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Mehr Gehalt durch Kirchenaustritt vertretbar?

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Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
16.12.2013

In Deutschland besteht eine Kirchensteuerpflicht, wenn man Mitglied einer kirchensteuerberechtigten Glaubensgemeinschaft ist. Die Frage lautet, ob diese Pflicht nicht einem freiwilligen Beitrages weichen sollte, denn diese Steuerpflicht rührt aus vergangenen Zeiten her und zwingt jeden katholischen oder evangelischen Berufstätigen, die Kirche finanziell zu unterstützen.

Die Taufe ist der Eintritt in die katholische oder evangelische Kirche. Wer Mitglied bleiben möchte und ein Einkommen bezieht, zahlt automatisch einen gewissen Prozentsatz seiner Lohnsteuer der Kirche. In Bayern und Baden-Württemberg werden 8 % von der Einkommensteuer abgezogen und in den übrigen Bundesländern zahlt der Berufstätige 9% Kirchensteuer ein. Bei einer Lohnerhöhung erhöhen sich ebenso die Kirchensteuern. Die Kirche verdient also mit, solange man Mitglied der Glaubensgemeinschaft bleibt. Da die Kirchensteuern vom Staat eingezogen werden, verdient das Finanzamt ebenso mit.

 

Kirchensteuer und Finanzamt

Der Staat zieht die Kirchensteuer ein und dafür bekommt das Finanzamt zwischen 2 und 4,5 Prozent der eingezogenen Kirchensteuer. Das bedeutet, dass der Staat doppelt mitverdient: Zum einen erhält das Finanzamt die Lohnsteuer und zum anderen wird es für die Einziehung der Kirchensteuer, die prozentual nach Höhe der Lohnsteuer berechnet werden, belohnt. Wer nun weiterhin Mitglied der Kirche bleiben möchte, aber sich von der Kirchensteuer befreien lassen möchte, wird diese Entscheidung nicht treffen können. Entweder bleibt man Mitglied und zahlt Steuern oder man verlässt die Glaubensgemeinschaft und ist dann auch von den Kirchensteuern befreit. Wer also sparen möchte oder muss, hat lediglich die Option, aus der Kirche auszutreten.

Wofür werden die Einnahmen der Kirchensteuern eingesetzt?

Mit den Kirchensteuern wird unter anderem das Kirchenpersonal bezahlt. Weiterhin werden mit dem Geld Kirchenbauten und Verwaltung finanziert. Für soziale Zwecke wird nur ein kleiner Teil der Kirchensteuern benutzt. Die Krankenhäuser der Kirche werden beispielsweise nicht von den Kirchensteuern finanziert. Diese Einrichtungen werden durch Investitionen des Staats, Eigenbeträge der Kranken, Sozialversicherungsträger und Krankenkassen bezahlt. Obwohl das Finanzamt die Kirchensteuern eintreibt, darf es nicht überprüfen, wozu diese Gelder verwendet werden.

Freiwilliger Mitgliedsbeitrag statt Pflichtzahlung

Was hat der Glaube an Gott mit der Höhe des Mitgliedbeitrages zu tun? Warum schreiben Kirche und Staat vor, wie viel bezahlt werden muss, um weiterhin Kirchenmitglied bleiben zu dürfen? Besonders in der Krisenzeit, in der das Geld der Bürger knapp wird, sollte doch die humane Einstellung der Kirchen dazu führen, die gläubigen Menschen selbst entscheiden zu lassen, ob und in welcher Höhe sie die Glaubensgemeinschaft finanziell unterstützen können.

Der Austritt aus der Kirche bedeutet beispielsweise, nicht mehr am Religionsunterricht teilnehmen zu dürfen. Wer bei einem kirchlichen Träger arbeitet, muss damit rechnen, die Kündigung zu bekommen, wenn er aus der Kirche austritt. Es ist somit gar nicht immer und für jeden möglich, einfach auszutreten, um Kosten zu sparen.

Weiterführende Infos zum Thema:

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