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Wer zahlt das Gehalt während einer Reha?

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
16.06.2015

Rehabilitationsmaßnahmen haben das Ziel, Menschen nach einer Krankheit, Operation oder einem Unfall wieder in den Alltag und/oder das Berufsleben zu integrieren. Das Gehalt wird während der Reha entweder vom Arbeitgeber oder vom Leistungsträger in Form eines Krankengeldes oder Übergangsgeldes bezahlt.

Reha oder Kur – was ist der Unterschied?

In der Umgangssprache wird heute noch der Begriff „Kur“ verwendet, wenn von einer Vorsorgemaßnahme gesprochen wird. In der Kur soll der geschwächte Gesundheitszustand gestärkt werden, wobei der Mensch noch nicht erkrankt ist. Eine Kur beugt somit einer Erkrankung vor. Bei der Reha geht es um kranke Menschen, die durch die Maßnahme gesund werden sollen.

Offiziell wird der „Begriff“ Kur aber nicht mehr genutzt. Im Zuge der Gesundheitsreform des Jahres 2000 spricht man generell nicht mehr von Kur, sondern von Rehabilitation.

Mit Rehamaßnahmen soll die Arbeitskraft gesichert werden. Die Gesundheit des Betroffenen soll wiederhergestellt oder gestärkt werden.

Die Geschichte der Kur geht auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück: Im Sozialgesetzbuch wurde der Anspruch auf eine Kur garantiert. Somit durften die Bürger Deutschlands vorsorglich in Kururlaub gehen und mussten nicht erst krank sein, damit ihnen eine solche Maßnahme zusteht. Dieser Anspruch wurde auch gerne und oft genutzt.

Die Sozialkur bekam man ohne Probleme auf Rezept und die Kuren boomten noch in den achtziger Jahren. In den neunziger Jahren ging es dann um Kostensenkung und es wurde schwieriger, eine Kur finanziert zu bekommen. Vorher wurden jährlich rund 800.000 Kuren bewilligt. Nach dem Drehen an der Kostenschraube werden heute pro Jahr nur noch ungefähr 100.000 Vorsorgemaßnahmen und Sozialkuren finanziert.

Drei verschiedene Rehabilitations-Leistungen

Es werden zwischen drei Rehabilitations-Leistungen unterschieden:

  • Medizinische Reha – Diese Maßnahmen haben das Ziel, eventuelle Pflegebedürftigkeit oder Behinderhung zu beseitigen, vermeiden oder einer Verschlimmerung vorzubeugen
  • Berufliche Reha – Bei diesen Maßnahmen soll der Betroffene wieder in das Arbeitsleben eingegliedert werden
  • Soziale Reha – Betroffene sollen wieder in das soziale Umfeld eingegliedert werden und werden dabei unterstützt, die alltäglichen Anforderungen bewältigen zu können. Die soziale Reha ist stets ein Teil der beruflichen oder medizinischen Reha.

Lohnfortzahlung während der Reha?

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer bei Reha-Maßnahmen einen Anspruch auf Lohnfortzahlung bis zu sechs Wochen. Das gilt dann, wenn dieser Anspruch nicht schon vor der Reha durch eine Arbeitsunfähigkeit verbraucht wurde.

Zudem muss die Reha-Maßnahme von einem Sozialleistungsträger oder von einem Sozialversicherungsträger bewilligt werden. Die Maßnahmen werden entweder stationär, teilstationär oder ambulant durchgeführt. Wichtig ist die Durchführung der Maßnahmen in Einrichtungen für Rehabilitation oder medizinische Vorsorge.

Ist der Anspruch auf Lohnfortzahlung verbraucht, wird von den Rehabilitationsträgern Krankengeld, Übergangsgeld oder Verletztengeld bezahlt:

Medizinische Reha-Maßnahmen

Bei einer stufenweisen Wiedereingliederung bekommt man für höchstens 78 Wochen Krankengeld, das in der Regel siebzig Prozent des Bruttogehalts entspricht (abzüglich der Sozialversicherungsbeiträge, die der Arbeitnehmer zu verrichten hat).

Liegt die Ursache der Arbeitsunfähigkeit in einer Berufskrankheit oder in einem Arbeitsunfall, wird nach Ablauf der Lohnfortzahlung von der Krankenkasse oder der Berufsgenossenschaft Verletztengeld gezahlt. Die Höhe beläuft sich in der Regel auf achtzig Prozent des Bruttogehalts, wobei die maximale Höhe dem Nettoentgelt entspricht.

Übergangsgeld wird während der Reha von der Rentenversicherung gezahlt, wenn kein Anspruch mehr auf Lohnfortzahlung oder Krankengeld besteht. Das Übergangsgeld beträgt 68 Prozent des Nettogehalts.

Berufliche Reha-Maßnahme

Für die Zeit einer beruflichen Reha-Maßnahme wird vom Reha-Träger Übergangsgeld gezahlt. Die Höhe hängt vom Einkommen vor der Arbeitsunfähigkeit ab: 68 Prozent vom Nettolohn und wenn zum Haushalt ein Kind mit Kindergeldberechtigung gehört wird 75 Prozent des Nettogehalts bezahlt. Zusatzleistungen

Im Einzelfall wird entschieden, ob der Rehabilitationsträger Zusatzleistungen übernimmt. Dazu gehören beispielsweise:

  • Kosten für Kinderbetreuung
  • Fahrtkosten
  • Haushaltshilfen
  • Sozialversicherungsbeiträge oder –zuschüsse
  • Training zur Steigerung des Selbstbewusstseins (muss ärztlich verordnet sein)
  • Rehasport, der vom Arzt verordnet wurde
  • Arbeitshilfen oder Hilfsgeräte
  • und weitere Zusatzleistungen

Muss der Chef das Gehalt während einer Mutter-Kind-Kur weiterzahlen?

Mutter-Kind-Kuren sind für überlastete oder kranke Eltern gedacht. Diese medizinisch notwendige Leistung steht seit dem Jahre 2000 auch Vätern zu. Eine solche Kur muss vom Arzt verordnet werden und somit gilt diese Kur rechtlich gesehen wie ein Aufenthalt im Krankenhaus. Das bedeutet für den Arbeitgeber, dass er dem freigestellten Arbeitnehmer das Gehalt weiterzahlen muss.

Weiterführende Infos zum Thema:

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