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Geldwerter Vorteil - 10 Möglichkeiten für die Gehaltserhöhung

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
08.01.2014
geldwerter vorteil

Manchmal bringt eine Gehaltserhöhung in Form von Zusatzleistungen mehr Vorteile, als ein höherer Bruttolohn. Wir zeigen zehn Optionen von geldwerten Vorteilen, die steuerfrei oder steuerbegünstigt zu bekommen sind.

Geldwerte Vorteile werden Entlohnungen genannt, die nicht in Geldform sondern als Dienstleistung oder Sachwert ausgezahlt werden. Dazu stehen dem Arbeitgeber unterschiedliche Freibeträge zur Verfügung, sodass diese Zusatzleistungen steuerfrei bleiben. Falls sie den Freibetrag überschreiten, müssen sie mit einem geringeren Steuersatz über die Lohnabrechnung versteuert werden. Folgende Möglichkeiten bestehen für eine Gehaltserhöhung in Form von geldwertem Vorteil:

1. Zuschüsse für Fahrtkosten
Fahrtkostenzuschüsse sind besonders für Mitarbeiter, die durch Ballungsräume pendeln müssen eine attraktive Zusatzleistung. Werden Jobtickets bezahlt, sind diese oft auch am Wochenende nutzbar und dienen als Familienkarten. Beruflich geflogene Bonusmeilen können ebenso steuerfrei genutzt werden, sofern sie nicht den Wert von 1.080 Euro im Jahr übersteigen.

2. Mitarbeiteraktien
Ein beliebtes Mittel, um Arbeitnehmer an ein Unternehmen zu binden und zu motivieren sind Mitarbeiteraktien. Je erfolgreicher ein Unternehmen ist, umso mehr profitieren Beschäftigte davon, Teilhaber zu sein. Diese Aktien werden häufig zu einem geringeren Preis angeboten, wobei der geldwerte Vorteil in der Begünstigung besteht. Falls die Mitarbeiter ihre Aktien später gewinnbringend auszahlen lassen wollen, gelten die Vorschriften zur Kapitalertragsbesteuerung.

3. Kinderbetreuung
Einige Unternehmen richten eigene Kindergärten ein, die von den Mitarbeitern kostenlos genutzt werden können. Andere Firmen geben Zuschüsse für die Betreuung in externen Kindergärten oder –Tagesstätten. Voraussetzungen für die steuer- und abgabenfreie Kinderbetreuung sind:

1. Das Kind wird nicht zu Hause betreut und geht noch nicht zur Schule.
2. Der Zuschuss muss gesondert vom Gehalt gezahlt werden und als solcher benannt sein, ansonsten wird er nicht als steuerfreier Zuschuss anerkannt.
3. Falls zwei Gehälter bezogen werden, können nicht von jedem der beiden Arbeitgeber Kinderbetreuungszuschüsse gezahlt werden.

4. Mitarbeiter-Rabatte
In Handels- und Produktionsunternehmen bietet der Einkauf für Mitarbeiter vergünstigte Preise an. Angestellte erhalten einen gewissen Rabatt auf die Produkte, die das Unternehmen herstellt oder vertreibt. Dieser „Rabattfreibetrag“ liegt zurzeit bei 1.080 Euro pro Jahr und kann für Waren oder Dienstleistungen eingelöst werden, die das Unternehmen am Markt anbietet.

5. Versicherungen
Als geldwerten Vorteil können ebenso die Kosten für Versicherungen übernommen werden. Zum Beispiel kann der Arbeitgeber die Beiträge für eine Unfallversicherung übernehmen. In diesem Fall liegt ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil vor. Ob dieser tatsächlich steuerpflichtig ist, hängt davon ab, wer das Geld bekommt. Bei einem Direktanspruch kann der Arbeitnehmer im Schadensfall die Versicherungsleistung ohne seinen Arbeitgeber geltend machen, in dem Fall wird sie versteuert. Wenn der Arbeitnehmer hingegen keinen unmittelbaren Rechtsanspruch hat, sind die Beiträge nicht steuerpflichtig.

6. Weiterbildungsmaßnahmen
Mit einer Fortbildungsmaßnahme erhöhen sich die Karrierechancen – nicht nur in der aktuellen Firma. Vor allem für qualifizierte Kräfte ist dies eine wertvolle Zusatzleistung. Die Teilnahme der Weiterbildungsmaßnahme kann auf die Arbeitszeit angerechnet werden, ist jedoch nicht zwingen erforderlich. Die Fortbildung ist steuerfrei, wenn sie im Zusammenhang mit dem Beruf des Arbeitnehmers steht.

7. Handy oder Internet privat nutzen
Manche Firmen übernehmen die Internetkosten des Mitarbeiters, sodass der Arbeitnehmer auch privat das Internet nutzen kann. Diensthandys oder Notebooks sind zunächst kein geldwerter Vorteil. Sie gelten auch dann nicht als Sachbezug, wenn der Arbeitnehmer es privat nutzt, was zur Folge hat, dass sie nicht als Vergütungsbestandteil versteuert werden müssen. Wichtig ist hier, dass die Geräte im Eigentum des Arbeitgebers bleiben müssen.

8. Gesundheitsförderung
Der Arbeitgeber kann jährlich 500 Euro für die Gesundheitsförderung ausgeben. Bis zu dieser Summe entsteht für den Arbeitnehmer kein geldwerter Vorteil. Dazu zählen Kurse und Seminare, die von den Krankenkassen zugelassen sind. Nach den Anforderungen des Sozialgesetzbuches können sie unter folgenden Leistungen zusammengefasst werden:

  • Bewegungsprogramme
  • Informationen zu gesunder Ernährung
  • Suchtprävention
  • Stressbewältigung

Der Beitrag für das Fitnessstudio gehört somit nicht zu diesen Leistungen.

9. Gutschein
Eine andere Möglichkeit sind Gutscheine, die der Mitarbeiter einlösen kann. Pro Monat kann der Arbeitgeber Gutscheine im Wert von 44 Euro an seine Mitarbeiter verteilen. Diese können beispielsweise Tank- oder Warengutscheine sein und dürfen nicht gegen Bargeld ausgetauscht werden.

10. Firmenwagen
Die bekannteste Form des geldwerten Vorteils ist eine „Gehaltserhöhung“ in Form eines Dienstwagens. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber profitieren hier von steuerlichen Vorteilen. Ob der Wagen auch privat genutzt werden darf, hängt von der steuerlichen Berücksichtigung des Wagens ab. Wird er privat genutzt, muss der Arbeitnehmer ihn als geldwerten Vorteil versteuern.

 

Vor- und Nachteile des geldwerten Vorteils

Durch Zusatzleistungen werden Mitarbeiter stärker an das Unternehmen gebunden, da Arbeitgeber zeigen, dass ihnen nicht nur an der finanziellen Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter gelegen ist. Dies fördert das Betriebsklima und motiviert Angestellte und potenzielle Bewerber.

Der Nachteil besteht darin, dass Arbeitgeber den geldwerten Vorteil nutzen könnten, um ein möglichst kleines Gehalt auszuhandeln. Der geldwerte Vorteil sollte aber nicht ausgenutzt werden, um ein geringes Gehalt zu rechtfertigen, sondern um durch zusätzliche Anreize das Einkommen der Beschäftigten nicht ständig nach oben anpassen zu müssen.

 

Geldwerter Vorteil oder Gehaltserhöhung?

Ob für Beschäftigte eine Gehaltserhöhung oder ein geldwerter Vorteil lohnenswerter ist, hängt von der unterschiedlichen steuerlichen Bemessungsgrenze ab. Vor allem für kleine Firmen, die sich keine häufigen Gehaltssprünge leisten können, ist der geldwerte Vorteil eine gute Alternative, ihre Angestellten fairer zu entlohnen. Auch bei Zusatzleistungen, die versteuert werden müssen, erhalten Arbeitnehmer unterm Strich mehr Netto.

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