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Gehälter nach der Promotion – lohnt sich der Doktortitel?

Kategorie: Berufe & Gehälter
19.09.2017
©GEHALT.de

Ein Doktortitel vor dem Namen macht einen erheblichen Unterschied aus. Je nach Branche hat dieser eine unterschiedlich große Auswirkung auf das Gehalt. Wir haben 30.676 Datensätzen analysiert und untersucht, wie stark der Einfluss des Doktortitels tatsächlich ist. Außerdem wurden die Jahresgehälter der Doktoranden mit denen der Bachelor- und Masterabsolventen in der jeweiligen Branche verglichen.

Doktortitel am lukrativsten für Juristen

Den größten Unterschied macht der Doktortitel in der Rechtsbranche. Dort verdienen promovierte Juristen jährlich rund 78.300 Euro. Das sind 33.000 Euro mehr als Ihre Kolleginnen und Kollegen mit Mastertitel und sogar fast doppelt so viel, wie die Absolventen mit Bachelor (39.000 Euro).

Unternehmen in der Autoindustrie-Branche bieten ebenfalls einen attraktiven Gehaltssprung für Doktorranden. Fachkräfte mit Masterabschluss erhalten jährlich 54.930 Euro, während ihre Kollegen mit rund 79.000 Euro nach der Promotion über 20.000 Euro mehr bekommen. Vor allem in großen Konzernen profitieren Beschäftigte vom Doktortitel, der häufig die Türen zur begehrten Vorstandsebenen öffnet.

Doktoren in der Forschung

Die Relevanz eines Doktortitels unterscheidet sich dabei stark zwischen den jeweiligen Branchen. In der Forschung ist die Promotion quasi ein Muss, um beruflich aufzusteigen. Hier arbeiten Doktorranden nach ihrer Promotion meist auf dem Gebiet ihrer Doktorarbeit weiter.

Unternehmen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich zahlen ihren Doktoranden jährlich rund 11.000 Euro mehr als den Masterabsolventen in der Branche. Dies gilt auch für die Forschungs- und Entwicklungsbranche, in der das Einstiegsgehalt mit Doktortitel 57.505 Euro beträgt.

Doktortitel 2017

Kleiner Sprung in BWL und Geisteswissenschaften

Doch nicht in jedem Studienfach macht der Doktortitel einen so großen Unterschied aus. Promovierte BWL-Absolventen steigen mit rund 52.400 Euro ein und erhalten damit nur rund 6.460 Euro mehr im Jahr als ihre Kolleginnen und Kollegen mit einem Master (45.979 Euro). Bei den Geisteswissenschaftlern verdienen Masterabsolventen am Anfang ihrer Berufslaufbahn 32.583 Euro, Beschäftigte mit Doktortitel bekommen lediglich rund 5.400 Euro mehr im Jahr. Sie kommen damit auf ein Einstiegsgehalt von rund 38.000 Euro.

Doktortitel 2017

Woher kommt der Gehaltsanstieg?

Wie die Tabelle zeigt, lohnt sich eine Promotion finanziell. In der Forschung und Entwicklung werden Promovierte bevorzugt als Projektleiter eingesetzt. Der Doktortitel zeigt außerdem, dass der Absolvent nicht nur über ein tiefes Wissen in seinem Sachgebiet verfügt, sondern auch seine große Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit – eine Promotion ist sehr anstrengend und nicht jeder schafft sie.

Der Weg zur Promotion

Abhängig von der gewählten Fachrichtung ist der Prozess einer Promotion mehr oder minder langwierig. Die Voraussetzung ist aber bei allen gleich: ein gutes bis sehr gutes Examen. Bei der Bewerbung muss sich der Interessent außerdem um einen sogenannten „Doktorvater“ kümmern, der als Betreuer während der Promotion fungiert. Manche Promotionen verlangen außer der Doktorarbeit noch das Abschließen bestimmter Seminare oder das Verfassen von Fachtexten.

Schreiben, bis der Doktor kommt

Das größte Stück Arbeit ist natürlich die Doktorarbeit, die meist mehrere hundert Seiten umfasst und nach Fertigstellung veröffentlicht wird. Zudem müssen Promotionsstudenten eine mündliche Prüfung ablegen. Allerdings ist dies nur ein grober Überblick der Abläufe, da diese je nach Universität und Fachrichtung variieren. Der Doktortitel ist eine hohe Auszeichnung, deren Erwerb den Bewerbern viel Zeit und Nerven abverlangt. In den meisten Fällen dauert der Weg zum Doktortitel von der Bewerbung bis zum Abschluss zwischen vier und fünf Jahren.

Was sind die beliebtesten Fächer unter Promovierenden?

Nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes gibt es die meisten Promovierenden in der Mathematik und in den Naturwissenschaften. So streben insgesamt 30 Prozent der rund 20.000 Befragten einen Doktortitel in diesem Bereich an. Auf dem zweiten Platz befinden sich die Ingenieurwissenschaften mit einem Anteil von rund 20 Prozent. Beschäftigte mit einem Doktortitel in diesem Gebiet verdienen ein jährliches Bruttogehalt von rund 61.000 Euro. Der Anteil an Promovierenden in den Kunst- und Agrarwissenschaften ist hingegen sehr gering, lediglich 2 Prozent der Befragten bemühen sich hier um einen Doktortitel.

Ist es die Mühe wert?

Wie bereits eingangs aufgezeigt: Der Doktortitel ist finanziell besonders lukrativ für Juristen, Naturwissenschaftler und Beschäftigte in der Autoindustrie. Der Gehaltssprung für Geisteswissenschaftler und BWL-Absolventen ist vergleichsweise gering und lohnt sich oft nur, wenn nach der Promotion eine Lehrposition an der Universität angestrebt wird.

Doch auch in anderen Branchen kann die Option auf eine Lehrstelle eine willkommene Abwechslung zur langjährigen Berufserfahrung darstellen. So scheint der Doktortitel in manchen Fachbereichen finanziell zwar nicht lohnenswert – allerdings werden die Karrieremöglichkeiten breiter gestreut und können oftmals eine attraktive Alternative darstellen.

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