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Weiterarbeiten trotz Bandscheibenvorfall

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
20.08.2015

Ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule…

…verursacht langanhaltende Schmerzen im Rücken. Mitunter schießt hartnäckiger Schmerz in ein oder beide Beine. Die Muskulatur verspannt sich derart, dass der/die Betroffene kaum noch gerade stehen oder nicht mehr laufen kann. Die Symptome variieren je nach Patient individuell. Das Problem ist hingegen fast immer ähnlich: knöcherne Öffnungen in der Wirbelsäule reizen die Wurzel eines Nervs in ihrer Bahn vom verlängerten Rückenmark. Als Konsequenz verhärtet sich die umliegende Muskulatur und der Patient spürt Schmerzen im Kreuz.Weiterarbeiten trotz Bandscheibenvorfall

Häufig bedingt eine Vorwölbung einer Bandscheibe oder eine größerer Bandscheibenvorfall die Nervenwurzelreizung. Ebenso verursachen Erkrankungen von Zwischenwirbelgelenken Rückenschmerzen. Ein schwerwiegender Bandscheibenvorfall bewirkt Kribbel- oder Taubheitsgefühle bis hin zu Lähmungserscheinungen einiger Muskeln.

Wie wirkt sich ein Bandscheibenvorfall bei der Arbeit aus?

Je nach Krankheitsbild sind manche Bandscheibenvorfallpatienten nicht in der Lage, zu sitzen. Wer in diesem Fall eine Schreibtischtätigkeit verrichtet, bekommt arge Probleme. Andere Patienten können nicht stehen oder laufen, so dass ein Job am Bankschalter oder Fließband unmöglich scheint. Für fast alle Betroffenen gilt, dass sie so unbeweglich sind, dass sie keinesfalls schwere Lasten heben können. Eine Anstellung in einem Paketdienst oder in einem Handwerksbetrieb wird zur Qual. Zahlreiche Patienten spüren Schmerzverstärkungen beim Niesen, Husten oder Pressen. Weitere Auswirkungen eines Bandscheibenvorfalls können unter Umständen rasch auftretende Blasen- und Darmbeschwerden sein. Eine sehr unangenehme Begleiterscheinung für alle, die am Bau arbeiten oder einen Beruf ausüben, bei dem ein schneller Toilettengang nicht realisierbar ist.

Was tun im Falle eines Bandscheibenvorfalls?

Zunächst sollten Betroffene sich selbst reflektieren und darüber nachdenken, wie sie Arbeiten oder Bewegungen ausführen, die vermehrten Rückenschmerzen mit sich bringen. In vielen Fällen sind falsche Bewegungsabläufe und Belastungen im Körper Ursachen für Schmerzen im Kreuz. Erleichterung bringt eine Entlastung der Wirbelsäule. Dazu legen Patienten die Beine hoch und entspannen für mindestens 30 Minuten. Nach persönlicher Präferenz hilft dabei, einen Eisbeutel oder ein Wärmekissen in den Rücken zu legen. Die beste Position im Liegen bestimmen die Betroffenen selbst, sie sollte möglichst bequem sein und Wohlbefinden auslösen. Die Korrektur von Bewegungsabläufen und Entlastung des Rückens ersetzt im Individualfall nicht die medikamentöse oder operative Behandlung. Welche Behandlungsmethode die richtige ist, besprechen Patienten mit ihrem behandelnden Arzt und Neurochirurgen.

Behandlung und Regeneration der Bandscheibe

Viele Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen setzen sich zum Ziel, Patienten nach einem Bandscheibenvorfall bei der Stabilisierung und Wiederherstellung der Bandscheibe zu unterstützen. Großen Einfluss auf die künftige Schmerzfreiheit und ganzheitliches Wohlgefühl haben eine akute Schmerztherapie, eine Vergrößerung des Bandscheibenvolumens und eine stabilisierende Behandlung der Zerreißung. Eine nachhaltige Kräftigung zum Erhalt der geschädigten Bandscheibe wird durch Physiotherapie erreicht. Patienten sollten sich um ein ganzheitliches Behandlungskonzept bemühen. Bandscheibenverursachte Kreuzschmerzen können Linderung erfahren durch die Erhöhung des Wassergehaltes der Bandscheiben mittels wasserbindenden Polymeren. Implantierte eigene Bandscheibenzellen, die individuell im Labor gezüchtet werden, verbessern die Vitalität einer Bandscheibe. Denkbar ist ebenfalls oder zusätzlich der Einsatz einer sogenannten Anulus-Prothese. Diese verhindert eine wiederholte Ruptur der Bandscheibe.

Arbeiten mit Bandscheibenvorfall

Glücklicherweise ist es vielfach so, dass nach einer Heilbehandlung und ausreichenden Rehabilitationsmaßnahmen Bandscheibenvorfallpatienten in der Lage sind, trotz der Erkrankung an ihrem bisherigen Arbeitsplatz weiterarbeiten zu können. In der modernen Gesellschaft, wo Bandscheibenfälle oft vorkommen, sind Arbeitgeber gelegentlich bereit, ergonomische Veränderungen an einer Arbeitsstelle vorzunehmen. Diese gewährleisten dem Mitarbeiter eine schmerzfreie Ausübung des Berufes. Gute Optionen bestehen bei Büroarbeitsplätzen, wo besondere Sitzmöbel oder Stehpulte die tägliche Arbeit erleichtern können. In anderen Berufen ist der Einsatz von technischen Hilfsmitteln und Geräten eine Möglichkeit, das bisherige Berufsfeld zu erhalten.

Wenn ein Bandscheibenvorfall den Beruf unmöglich macht

Leider gibt es Berufe, in denen es nicht möglich ist, mit einem Bandscheibenvorfall weiter zu arbeiten. Wer einen pflegerischen Beruf ausübt und andere Menschen heben und stützen muss, ist vielleicht gezwungen, über ein anderes Arbeitsgebiet nach zu denken. Klarheit schaffen offene Gespräche mit dem Vorgesetzten oder der Personalabteilung. In der Pflege gibt es beispielsweise administrative Aufgaben, die ein Patient nach einem Bandscheibenvorfall statt der aktiven Versorgung von Menschen übernehmen könnte. Auch in anderen Branchen ist es denkbar, den Verantwortungsbereich zu wechseln, jedoch beim ursprünglichen Arbeitgeber zu verbleiben. Wenn es keine alternative Jobmöglichkeit gibt und der frühere Beruf aufgebeben werden muss, ist eine Umschulung eine Perspektive.

Jobwechsel nach Bandscheibenvorfall

Patienten, die im Anschluss an einen Bandscheibenvorfall ihrem bisherigen Beruf nicht länger nachgehen können, finden Rat und Hilfe beim Arbeitsamt. Das Arbeitsamt findet nach eingehender Beratung geeignete Tätigkeiten, wo nicht schwer zu heben ist und nicht permanent gesessen oder gestanden wird. Wenn das neue Berufsbild definiert ist, assistiert das Arbeitsamt bei der Findung einer notwendigen Umschulung. Sogar die Finanzierung einer Schulungsmaßnahme kann über das Arbeitsamt erfolgen. Falls es sich bei dem Bandscheibenvorfall um eine anerkannte Berufskrankheit handelt, wenden Patienten sich an die Berufsgenossenschaft. Diese kümmert sich ebenfalls um Leistungen wie Lehrgänge und Finanzierungen. Eine weitere Chance bei Berufsunfähigkeit durch einen Bandscheibenvorfall ist, einen Antrag bei der Rentenversicherung einzureichen. Dazu müssen Betroffene mindestens 15 Jahre Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung sein oder bereits eine Erwerbsminderungsrente beziehen.

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