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Doktortitel: Mehr Geld durch Promotion?

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Kategorie: Ausbildung & Berufseinstieg
25.09.2018
Doktortitel 2018

Wer „Doktorarbeit schreiben“ googelt, findet auf der ersten Seite zahlreiche akademische Ghostwriter vor. Nicht ohne Grund, denn eine Dissertation zu verfassen kostet reichlich Zeit und Mühe. Am Ende steht dann der höchste akademische Grad, der ohne Frage reichlich Beachtung und Anerkennung erntet. Aber lohnt sich der Titel auch finanziell?

In unserer aktuellen Auswertung gehen wir dieser Frage auf den Grund. Hierfür haben unsere Analysten 5.888 Daten von Berufseinsteigern mit Bachelor-, Master- und Doktortitel untersucht. Aus diesen Daten geht hervor, inwiefern Beschäftigte ihr Einstiegsgehalt durch einen Doktortitel aufbessern können.

Der Doktor lohnt sich in der Pharmazie

Wer eine Karriere als Pharmareferent anstrebt, sollte einen Doktortitel in Erwägung ziehen. In den ersten drei Jahren liegt das Gehalt eines promovierten Beschäftigten in diesem Bereich bei 57.900 Euro. Damit erhält er jährlich rund 26 Prozent mehr als ein Masterabsolvent (45.900 Euro). Ausgehend vom Einkommen eines Bachelorabsolventen (44.500 Euro) erhöht sich das Gehalt sogar um 32 Prozent.

Vor allem für Naturwissenschaftler ist die Pharmaindustrie eine lukrative Branche – insbesondere dann, wenn sie in der pharmazeutischen Wirkstoff- und Arzneimittelforschung promovieren. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Starke Gehaltsentwicklung im Controlling, IT-Consulting und Produktdesign

Auch im Controlling konnten unsere Analysten einen starken Zuwachs im Gehalt feststellen. In diesem Bereich erhalten Beschäftigte mit Promotion ein Einkommen, das 23 Prozent höher ist als das eines Masterabsolventen. Ihr Lohn steigt durch den Titel von 48.100 Euro auf 59.000 Euro im Jahr.

Produktdesigner und Beschäftigte im IT-Consulting sollten ebenfalls über eine Promotion nachdenken: Für beide Tätigkeiten erhöht sich das Gehalt durch einen Titel um 23 Prozent. Arbeitnehmer, die in der Forschung und Entwicklung tätig sind, liegen mit einem Plus von 22 Prozent knapp dahinter.

Im Risk Management reicht der Masterabschluss für hohe Gehälter

Doch in einigen Berufsgruppen treibt der Titel das Gehalt nur sehr schwach in die Höhe. Zum Beispiel können Risk Manager ihr Einkommen durch eine Promotion lediglich um vier Prozent steigern. Für Arbeitnehmer zahlt sich dafür aber der Masterabschluss in diesem Bereich aus: Ausgehend von dem Gehalt eines Bachelorabsolventen können Masteranden später mit 17 Prozent mehr Einkommen rechnen.

Ähnlich geht es den Versicherungsmathematikern. Während eine Promotion nur ein Plus von sieben Prozent bringt, erhalten Masterabsolventen mit 55.000 Euro jährlich rund 15 Prozent mehr als Bachelorabsolventen (49.100 Euro). Promovierte Marketing Manager können sich ebenfalls nur über einen mageren Zuwachs von sieben Prozent freuen. Ihr Einkommen liegt dann bei 48.200 Euro jährlich.

Die Bedeutung des Doktortitels nimmt ab

In der heutigen Zeit nimmt die Bedeutung des Doktortitels in vielen Bereichen ab. Während 2005 noch 51,9 Prozent der Vorstandsmitglieder in DAX-Unternehmen einen Doktortitel hatten, waren es 2015 nur noch 38 Prozent. Ein Grund für diese Entwicklung ist zum Einem das Personalmanagement, das sich aktuell stark im Wandel befindet. Personaler legen vielmehr den Fokus darauf, dass der Bewerber zur Stelle passt. Zusätzlich wissen Arbeitgeber oftmals persönliche Leistungen oder Auslands- und Projekterfahrungen mehr zu schätzen als eine Promotion.

Für eine Karrierelaufbahn im Unternehmen kann der Doktortitel allerdings auch hinderlich sein. Arbeitgeber fürchten häufig, dass promovierte Arbeitnehmer dazu neigen, theoretisch anstatt praxisorientiert zu arbeiten – es kommt dabei stark auf die Forschungsarbeit und das Studienfach an. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

Berufe mit starkem Gehaltseinfluss durch Promotion

Beruf Median Mittelwert Gehaltsanstieg
Pharmareferent/-in      
Bachelor 41.762 € 44.879 €  
Master 45.910 € 49.712 € 10%
Promotion 57.917 € 58.607 € 26%
Controller/-in      
Bachelor 44.513 € 47.275 €  
Master 48.092 € 50.142 € 8%
Promotion 58.966 € 59.307 € 23%
IT-Consultant      
Bachelor 46.897 € 48.840 €  
Master 50.083 € 51.376 € 7%
Promotion 61.495 € 63.710 € 23%
Produktionsingenieur/-in      
Bachelor 48.287 € 49.149 €  
Master 52.467 € 55.135 € 9%
Promotion 64.576 € 65.902 € 23%
Beschäftigte in technischer
Forschung & Entwicklung
     
Bachelor 48.433 € 51.290 €  
Master 52.910 € 55.805 € 9%
Promotion 64.609 € 66.552 € 22%

Beschäftigte sollten natürlich auch berücksichtigen, dass ihnen das Schreiben einer Dissertation schon eine beträchtliche Menge Zeit und somit auch Geld kostet. In den vier bis fünf Jahren werden sie in den meisten Fällen deutlich schlechter bezahlt – daher lohnt sich die Promotion erst mittel- oder langfristig.

Wo die Promotion Pflicht ist

In den Naturwissenschaften ist der Doktortitel allerdings noch häufig eine Grundvoraussetzung. Wer zum Beispiel als Chemiker die Laborleitung in einem Pharmaunternehmen übernehmen will, kommt um eine Promotion nicht herum. Ähnliches gilt für Ingenieure, die weit aufsteigen und Personalverantwortung übernehmen möchten. Nicht selten arbeiten Naturwissenschaftler in ihren Forschungsgebieten, in welchen sie ihre Promotion abgeschlossen haben, weiter.

Wer keinen Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten hat und lieber praxisorientiert arbeitet, sollte sich zweimal überlegen, ob er den Weg zum Doktortitel einschlagen möchte. Schließlich besteht für Arbeitnehmer auch die Möglichkeit, in der Zeit einer möglichen Dissertation andere Karriereschritte zu gehen. So können sich Beschäftigte beispielsweise über Weiterbildungsprogramme oder ein Trainee Programm für höhere Stellen qualifizieren.


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