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Länger als 6 Wochen krank – Was ist mit dem Lohn?

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
18.03.2013
©GEHALT.de

Wenn Sie mindestens vier Wochen ununterbrochen in einem Betrieb gearbeitet haben und arbeitsunfähig werden, haben Sie Anspruch auf Lohnfortzahlung. Ob Sie krank sind oder einen Unfall hatten spielt hier keine Rolle, jedoch muss die Arbeitsunfähigkeit unverschuldet sein. Sind Sie bis zu 6 Wochen krank, erhalten Sie den vollen Lohn vom Arbeitgeber. Ab der siebenten Woche springt Ihre Krankenkasse ein und zahlt meist 70 % des Arbeitslohnes an Sie. Dies geschieht über einen Zeitraum von maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren bei einer Erkrankung. Werden Sie in dieser Zeit noch einmal lange krank, jedoch mit anderem Befund, beginnt diese Zeit für die neue Erkrankung von vorne.

Wenn Sie innerhalb dieser 78 Wochen nicht wieder arbeitsfähig werden, beginnt eine Berentung. Sind Sie weniger als 6 Wochen krank, etwa auf Grund einer Erkältung, erhalten Sie den vollen Lohn vom Arbeitgeber. Diese Frist beginnt bei jeder Erkrankung von vorne, das bedeutet, dass Sie nicht im ganzen Jahr nur 6 Wochen krank sein dürfen, um Ihren vollen Lohn zu bekommen.

Was muss der Arbeitgeber wissen?

Wenn Sie zum Beispiel an einer chronischen Erkrankung leiden, die mit Ausfallzeiten verbunden sein kann, müssen Sie Ihren Arbeitgeber darüber informieren. Hier kann eine sogenannte Feststellung des Erwerbsminderungsgrades für Sie sinnvoll sein.

Ein Beispiel: Sie leiden an Migräne mit heftigen Attacken. Wenn es Sie trifft, fallen Sie drei Tage aus. Ihre Anfallshäufigkeit liegt bei einem Anfall pro Monat. In diesem Fall kann es strittig werden, wenn Sie auf Grund Ihrer Migräne länger als 6 Wochen krank sind und der Lohn weiter gezahlt werden soll. Eventuelle Einbußen werden hier vom Versorgungsamt aufgefangen. Es zahlt Ihrem Chef Zuschüsse, die vom Grad Ihrer Erwerbsminderung abhängen. Auch kann Ihnen ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente entstehen, zum Beispiel wenn eine geringere Belastungsfähigkeit bei Ihnen festgestellt wird und Sie nicht mehr Vollzeit arbeiten können.

Kein Unterschied zwischen Privat- oder Arbeitsunfall

Der Kündigungsschutz bei Krankheit des Arbeitnehmers wurde vom Gesetzgeber gelockert. Nach wie vor gilt jedoch die gesetzliche Regelung, dass Sie Ihren vollen Lohn bekommen, wenn Sie bis zu 6 Wochen krank sind. Auch bei Krankenhausaufenthalt oder Kur gilt diese Regelung. Ebenso wird bei der Ursache für die Arbeitsunfähigkeit nicht zwischen einem privaten Unfall oder einem Arbeitsunfall unterschieden. Hier gilt nur, wie oben bereits angesprochen, dass der Unfall unverschuldet gewesen sein muss. Wenn Sie also grob fahrlässig gehandelt haben, zum Beispiel alkoholisiert waren oder Sicherheitsvorschriften bewusst missachtet haben, gilt die Lohnfortzahlungsregelung nicht. In diesem Fall kann Ihr Chef den Lohn weiter zahlen während der ersten 6 Wochen, die Sie krank sind, muss dies jedoch nicht. Natürlich muss in einem solchen Fall Ihr Mitverschulden eindeutig belegt sein.

Wenn es für Sie ersichtlich wird, dass Sie für 6 Wochen krank sein werden oder länger, also zum Beispiel, wenn ein operativer Eingriff geplant ist, muss Ihr Chef ebenfalls während der ersten 42 Tage den Lohn weiter zahlen. Hier kann es hilfreich sein, diese Ausfallzeit mit dem Chef abzusprechen, soweit das Ihre Gesundheit zulässt.

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