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Wer zahlt das Gehalt während der Elternzeit?

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
19.06.2015
©GEHALT.de

Für berufstätige Eltern besteht ein Rechtsanspruch auf Elternzeit. Dieses Recht besteht für Mütter und Väter, damit sie sich in den ersten Jahren mit ausreichender Zeit um ihr Kind kümmern können. Das Arbeitsverhältnis ruht während der Elternzeit. Muss der Arbeitgeber dennoch das Gehalt weiterzahlen?

Anspruch auf Elternzeit

Arbeitnehmer können sich für die Betreuung ihres Kindes von der Arbeit freistellen lassen. Dieser Anspruch besteht für das eigene oder adoptierte Kind, das im Haushalt des Arbeitnehmers lebt und von ihm betreut und erzogen wird. Der Anspruch auf Elternzeit gilt für Mütter und Väter. Der Arbeitgeber darf die Elternzeit im Arbeitsvertrag nicht ausschließen, da es sich um einen Rechtsanspruch handelt. Die Anmeldung der Elternzeit muss sieben bis acht Wochen vor Beginn schriftlich erfolgen. Ebenfalls wird schriftlich geklärt, wie lange man die Elternzeit nehmen möchte.

Die maximale Dauer der Elternzeit beträgt drei Jahre. Das heißt, Eltern dürfen bis zum vollendeten dritten Lebensjahres ihres Kindes eine Babypause einlegen. Es ist ebenfalls möglich, bis zu zwölf Monate dieser drei Jahre Elternzeit aufzusparen und später zu nehmen. Diese aufgesparte Zeit kann bis zum achten Lebensjahr des Kindes genommen werden. Für diese Option ist aber die Zustimmung des Arbeitgebers notwendig. Er kann selbst entscheiden, ob er dem Arbeitnehmer die Möglichkeit der Aufsparung gibt.
Während der Elternzeit besteht ein Kündigungsschutz und anschließend haben die Eltern einen Anspruch auf den gleichen Arbeitsplatz oder der Arbeitgeber muss ihnen einen gleichwertigen Arbeitsplatz geben. Für Vollzeitbeschäftigte ist es ebenso möglich, während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten. Das gilt für Betriebe mit mehr als fünfzehn Mitarbeiter und wenn der Arbeitnehmer mindestens sechs Monate in der Firma beschäftigt ist. Der Arbeitgeber kann den Teilzeitwunsch aufgrund dringender betrieblicher Gründe ablehnen, die er allerdings nachweisen müsste.

Elterngeld statt Gehalt

Das Arbeitsverhältnis während der Elternzeit ruht und somit muss der Arbeitgeber kein Gehalt zahlen. Dafür gibt es die finanzielle Unterstützung des Staates in Form von Elterngeld. Das Elterngeld steht jedem Elternteil zu, also auch Frauen und Männern, die in keinem Arbeitsverhältnis stehen und ebenso Selbstständigen.
Die Höhe des Elterngeldes beträgt mindestens 300 Euro monatlich. Wird die Berufstätigkeit unterbrochen, bekommt man bis zu 67 Prozent des Durchschnitteinkommens der letzten zwölf Monate, aber maximal 1800 Euro pro Monat.
Liegt das Einkommen über 1200 Euro, beträgt das Elterngeld 65 Prozent des Nettogehalts. Für Eltern, deren Einkommen 500.000 Euro übersteigt, gibt es gar kein Elterngeld. Dies ist bei Alleinerziehenden ebenfalls der Fall, wenn sie mehr als 250.000 Euro verdienen.

Für Mehrlinge, die nach dem 31.12.2014 auf die Welt gekommen sind, gibt es Elterngeld für ein Kind und für die anderen Kinder wird ein Mehrlingszuschlag in Höhe von 300 Euro gezahlt. Diese Regelung ist neu, denn vor dem 1. Januar 2015 gab es bei Mehrlingsgeburten für jedes Kind Elterngeld. Das Elterngeld wird zwölf Monate bezahlt. Arbeitet ein Elternteil zuerst weiter und geht später in Elternzeit, wird die Dauer der Zahlung des Elterngeldes auf vierzehn Monate verlängert. Man kann sich monatlich auch nur die Hälfte des Elterngeldes auszahlen lassen und damit die Dauer der Zahlung auf 24 Monate verlängern.

Das Elterngeld muss schriftlich bei der Elterngeldstelle beantragt werden. Dazu liegen Formblätter bereit, die ausgefüllt werden müssen. Der Antrag kann erst dann gestellt werden, wenn das Kind das Licht der Welt erblickt hat.

Ab Juli 2015 gibt es Elterngeld Plus

Bis Juli 2015 haben Eltern einen finanziellen Nachteil, wenn sie während der Elternzeit weiterhin bis zu dreißig Stunden pro Woche arbeiten. Arbeiten Eltern während der Elternzeit in Teilzeit, wirkt sich dies mit Abzügen vom Elterngeld aus. Sie verdienen also weiterhin ihr Geld, bekommen nur einen Teil des Elterngeldes und das ist für viele Eltern ein Verlustgeschäft. Besonders Eltern mit einem niedrigen Gehalt können diese Möglichkeit nicht in Erwägung ziehen, weil sie mit reduziertem Einkommen und reduziertem Elterngeld nicht zurechtkommen.

Freiberuflern ist es in der Regel nicht möglich, Elternzeit zu nehmen und während dieser Zeit komplett mit der Arbeit aufzuhören. Arbeiten sie in Teilzeit weiter, müssen sie ebenfalls mit finanziellen Einbußen zurechtkommen, das meistens nicht möglich ist.

Im Januar 2015 ist das Gesetz von Elterngeld Plus in Kraft getreten, das für Kinder gilt, die ab dem 1. Juli 2015 geboren werden.
Eltern haben dann die Möglichkeit, zwischen Elterngeld Plus und Elterngeld zu entscheiden. Möchten Sie während der Elternzeit weiterhin bis zu dreißig Stunden wöchentlich arbeiten, würde sich die Dauer der Zahlung von Elterngeld mit der Entscheidung für Elterngeld Plus verdoppeln.
Nun war es auch vor diesem neuen Gesetz möglich, die Dauer der Elterngeldzahlung von 12 Monate auf 24 Monate zu verlängern, doch wurde Geld vom Elterngeld abgezogen, wenn die Eltern in Teilzeit arbeiteten.

Mit dem neuen Gesetz bekommen Eltern ihr Teilzeitgehalt und über 24 Monate lang das halbe Elterngeld ausgezahlt. Es gibt also keine Abzüge mehr, wenn Eltern weiterhin teilzeit arbeiten möchten. Allerdings liegt der Höchstbetrag bei Elterngeld Plus nicht bei 1800 Euro, sondern bei 900 Euro. Zudem wird ein Partnerschaftsbonus gezahlt, wenn beide Elternteile gleichzeitig vier Monate lang in Elternzeit gehen und dann nur in Teilzeit arbeiten.

Weiterführende Infos zum Thema:

Berufstätige Männer in Elternzeit – Wie funktioniert das?

Elterngeld abhängig von der Höhe des Einkommens?

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