bei der Wahl der Steuerklasse berücksichtigt werden. Hat also ein Ehepartner keine Anstellung, erzielt aber aus Vermietung und Verpachtung höhere Einkünfte, als der arbeitende Partner, sollte die Klasse III für den höheren Erlös gewählt werden. Das Selbe gilt für den Fall, dass ein Partner zwar weniger Gehalt bezieht als der andere, dafür aber erhebliche Kapitalerträge, also zum Beispiel Haben-Zinsen, erzielt. Bei der Wahl der richtigen Steuerklasse muss also immer das gesamte Einkommen beachtet werden und nicht nur der Erlös aus der Arbeit.

Die sorgfältige Wahl der richtigen Steuerklasse spart erheblich Geld im Jahr. Deswegen lohnt sich, diese Frage genau zu durchdenken und auch nachzurechnen. Gegebenenfalls wird Sie ein Steuerberater kompetent unterstützen und beraten können. Wenn etwa Wohneigentum erworben werden soll, kann die richtige Steuerklasse den Weg dorthin erheblich früher ebnen.

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