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Erfahrungsbericht – So habe ich bei meinem Chef eine 20%-ige Gehaltserhöhung bekommen

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
16.03.2015

Hallo, ich bin Dennis und möchte von meiner Erfahrung berichten und anderen Mut machen: Traut euch und zeigt eurem Chef auf, dass ihr eine Gehaltserhöhung verdient habt. Mein Gehaltsgespräch verlief erfolgreich und nun bekomme ich 20 % mehr Lohn. 20 % Gehaltserhöhung

Chef auf Gehaltsgespräch angesprochen

Ich arbeite als Marketing Manager und gehöre eigentlich nicht zu den Menschen mit wenig Selbstbewusstsein. Trotzdem war ich zunächst etwas verunsichert und traute mich nicht so richtig, meinen Chef auf ein Gehaltsgespräch anzusprechen. Meine Leistungen waren sehr gut, davon war ich überzeugt. Mir ging jedoch die Frage im Kopf herum: Warum habe ich seit zwei Jahren trotz guter Leistungen keine Gehaltserhöhung bekommen?

Als ich zum zweiten Mal von einem Headhunter angerufen wurde, nahm ich meinen Mut zusammen und sprach den Chef auf ein Gespräch an. Zudem hatte mein Chef den Anruf mitbekommen und das konnte ja nur vorteilhaft für meine Gehaltsforderung sein.

Wichtig ist, den Chef nicht zwischen Tür und Angel um ein Gespräch zu bitten. Er sollte sich also nicht in einer Situation befinden, in der er wenig Zeit hat oder gestresst ist. Ebenso wusste ich, dass es der Firma gut geht und in keiner Krise steckt.

Ein anderer wichtiger Punkt ist das selbstbewusste Auftreten und das gilt nicht nur für das eigentliche Gespräch. Ich bin somit bereits bei der Terminvereinbarung für das Gehaltsgespräch selbstbewusst aufgetreten. Dazu gehören unter anderem auch eine aufrechte Körperhaltung und eine klare, deutliche Stimme. Schließlich möchte ich als Verhandlungspartner mit ihm reden und nicht als Bittsteller auftreten.

Gehaltsgespräch vorbereiten und planen

Der Termin für das Gespräch stand fest und jetzt konnte ich mich der Vorbereitung widmen. Mein Chef möchte wissen, warum er mir mehr Lohn zahlen sollte. Es wäre ein Fehler mit Argumenten zu kommen, die für den Chef irrelevant sind. Ob Du grade knapp bei Kasse bist oder die Konkurrenz mehr zahlt, wird Deinen Boss nicht besonders interessieren. Auf die einfache Forderung „Ich will mehr Geld“ wird die Antwort des Chefs erfolgen: „Und warum sollte ich Ihnen mehr Geld zahlen?“.

Also habe ich meine Leistungen aufgeschrieben, denn diese wollte ich im Gehaltsgespräch in den Vordergrund rücken. Zum Beispiel konnte das Unternehmen durch meine Marketingideen mehr Umsatz erzielen und diesen Fakt konnte ich mit Zahlen belegen.

Ebenso notierte ich die Projekte, an denen ich beteiligt war und die erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Da ich in naher Zukunft ein neues Projekt leite, gehörte auch dieser Punkt zu den Argumenten, die für eine Gehaltserhöhung sprechen.

Zudem hatte ich durch Weiterbildungen zusätzliche Qualifikationen erhalten. Also schrieb ich auf, welche Vorteile ich dem Unternehmen aufgrund meiner erweiterten Qualifikationen bringe.

Zur Vorbereitung auf das Gehaltsgespräch überlegte ich mir, welche meiner Stärken ich aufzählen konnte. Aber ich dachte genauso über meine Schwächen nach, denn diese könnte mein Chef als Gegenargument aufführen. Damit ich in dem Fall nicht sprachlos dastehen musste, notierte ich mir Lösungsvorschläge und kurze Erklärungen, wie ich diese Schwächen in Stärken umwandeln wollte.

Ich bereitete mich ebenfalls darauf vor, wie ich auf Ablehnung meiner Gehaltsforderung reagieren kann. Ist er beispielsweise mit einer Leistung von mir unzufrieden, könnte ich mit meinem Chef ein Ziel vereinbaren, um sich bei Erreichen noch einmal zusammenzusetzen. Auch die Frage nach Boni hatte ich mir überlegt, falls mein Chef eine Erhöhung des Fixgehalts ablehnt.

Was kann ich überhaupt verlangen?

Zur Vorbereitung gehört selbstverständlich ebenso eine Gehaltsanalyse. Wie viel konnte ich überhaupt verlangen? Wie ist mein Marktwert? Ich wusste, dass verschiedene Faktoren die Gehaltshöhe bestimmen. Dazu zählen unter anderem Region, Branche, Unternehmensgröße, Berufserfahrungen, Bildungsabschluss und Qualifikationen.

Um eine sichere Ermittlung meines Marktwerts zu bekommen, ließ ich eine Gehaltsanalyse durchführen. Das Ergebnis zeigte mir, was ich verlangen kann und zusätzlich konnte ich die Analyse mit in die Gehaltsverhandlung nehmen. Ich hätte somit schwarz auf weiß belegen können, dass meine Gehaltsforderung nicht zu hoch ist und außerdem ist die Analyse ein weiterer Beleg dafür, dass ich mich auf das Gespräch bestens vorbereitet habe.

So lief das Gehaltsgespräch ab

Das Gespräch eröffnete ich mit meinem Anliegen und zwar ohne das Wort „Gehaltserhöhung“ direkt auszusprechen. Einige Chefs nehmen dann nämlich eine Abwehrhaltung ein, also habe ich mein Anliegen geschickt umschrieben: „Ich würde gerne mit Ihnen über meine beruflichen Perspektiven reden, wozu auch die finanziellen Aspekte gehören“.

Im sachlichen und ruhigen Ton brachte ich meine Argumente an und legte meinem Chef Fakten und Zahlen vor. Dabei gab ich mein stärkstes Argument zuerst an, sozusagen das Highlight meiner Leistungen. Für den Schluss des Gesprächs hatte ich mir aber noch ein weiteres sehr starkes Argument aufgehoben.

Während des Gespräches gilt es, die ganz normalen Benimmregeln einzuhalten, damit die Kommunikation positiv verläuft:

  • Freundlich bleiben
  • Den Chef ausreden lassen und nicht unterbrechen
  • Tatsächlich zuhören und nicht mit halben Ohr zuhören und bereits eine Antwort überlegen

Am Ende habe ich noch einmal kurz meine Argumente zusammengefasst und damit die Begründung für ein höheres Gehalt geliefert. Das habe ich auch genauso kommuniziert: „Aufgrund Argument A, B, C ... halte ich eine Gehaltserhöhung für begründet“.

Bevor ich meine Gehaltsvorstellung genannt habe, überließ ich es meinem Chef, mir ein Angebot zu machen.

In meinem Fall verlief das Gespräch positiv, das heißt sein Angebot und meine Vorstellung lagen nah beieinander, sodass nicht viel verhandelt werden musste. Die Vereinbarung wurde schriftlich fixiert und nun verdiene ich 20% mehr als vor dem Gehaltsgespräch.

Weiterführende Infos zum Thema:

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