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Lohnspiegel

Dieser recht neue Begriff bezieht sich auf das Ergebnis einer Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung. Die Fragestellung lautete: Wie viel wird in den verschiedenen Branchen tatsächlich verdient? Viele Arbeitnehmer aus den verschiedensten Bereichen haben sich an der anonymen Online-Umfrage beteiligt und so geholfen, mehr Transparenz in die tatsächlichen Einkünfte zu bringen.

Ein Blick in den Lohnspiegel ist sehr hilfreich, wenn es um Gehaltsverhandlungen geht. Dort wird aufgezeigt, was je Bundesland in einer bestimmten Brache tatsächlich im Durchschnitt verdient wird. Nach diesen Werten können sich Arbeitnehmer richten, wenn es um die Anpassung des Einkommens geht, oder um sich ein Bild über das Einkommensangebot bei einer Neuanstellung zu machen.

Arbeitgeber „arbeiten“ mit dem Tabuthema Geld:

Hierzulande ist es verpönt, über das eigene Einkommen zu sprechen. Viele Arbeitnehmer fühlen sich peinlich berührt von dieser Frage und verschweigen sogar vor Kollegen, wie viel sie verdienen. So kann es sein, dass in einem Betrieb ein Arbeitnehmer für die gleiche Leistung wie die seines Kollegen deutlich weniger Lohn erhält. Da aber über solche Dinge nicht gesprochen wird, kann er diese Ungerechtigkeit, die übrigens obendrein auch noch unzulässig ist (Gleichheitsprinzip!) nicht korrigieren lassen.

Der Lohnspiegel, einzusehen im Internet bietet klare Werte, wie viel tatsächlich verdient wird. Natürlich sind dies Durchschnittszahlen, doch sie können als Richtschnur, um die herum sich das eigene Einkommen bewegen sollte, genutzt werden. Hier können auch ganz diskret und ohne unangenehme Fragen stellen zu müssen Werte eingesehen werden, die als Maßstab fürs eigene Einkommen verlässlich sind. Je mehr Arbeitnehmer sich an der Online-Umfrage beteiligen, umso mehr brancheninterne Richtwerte können ermittelt werden und umso schärfer ist der ermittelbare Einkommensdurchschnitt.

Der Lohnspiegel ist auch interessant für Gewerkschaften:

Eines der wichtigen Themen für Gewerkschaften ist ein angemessener Lohn für die geleistete Arbeit. Anhand des Lohnspiegels kann auch für diese wichtigen gesellschaftlichen Kräfte die Lohnentwicklung eindeutig verfolgt werden. Auch branchenübergreifende Gewerkschaften können hier sehr exakt die Durchschnittseinkünfte der einzelnen betreuten Berufe mitverfolgen.

Die erhobenen Werte beziehen sich auf alle Tätigkeiten, die in einem Anstellungsverhältnis ausgeübt werden. So sind auch Ärzte und Akademiker eingeladen, die üblichen Durchschnittseinkommen in ihrem Fachbereich einzusehen und bei der Erhebung der Werte mitzuhelfen. Der Lohnspiegel unterstützt den Arzt in einer Klinik bei seiner Einkommensverhandlung ebenso, wie den Maurer oder den Lehrer an einem Gymnasium.

Die Hans-Böckler-Stiftung hat eine Plattform für überbetriebliche und überregionale Kollegialität geschaffen. Mit dem Lohnspiegel helfen sich die Arbeitnehmer einer Branche gegenseitig beim Erzielen eines angemessenen Entgelts, da hier die tatsächlichen Einkünfte eingesehen werden können. Auf diese Weise kann ein wenig dazu beigetragen werden, dass bestimmte Nischen für Ungerechtigkeiten, wie zum Beispiel den Usus, Berufseinsteiger weit unter dem Lohnspiegel zu bezahlen, immer weniger praktiziert werden können. Durch diese Erhebung müssen Arbeitgeber in ihrer Lohnpolitik transparenter werden und Willkürlichkeiten, wie sie durchaus vorzukommen scheinen, sind nicht mehr ohne Weiteres möglich.

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