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Nebentätigkeit – Wie viel darf ich zusätzlich verdienen?

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
12.01.2015
Lupe mit Geldscheinen

Sogenannte Minijobs sind sehr beliebt, da sie einen steuer- und sozialversicherungsfreien Nebenverdienst ermöglichen. Daher bessern viele Arbeitnehmer ihr Einkommen durch einen Nebenjob auf. Doch wie viel kann man steuerfrei dazuverdienen? Und welche Regelungen sind bei den Minijobs zu beachten?

So viel darf man steuerfrei dazuverdienen

Berufstätige dürfen bis zu 450 Euro monatlich über einen Nebenjob dazuverdienen, ohne Steuern oder Sozialabgaben für die Einkünfte zahlen zu müssen. Bis zum Jahr 2013 waren für den Minijob maximal 400 Euro pro Monat vorgesehen, danach wurde der Betrag auf 450 Euro pro Monat erhöht. In Ausnahmen darf diese Maximalsumme auch einmal überschritten werden, allerdings lediglich geringfügig. Das gesamte Einkommen eines Nebenjobs darf die Verdienstgrenze von 5.400 Euro im Jahr grundsätzlich nicht übersteigen, das entspricht durchschnittlich 450 Euro pro Monat.

Eine Ausnahme im Hinblick auf den Jahreshöchstbetrag von 5.400 Euro stellt ein höherer Verdienst dar, der gelegentlich und unvorhersehbar entsteht. „Gelegentlich“ heißt, dies geschieht maximal drei Mal in einem Zwölf-Jahres-Zeitraum. Als „nicht vorhersehbar“ gilt beispielsweise eine Krankheitsvertretung, während ein erhöhter Verdienst infolge saisonaler Mehrarbeit als vorhersehbar angesehen wird.

Übersteigt der Arbeitnehmer die Verdienstgrenze von 5.400 Euro aufgrund von regelmäßiger und vorhersehbarer Mehrarbeit, befindet er sich in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Einmalige Zahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld zählen zum Gesamtverdienst dazu und müssen daher bei der Jahressumme berücksichtigt werden. Anders verhält es sich bei steuerfreien zusätzlichen Einnahmen: Dazu zählen einmalige Einnahmen oder laufende Zulagen, Zuschläge und Zuschüsse wie z. B. Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge. Diese müssen beim Jahreshöchstbetrag nicht berücksichtigt werden.

Der Minijob muss zwar bei der Steuererklärung nicht aufgeführt werden, doch der Arbeitgeber hat zwei Prozent pauschale Lohnsteuer abzuführen. Werden diese zwei Prozent nicht abgeführt, kann dies für den Minijobber zu Problemen mit dem Finanzamt führen.

Seit 2013 sind Arbeitnehmer auch im Rahmen von Minijobs rentenversicherungspflichtig. Allerdings haben sie die Möglichkeit, sich über einen schriftlichen Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Tut ein Arbeitnehmer dies nicht, zahlt er monatlich einen Anteil von 3,6 Prozent vom Verdienst (Stand: 01.01.2018). Der Pflichtbeitrag wird aber einer Mindestbeitragsbemessungsgrenze von 175 Euro berechnet. Vom Arbeitgeber werden 15 Prozent in die Rentenversicherung eingezahlt.

Die Minijob-Regelung gilt neben einer Hauptbeschäftigung, so lang nicht mehr als ein Minijob ausgeübt wird. Auf Lohnsteuerkarte muss dann gearbeitet werden, wenn ein zweiter Nebenjob ausgeübt wird. Somit gilt ab der zweiten geringfügig entlohnten Beschäftigung nicht mehr die Lohnsteuerpauschale ab 2 Prozent. Es gilt die Regel, dass der zuerst aufgenommene Minijob als Minijob behandelt wird.

Eine Möglichkeit, neben einem Hauptjob zwei Nebenjobs günstig abzurechnen, bildet ein kurzfristiger Minijob. Dieser ist keiner Verdienstgrenze unterworfen, ebenfalls sozialversicherungsfrei und wird nicht mit dem Minijob auf 450-Euro-Basis zusammengerechnet. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der kurzfristige Minijob mit einer Pauschalsteuer von 25 Prozent versteuert werden.

Nebenjob – Das ist zu beachten

Grundsätzlich sollte mit dem Vorgesetzten abgesprochen werden, ob ein Nebenjob erlaubt ist. In manchen Arbeitsverträgen ist sogar festgelegt, dass der Arbeitnehmer den Arbeitgeber zu informieren hat, wenn er einer Nebentätigkeit nachgehen möchte.

Der Chef kann sich dagegen aussprechen, wenn sich negative Auswirkungen auf die Hauptbeschäftigung ergeben könnten. Beispielsweise könnte das Verletzungsrisiko im Nebenjob zu hoch sein. Ebenso kann ein Nebenjob bei der Konkurrenz ein Ausschlusskriterium sein.

Der Arbeitnehmer ist für die Einhaltung der Höchstarbeitszeit verantwortlich, die gesetzlich geregelt ist. Demnach darf er nicht mehr als 48 Stunden wöchentlich arbeiten. Auch die Ruhezeiten wurden im Arbeitszeitgesetz geregelt: Zwischen dem Feierabend und dem Arbeitsbeginn am nächsten Tag müssen elf Stunden Ruhe eingehalten werden - plus ein Ruhetag pro Woche.

Tipps für das Gespräch mit dem Chef

  • Der Arbeitgeber sollte über die Tätigkeit und den Zeitumfang des Nebenjobs informiert werden.
  • Dem Vorgesetzten sollte versichert werden, dass es sich nicht um eine Tätigkeit bei der Konkurrenz handelt und dass keine Betriebsgeheimnisse weitergegeben werden.
  • Der Arbeitnehmer sollte erklären, dass die Hauptbeschäftigung weiterhin oberste Priorität hat und nicht unter dem Nebenjob leiden wird.
  • Es sollte aufgezeigt werden, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten eingehalten werden.
  • Weiterhin sollte der Arbeitnehmer beteuern, dass er weder während des Urlaubs noch im Krankheitsfall im Nebenjob tätig sein wird.

Stimmt der Arbeitgeber der Ausübung einer Nebentätigkeit zu, sollte man sich die Genehmigung schriftlich geben lassen.

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