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Top- und Flop-Berufe 2018: von Spitzengehalt bis Niedriglohn

Kategorie: Berufe & Gehälter
10.07.2018
Top-Flopberufe 2018

Die Gehaltskluft in Deutschland zwischen Topverdienern und Niedriglöhnern ist groß. Welche Berufe stehen an der Spitze und welche ganz unten? Und wie spiegelt sich der Unterschied zwischen einem Oberarzt und einer Putzhilfe im Einkommen wider? GEHALT.de hat auch in diesem Jahr die Top- und Flop-Berufe für Deutschland analysiert und ermittelt, für welche Jobs das höchste beziehungsweise das niedrigste Gehalt gezahlt wird.

Die Datenbasis: Beschäftigte ohne Personalverantwortung

Für diese Untersuchung wurden insgesamt 21.846 Datensätze aus den letzten 12 Monaten analysiert. Wichtig zu wissen ist, dass wir nur Berufe betrachtet haben, die über keine Personalverantwortung verfügen – also keine Führungskräfte und Chefs. Beim Oberarzt gibt es die Besonderheit, dass er einem Krankenhausdirektor zwar beratend zur Seite stehen kann, aber nicht über Personalbudget bestimmt.

Die Top-Berufe in Deutschland 2018

Oberärzte belegen den ersten Platz in unserer Auswertung: Mit einem Jahresgehalt von 115.300 Euro sind sie die Spitzenverdiener Deutschlands. An zweiter Stelle befinden sich die Spezialisten für Mergers & Acquistions. Sie übernehmen Beratungsdienstleistungen rund um den Kauf, Verkauf oder die Fusion von Unternehmen und verdienen ein jährliches Bruttogehalt von 99.600 Euro. Beim Blick auf die Liste wird deutlich, diese Jobs erfordern ein Studium oder aber Verkaufstalente. Eine komplette Übersicht über alle Topberufe zeigt folgende Tabelle:

Top-Berufe

Q1

Median

Mittelwert

Q3

Oberärzte / Oberärztin

        99.019 €

       115.317 €

       121.082 €

       141.234 €

Mergers & Acquistions Specialist

        77.419 €

          99.635 €

       105.621 €

       112.248 €

Fondsmanager/-in

        67.764 €

          83.641 €

          90.954 €

       107.555 €

Fachärzte / Fachärtzin

        66.233 €

          80.722 €

          88.521 €

          99.814 €

(Key) Account-Management/-in

        57.577 €

          75.671 €

          80.990 €

          99.361 €

Regionalverkaufsleiter/-in

        63.430 €

          74.528 €

          81.602 €

          97.660 €

Versicherungsmathematik/-in

        59.186 €

          71.042 €

          73.731 €

          82.518 €

Vertriebssteuerung /
Verkaufsleitung

        52.000 €

          67.699 €

          76.490 €

          92.787 €

Wertpapierhandel/-in

        54.020 €

          64.784 €

          77.004 €

          85.508 €

Business Developer/-in

        49.946 €

          62.551 €

          71.272 €

          82.874 €

Großteil der Topberufe ist aus dem Finanzwesen

Bis auf die Ober- und Fachärzte wird die Top 10-Liste deutlich von Berufen aus der Finanzwelt dominiert. Fondsmanager sind beispielsweise Spezialisten für Geldanlagen und investieren das Kapital ihrer Kunden am Aktien- oder Rentenmarkt, um mit einem festgelegten Risikograd die höchstmöglichen Gewinne zu erbringen. Dafür erhalten sie ein jährliches Bruttogehalt von 83.600 Euro. Account Manager sind im Vertrieb und Verkauf tätig und betreuen große Kunden ihrer Unternehmen. Beschäftigte in diesem Bereich können sich über 75.600 Euro jährlich freuen.

Berufe im Mittelfeld der Gehaltsskala

Neben Top- und Flop-Gehältern gibt es eine Reihe von Löhnen, die im Mittelfeld liegen. So verdienen Beschäftigte im Sekretariat ein Gehalt von 35.800 Euro jährlich. Es folgen Mechatroniker mit 36.800 Euro und Angestellte im Vertriebsinnendienst mit 38.100 Euro. Architekten (41.500 Euro) und Angestellte im Kundendienst (42.900 Euro) können die 40.000 Euro-Grenze im Jahr übertreffen. In der Auswertung verlangen die Berufe im Mittelfeld keine akademische Ausbildung – bis auf den Architekten. Alle anderen Tätigkeiten können bereits nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung ausgeübt werden. Eine Gesamtübersicht über alle Mittelfeld-Berufe gibt es hier:

Mittelfeld-Berufe

Q1

Median

Mittelwert

Q3

Sekretär/-in

       30.053 €

       35.852 €

       38.284 €

       43.488 €

Mechatroniker/-in

       32.294 €

       36.823 €

       38.841 €

       42.795 €

Vertriebsinnendienstler/-in

       32.069 €

       38.117 €

       41.309 €

       46.158 €

Architekt/-in

       35.403 €

       41.566 €

       44.544 €

       50.175 €

Technischer Kundendienst

       35.750 €

       42.915 €

       46.726 €

       53.072 €

Flop-Berufe in Deutschland

Das geringste Gehalt beziehen Restaurant- und Küchenhilfen. Mit einem Jahresgehalt von 21.900 Euro erhalten Beschäftigte in diesem Bereich fast 93.000 Euro weniger als der Oberarzt. Es folgen Friseure mit einem Jahresgehalt von 23.000 Euro und Kellner mit 23.600 Euro. Für Angestellte in Call Centern und an der Rezeption entspricht das Jahresgehalt jeweils rund 25.300 Euro. Für „Helfer“-Berufe wird keine Ausbildung vorausgesetzt. Dies macht sie zu besonders beliebten Einsteigerberufen, selbst nach langjähriger Zeit der Arbeitslosigkeit (näheres zu unserer Auswertung für Langzeitarbeitslose).

Flop-Berufe

Q1

Median

Mittelwert

Q3

Küchenhilfe

       20.280 €

       21.907 €

       23.454 €

       24.946 €

Friseur/-in

       21.134 €

       23.202 €

       24.434 €

       25.878 €

Kellner/-in

       21.220 €

       23.619 €

       24.884 €

       26.834 €

Call Center Agent/-in

       21.954 €

       25.200 €

       28.101 €

       31.423 €

Rezeptionist/-in

       22.700 €

       25.372 €

       27.282 €

       29.997 €

Kassenpersonal

       23.154 €

       26.572 €

       28.363 €

       32.464 €

Koch / Köchin

       23.578 €

       27.195 €

       29.053 €

       31.689 €

Zahnarzthelfer/-in

       23.893 €

       27.993 €

       29.461 €

       33.154 €

Pflegepersonal

       23.377 €

       28.002 €

       30.357 €

       35.142 €

Berufskraftfahrer/-in

       25.096 €

       28.436 €

       30.467 €

       33.120 €

Bewerberübersättigung führt zu niedrigen Gehältern

Das Prinzip von Angebot und Nachfrage wirkt sich auf die Gehälter aus. In der Gastronomie und Dienstleistungsbranche sind Berufe leicht zugängig, wodurch eine hohe Bewerberanzahl entsteht. Fallen Arbeitskräfte aus, sind diese relativ zügig wieder ersetzt, da das Aufgabengebiet schnell erlernt werden kann. Durch die hohe Anzahl an Bewerbern müssen Unternehmen nicht besonders stark um neue Unterstützung werben – anders dagegen die Situation bei den Top-Verdienern, die seltener auf dem Markt zu finden sind.

Viele Gehaltsfaktoren bestimmen die Höhe des Einkommens

Doch nicht nur der Mangel beziehungsweise der Überfluss an Bewerbern bestimmt das Gehaltsniveau. Auch die Firmengröße, die Branche und die Berufserfahrung haben eine entscheidende Auswirkung auf das Einkommen von Beschäftigten. So können große Firmen mit über 1.000 Mitarbeitern ihren Angestellten mehr Gehalt zahlen als kleine, da sie über mehr Kapital verfügen. Zudem wirkt sich die Branche auf das Gehaltsniveau aus: Wenn beispielsweise ein Sekretär in der Nahrungs- und Genussindustrie circa 45.000 Euro jährlich verdient, würde ein Beschäftigter in derselben Position in der Maschinenbaubranche rund 57.000 Euro erhalten. Weitere Infos dazu gibt es in unserem Branchenindex 2018.

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