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Gehaltsatlas 2018: In diesen Bundesländern verdienen Sie am besten

Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
23.01.2018
©GEHALT.de

Wie viel verdienen Beschäftigte in Deutschland? Mit unserem alljährlichen Gehaltsatlas bringen wir etwas Licht in die deutsche Vergütungslandschaft. Hierfür wurden 750.848 Gehaltsdaten von Beschäftigten untersucht und ausgewertet. Der Anteil der Befragten mit Personalverantwortung beträgt sieben Prozent, während Fachkräfte in niedrigeren Positionen mit 93 Prozent die Mehrheit ausmachen. Sämtliche Daten stammen aus den vergangenen zwölf Monaten und wurden von unseren Vergütungsberatern überprüft.

Eine gleiche Bezahlung für ebenbürtige Tätigkeiten und Leistungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern – in Deutschland eine Utopie, denn die Gehälter werden unter anderem durch den Regionalfaktor stark beeinflusst. Mithilfe des diesjährigen Gehaltsatlas soll dieser Einfluss näher beleuchtet werden. Zudem werden Parameter wie Bildungshintergrund, Branche und die unbereinigte Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen berücksichtigt. Eines der aussagekräftigsten Ergebnisse: Ein Angestellter in Hessen darf sich über durchschnittlich 39,2 Prozent mehr Einkommen freuen als ein Beschäftigter in Mecklenburg-Vorpommern.

Gehaltsatlas 2018 downloaden
Gehaltsatlas 2018

Gründe für diese Verteilung gibt es viele. Unterschiedliche Lebenshaltungskosten, hohe oder niedrige Mietpreise, die Kapitalstärke sowie die Anzahl der Unternehmen in einer Region treiben die Gehälter in die Höhe beziehungsweise halten diese niedrig. So sind zum Beispiel in den neuen Bundesländern überwiegend kleine bis mittelgroße Unternehmen vertreten, die ihren Angestellten nicht das gleiche Gehalt wie große DAX-Unternehmen zahlen können – diese kapitalstarken Firmen haben ihren Sitz überwiegend in den alten Bundesländern.

Hessen an der Spitze

Betrachten wir das Lohnniveau der 16 Bundesländer, sticht besonders Hessen mit den höchsten Gehältern hervor. Das Lohnniveau liegt hier 12,7 Prozent über dem Durchschnittseinkommen der gesamten Bundesrepublik. Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern belegen die letzten Plätze und kommen nicht über die 80-Prozent-Grenze hinaus. Auf dem elften Platz befindet sich mit deutlichem Abstand vor den neuen Bundesländern Schleswig-Holstein mit 87,8 Prozent.

Die Schere öffnet sich weiter

Während die Top 3 unter den Bundesländern, also Hessen (+2 Prozent), Baden-Württemberg (+0,6 Prozent) und Bayern (+0,3 Prozent), im Vergleich zum Vorjahr ein Plus verzeichnen können, nimmt das Lohnniveau in den Bundesländern auf den letzten Plätzen weiterhin ab. Das größte Minus geht allerdings auf das Konto von Schleswig-Holstein mit -2,8 Prozent.

Lohnniveau nach Bundesland

Bundesland Lohnniveau Unterschied zu 2016
Hessen 112,7% +2,0%
Baden-Württemberg 110,0% +0,6%
Bayern 106,4% +0,3%
Hamburg 106,1% +0,9%
Nordrhein-Westfalen 101,2% +1,4%
Rheinland-Pfalz 98,3% -0,4%
Bremen 96,1% -0,4%
Saarland 95,1% +1,4%
Berlin 93,6% -0,6%
Niedersachsen 91,2% -0,7%
Schleswig-Holstein 87,8% -2,8%
Thüringen 78,1% -1,5%
Sachsen 76,9% -1,5%
Brandenburg 76,2% -1,4%
Sachsen-Anhalt 75,4% -1,4%
Mecklenburg-Vorpommern 73,5% -1,9%

Stuttgarter bekommen die besten Gehälter

Im Vergleich der Landeshauptstädte schneidet Stuttgart am besten ab. Mit einem Lohnniveau von 127,6 Prozent liegt die Stadt in Baden-Württemberg deutlich über dem Durchschnitt. Knapp dahinter folgen Bayerns Hauptstadt München (126,1 Prozent) und das im Westen Deutschlands gelegene Düsseldorf (118,5 Prozent). Schlusslichter sind Schwerin (76,1 Prozent), Erfurt (80,4 Prozent) und Potsdam (80,64 Prozent).

Auch in dieser Auswertung fällt auf, dass die neuen Bundesländer die hinteren Ränge belegen. Ausnahme ist Berlin, denn die Hauptstadt übt eine starke Anziehungskraft aus – besonders auf junge Menschen. Zudem pflegt Berlin das Image einer Start-Up-Hochburg mit immenser Innovationskraft.

Lohnniveau nach Landeshauptstädten

Bundesland Lohnniveau
Stuttgart 127,6%
München 126,1%
Düsseldorf 118,5%
Wiesbaden 117,4%
Mainz 106,8%
Hamburg 106,1%
Hannover 104,0%
Saarbrücken 99,8%
Bremen 98,3%
Kiel 94,2%
Berlin 93,6%
Dresden 83,1%
Magdeburg 80,7%
Potsdam 80,6%
Erfurt 80,4%
Schwerin 76,1%

Der Berufseinstieg gelingt am besten in Hessen

Das attraktivste Bundesland für Berufseinsteiger ist Hessen. Hier starten Akademiker mit durchschnittlich 51.500 Euro in die Arbeitswelt. Beschäftigte, die eine Ausbildung absolviert haben, erhalten zum Karrierestart circa 33.500 Euro jährlich. Und wieder gehen Arbeitnehmer aus den östlichen Bundesländern, wie zum Beispiel aus Mecklenburg-Vorpommern, verhältnismäßig leer aus: Berufseinsteiger schneiden mit 33.600 Euro (nach dem Studium) und 21.800 Euro (nach der Ausbildung) am schlechtesten ab. 

Einstiegsgehälter für Ausgelernte

Bundesland Ø Gehalt
Hessen 33.509 €
Baden-Württemberg 32.704 €
Bayern 31.628 €
Hamburg 31.527 €
NRW 30.071 €
Rheinland-Pfalz 29.227 €
Bremen 28.558 €
Saarland 28.528 €
Berlin 27.809 €
Niedersachsen 27.117 €
Schleswig-Holstein 26.100 €
Thüringen 23.226 €
Sachsen 22.858 €
Brandenburg 22.641 €
Sachsen-Anhalt 22.403 €
Mecklenburg-Vorpommern  21.847 €

Einstiegsgehälter für Akademiker

Bundesland Ø Gehalt
Hessen 51.517 €
Baden-Württemberg 50.278 €
Bayern 48.624 €
Hamburg 48.469 €
NRW 46.230 €
Rheinland-Pfalz 44.933 €
Bremen 43.904 €
Saarland 43.859 €
Berlin 42.753 €
Niedersachsen 41.688 €
Schleswig-Holstein 40.126 €
Thüringen 35.708 €
Sachsen 35.141 €
Brandenburg 34.807 €
Sachsen-Anhalt 34.442 €
Mecklenburg-Vorpommern  33.587 €

Die unbereinigte Entgeltlücke in Deutschland

In dem Gehaltsatlas wurde außerdem die Entgeltlücke berücksichtigt. Das bedeutet, dass die Experten die Gehälter nach Geschlecht trennen und vergleichen, ohne dabei weitere strukturelle Faktoren zu berücksichtigen. Das Ergebnis: Der Gehaltsunterschied geht stets zu Ungunsten der Frauen aus. In dieser Auswertung tritt eines der neuen Bundesländer hingegen positiv hervor. Während die unbereinigte Entgeltlücke in Brandenburg nämlich nur bei 16,7 Prozent liegt, übersteigen die Gehälter der Männer in Baden-Württemberg die der Frauen um circa 27 Prozent. Offiziell liegt die Entgeltlücke in Deutschland bei 22 Prozent, wobei hier, wie schon erwähnt, keine wichtigen strukturellen Faktoren berücksichtigt wurden.

Großes Unternehmen, hohes Einkommen

Des Weiteren hat auch die Unternehmensgröße einen erheblichen Einfluss auf das Entgelt. So werden in großen Unternehmen mit über 1.001 Mitarbeitern teilweise doppelt so hohe Gehälter gezahlt wie in kleineren Unternehmen. Beispielsweise liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Angestellten in einem Unternehmen mit über 1.001 Angestellten bei circa 62.700 Euro – in einem kleinen Unternehmen mit maximal 20 Mitarbeitern hingegen bei knapp 35.400 Euro. Allerdings bieten auch kleinere Unternehmen ihren Angestellten viele Vorteile: Beschäftigte können sehr schnell mehr Verantwortung übernehmen und einen breiten Erfahrungshintergrund aufbauen.

Der Top-Beruf in Deutschland: Arzt

Die Tätigkeit einer Ärztin beziehungsweise eines Arztes, ist nicht nur äußerst prestigeträchtig, sondern wird auch überdurchschnittlich gut bezahlt. Oberärzte erhalten zum Beispiel ein Jahreseinkommen von circa 121.200 Euro. Zum Vergleich: 20.600 Euro und somit knapp 100.000 Euro weniger verdienen Beschäftigte im Zimmerservice. Den zweiten und dritten Platz unter den Top-Berufen belegen der Facharzt beziehungsweise die Fachärztin (rund 82.400 Euro) und der Fondsmanager/-in mit 84.000 Euro. Etwas besser als im Zimmerservice werden Angestellte bezahlt, die in Restaurants oder Küchen tätig sind (circa 21.300 Euro). Knapp darüber liegt das Gehalt einer Friseurin oder das eines Friseurs mit 22.800 Euro jährlich. 

Wer ein Top-Gehalt auf seinem Konto vorfinden möchte, sollte auf einem Studium aufbauen. Unter den Flop-Berufen befinden sich zudem viele Tätigkeiten, die ebenfalls von ungelerntem Personal ausgeführt werden können. Bei der Berechnung haben wir uns ausschließlich auf Positionen ohne Personalverantwortung beschränkt. Da die Gehälter von Chefs oder Top-Managern zum Teil sehr hoch sind, selten vorkommen und die Ergebnisse eventuell verzerren könnten, wurden diese nicht in die Auswertung miteinbezogen.

Bundesweite Top- und Flop-Berufe

Zudem lassen sich für jedes Bundesland Top- und Flop-Branchen ermitteln. Während in Berlin Jobs in der Biotechnologie besonders gut bezahlt werden (67.500 Euro), belegt in Hamburg das Bankenwesen mit einem Durchschnittsgehalt von 65.400 Euro den ersten Platz. Auffallend schlecht schneiden hier Beschäftigte in Hotels und Gaststätten ab – ein Bereich, der unter anderem in Schleswig-Holstein (24.200 Euro), Thüringen (24.700 Euro) und Baden-Württemberg (28.600 Euro) durchweg einen der letzten Plätze belegt.

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