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Feelgood-Manager vs. Gehaltserhöhung

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
01.10.2013

Ein in Deutschland noch recht neues Berufsbild erweist sich als sehr positiv für das Betriebsklima und somit für Motivation und Kreativität der Mitarbeiter. Immer mehr Unternehmer denken darüber nach, einen Feelgood-Manager einzustellen und einige Firmen haben dies bereits getan.


Feel-Good Manager

Unternehmer in der Verantwortung:

Viele Arbeitnehmer leiden unter Stress am Arbeitsplatz. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin befragte rund 18 000 Erwerbstätige und die Ergebnisse sind im Stressreport 2012 zusammengefasst. Demnach leiden 52 Prozent unter Leistungs- und Termindruck. Bei 58 Prozent rührt das Gefühl von Überforderung vom Multitasking her.

Stress ist weder förderlich für Gesundheit und Leistungsfähigkeit, noch für motivierendes und kreatives Arbeiten. Unternehmer können diesem Phänomen entgegenwirken, denn bei der Umfrage gaben die meisten Befragten an, dass Stress nicht so schwer wiegt, wenn das Betriebsklima stimmt. Manche Unternehmen haben bereits umgedacht und einen Feelgood-Manager engagiert, um das Betriebsklima und somit die Produktivität zu verbessern.

Welche Aufgaben hat ein Feelgood-Manager?:

Ein Feelgood-Manager sorgt für eine gute Atmosphäre im Unternehmen. Die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen und finden im Feelgood-Manager eine Person, der sie sich anvertauen können. Zudem gehört es zu den Aufgaben eines Feelgood-Managers, Aktivitäten, Gespräche sowie Feiern oder Ausflüge zu organisieren. Treten Konflikte im Unternehmen auf, werden die Parteien von dem Feelgood-Manager dabei unterstützt, eine konstruktive Lösung zu finden. Somit kann der Manager zwischen Mitarbeitern und Chef vermitteln. Treten Unstimmigkeiten auf oder fühlen sich die Angestellten nicht gerecht behandelt, bespricht der Feelgood-Manager dies mit dem Chef.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Die 2007 gegründete Firma Jimdo stellte eine Feelgood-Managerin ein, als die Mitarbeiterzahl von 50 auf 120 wuchs. Die positive Unternehmenskultur sollte auch mit höherer Mitarbeiterzahl beibehalten werden. Deshalb kümmert sich nun Magdalena Bethge um das Wohlergehen der Angestellten bei Jimdo. Sie ist nicht nur das offene Ohr und die Ansprechpartnerin bei Problemen, sondern auch Entertainerin, wie sie selbst aussagt. Magdalena Bethge organisiert Sportgruppen, Lesungen, Partys und Ausflüge. Die Mitarbeiter können Kritik in ein Bad-Book oder Good-Book eintragen und diese Kritikpunkte werden beim wöchentlichen Meeting besprochen. Außerdem sorgt die Feelgood-Managerin für Begegnungsmöglichkeiten, zum Beispiel bei einer gemütlichen Teerunde.

Gutes Betriebsklima oft wichtiger als Gehalt:

Experten sehen das Berufsbild des Feelgood-Managers als äußerst zukunftsträchtig und richtungsweisend an. Torsten Holstad, Arbeitspsychologe der Universität Leipzig, ist der Ansicht, dass vielen Arbeitnehmern das Gehalt nicht so wichtig ist, wie die Wertschätzung vom Arbeitgeber. Torsten Holstad empfindet die Idee, einen Feelgood-Manager einzustellen, als sehr sinnvoll. Natürlich sollten die Arbeitsbedingungen im Unternehmen gut sein, damit der Einsatz eines Feelgood-Managers auf fruchtbaren Boden stoßen kann.

Auch der Arbeitspsychologe Rainer Wieland ist vom Job des Feelgood-Managers überzeugt. Laut seiner Meinung müssen Firmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter als Ressource anerkennen und Gesundheit fängt damit an, sich wohlzufühlen.

Jochen Cholin, Chef von billiger-mietwagen.de, gehört zu den Unternehmern, die eine Feelgood-Managerin eingestellt haben. Er möchte damit unter anderem auch erreichen, dass seine Firma in den Augen von Fachkräften als attraktiv angesehen wird und er somit Fachkräfte halten und neue finden kann.

Wer eignet sich als Feelgood-Manager?:

Zur Zeit gibt es noch keine speziellen Ausbildungen zum Feelgood-Manager, doch wie die Arbeitsagentur aussagt, sind bereits Weiterbildungen in Planung. Generell sollte ein Feelgood-Manager teamfähig und offen sein sowie andere Menschen motivieren und begeistern können. Erfahrungen im Konfliktmanagement, Coaching, Personalwesen oder im Eventbereich sind zwar keine zwingenden Vorraussetzungen, aber sie erweisen beim Job als Feelgood-Manager als hilfreich.

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