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Serie: Einflussgrößen auf das Gehalt (4), Ausbildung und Gehalt

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Kategorie: Ausbildung & Berufseinstieg
15.04.2013

Lohnt sich ein Studium - oder nicht? In der Regel kann diese Frage mit „Ja“ beantwortet werden. Dennoch gibt es Ausnahmen, dazu ein Beispiel: Ein angestellter Architekt verdient mit Studium in einem Industriebetrieb (750 Mitarbeiter) im Mittel 45.000 Euro Jahresgehalt. In derselben Firma verdient der Techniker in der Produktion ohne akademischen Abschluss bis zu 46.000 Euro Jahresgehalt. Lässt man solche Sonderfälle allerdings außer Acht, kann man gewisse Regeln aufstellen. Unsere Daten in Grafik 1 sprechen für Jobs ohne Führungsverantwortung eine deutliche Sprache (blaue Linie in Grafik 1). Für den, der Chef geworden ist, spielt die Ausbildung eine deutlich geringere Rolle.

 

 

 

 

 

 

Es gibt jedoch eine Einschränkung zu dieser Aussage, sie gilt nämlich vor allem dann, wenn sich ein Schulabgänger die Frage nach dem Studium stellt. Für ihn ist es in der Regel aus finanzieller Sicht am sinnvollsten, wenn er direkt nach der Schule das Studium beginnt (und natürlich auch erfolgreich abschließt).

 

 

Wenn man sich erst nach 10 bis 15 Jahren Berufserfahrung zu diesem Schritt entschließt und schon Mitte 30 oder älter ist, kann es zu spät sein. Denn im Laufe des Berufslebens wird die Ausbildung unwichtiger und der Einfluss auf das Gehalt schwindet. Es kann aber trotzdem sinnvoll sein, auch zu späterer Zeit ein Studium aufzunehmen, wenn beispielsweise die interessanten Jobs mit der aktuellen Ausbildung unerreichbar sind. Das Studium sollte dabei allerdings möglichst über weite Strecken parallel zum Beruf absolviert werden. Wer für Jahre aussetzt, der gilt auch nach endlich abgeschlossenem Studium auf dem Arbeitsmarkt mit Mitte bis Ende 30 wieder als Anfänger. Gegenüber den jüngeren Bewerbern hat man dann möglicherweise den „Nachteil“, dass man durch den Arbeitgeber nicht mehr so „formbar“ ist wie ein 25-jähriger Hochschulabsolvent. So kann sich eine lange Auszeit für ein Studium überaus negativ auswirken und mit etwas mehr Pech kommt man gar nicht mehr zurück in den Arbeitsmarkt: Für den neuen Job zu unerfahren, für den alten zu lange raus und auch noch überqualifiziert.

Wir betrachten hier nun den häufigsten Fall des Studiums im Anschluss an die Schule. Diesen zeigen die Grafiken, einmal den Einfluss der Ausbildung auf das Gehalt in Prozent (Grafik 1) und einmal dasselbe in Euro (Grafik 2).

 

 

 

 

 

 

Grafik 1 macht deutlich, dass die Ausbildung bei den Chefs eine geringere Rolle spielt. Für den Chef sind andere Dinge wichtiger (Größe der Abteilung, Führungsqualität etc.). Allerdings hat die Sache einen Haken: Der Anteil der Mitarbeiter, die es zum Chef bringen, sind häufiger diejenigen, die eine bessere Ausbildung haben. Oder anders gesagt: Je höher die Ausbildung, desto größer die Chance selber Chef zu werden: Personen, die über die Schulbildung hinaus keine Ausbildung haben, werden nur zu vier Prozent jemals Führungskraft. Bei Personen, die eine Berufsausbildung haben, aber keine weitere Qualifikation vorweisen können, sieht es nicht anders aus (4 Prozent). Wer seinen Meister oder Fachwirt gemacht hat, hat bessere Chancen. Von diesen werden immerhin rund acht Prozent Führungskraft. Noch besser schneiden Akademiker ab: 18 Prozent der Studenten, die einen Fachhochschulabschluss erzielen, und 22 Prozent der Universitätsabsolventen werden zur Führungskraft. Wir haben für die Grafiken nur Daten von 35-jährigen Mitarbeitern aus Unternehmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern ausgewertet, um andere Einflüsse auszuschalten.

Erläuterungen zur Grafik, die den jeweils höchsten Abschluss vergleicht:

 

 

 

10.Klasse = maximal Mittlere Reife Lehre = Abschluss einer Berufsausbildung Meister = Meister oder Fach- oder Betriebswirt oder ähnliches BA = Abschluss einer Berufsakademie FH = Diplom FH Uni = Diplom Uni

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