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Serie: Einflussgrößen auf das Gehalt (1), Angebot und Nachfrage

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Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
20.12.2012

Der Arbeitgeber will natürlich nur so viel wie nötig zahlen - und so wenig wie er muss. Schließlich will er wettbewerbsfähig bleiben. Da aber die Motivation der Mitarbeiter auch eine Rolle spielt und es ohne Mitarbeiter nicht geht, müssen die Gehälter hoch genug sein. Bei großer Nachfrage nach Ihren persönlichen Qualifikationen und wenn Sie Ihren Aufgaben gut beherrschen, wird der Arbeitgeber sich einem fairen Gehalt für Sie nicht entziehen können. Sie müssen nur wissen, wo dieses liegt. Allerdings sind auch Ihre Möglichkeiten für himmelstürmende Gehälter begrenzt.



Jeder größere Arbeitgeber, also etwa ab 100 bis 200 Mitarbeiter, verfügt in der Regel über ein internes Vergütungssystem, in das alle seine Stellen eingeordnet werden. Kleinere Unternehmen haben häufig noch kein ausreichend differenziertes Vergütungssystem, weil es einen gewissen personellen Aufwand erfordert, ein solches Vergütungssystem zu entwickeln und zu pflegen. Die Grenze ist dabei aber fließend, weil Unternehmen mit vielen hoch qualifizierten, verschiedenartigen Stellen ein solches System früher benötigen als Unternehmen mit vielen gleichartigen, einfachen Jobs. Ist ein solches Vergütungssystem vorhanden, muss auch das Gehalt eines gefragten Spezialisten dazu passen. Es wird sonst schnell Unruhe im Rest der Belegschaft geben. Aber der Spezialist wird am obersten möglichen Rand des Vergütungssystems, das für seine Gruppe vorgesehen ist, bezahlt. Die Zeiten, in denen Unternehmen für Mitarbeiter Mondgehälter zahlten wie zu Zeiten der Dotcom-Blase sind vorbei.

Dennoch sind die Spezialisten-Gehälter so hoch, dass sich kleinere Unternehmen diese häufig nicht leisten können. Damit haben wir schon einen wichtigen Punkt genannt, den wir in Kürze ebenfalls an dieser Stelle beschreiben werden: Den Einfluss der Firmengröße auf das Gehalt.

Die Gehälter werden zwar durch Angebot und Nachfrage gesteuert, aber die Bewegung der Löhne und Gehälter wird durch äußere, regulatorische Einflüsse beschränkt. Der Preis für die Arbeit wird durch Tarifverhandlungen in der Regel für ein oder zwei Jahre bestimmt. Dies verhindert ebenso wie die Existenz interner Vergütungssysteme oder der Tatsache, dass man einen Arbeitsplatz nicht ständig wechselt, ein starkes oder schnelles Auf und Ab der Vergütung. Genauso kann aber auch der Arbeitgeber seine Mitarbeiter nicht ständig austauschen und neue Mitarbeiter zu niedrigeren Konditionen einstellen. Neben den gesetzlichen Hürden würde dieser Arbeitgeber sicher Schwierigkeiten haben, überhaupt noch für qualifizierte Mitarbeiter atraktiv zu sein.

Trotzdem: Obwohl die Löhne und Gehälter weniger flexibel sind als die Preise für das Benzin an der Tankstelle, ist auch der Arbeitgeber nie sicher, ob die von ihm vorgesehene Vergütung richtig gewählt ist, oder ob nicht doch 10% mehr gezahlt werden müssen, oder ob auch weniger gereicht hätte, um einen geeigneten Bewerber zu überzeugen. Dies gilt besonders für Arbeitgeber mit wenigen Mitarbeitern, die keinen breiten Überblick über den Markt haben. Hier steht meist auch die Frage im Vordergrund, ob sich der Eigentümer diesen Mitarbeiter leisten kann oder will.

Unser Rat: Sie sollten sich unbedingt gut vorbereiten, bevor Sie den nächsten Karriereschritt planen. Informieren Sie sich und investieren Sie etwas Zeit oder auch ein paar Euros für eine professionelle Gehaltsanalyse, wenn das nächste Vorstellungsgespräch ansteht.

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