Augenoptikerbranche

Das menschliche Sehen bedeutet für den Alltag und für das ganze Leben eine grundlegende Fähigkeit. Mit zunehmendem Alter und aufgrund genetischer Disposition verändert sich diese. Weiterhin tragen Umweltbelastungen und Unfälle zu Beeinträchtigungen des Sehvermögens bei. Abhilfe schaffen Sehhilfen verschiedener Art. Nachdem ein Augenarzt die Beeinträchtigungen eines Menschen analysiert, entwickelt ein Augenoptiker die passende Sehhilfe. Die Augenoptikerbranche hat den Vorteil, dass der Bedarf niemals nachlässt. Im Gegenteil – die Herausforderungen für das menschliche Auge wachsen. Kleine Displays und stundenlanges Fokussieren auf digitale Oberflächen strengen die Augen an. Die Folgen variieren. Sicher ist, dass Menschen jeden Alters Sehhilfen benötigen.

Im Folgenden finden sich die Geschichte der Branche und die Bedeutung für die Wirtschaft. Die verschiedenen Berufsfelder bieten interessante Perspektiven für Arbeitnehmer. Darüber hinaus gehören die Ausbildungsberufe zu den vielversprechenden in der digitalen Welt. Historisch betrachtet begann die Branche mit Sehhilfen gegen Alterssichtigkeit. Der Grund liegt in der Tatsache begründet, dass damalige Optiker ausschließlich konvexe Sehhilfen schliffen. Unter Sehhilfen waren lediglich Brillen oder Monokel zu verstehen. Diese Sehhilfen standen Gelehrten zu, da die Obrigkeit um das Wissen der alten Generationen fürchtete. Mit der Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelten Augenoptiker die ersten Brillen gegen Kurzsichtigkeit. Die Entwicklung von Sehhilfen in primitiveren Formen verfügt über eine weitaus längere Geschichte.

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Vom Altertum zu einer bedeutenden Branche:

Bereits zwei Jahrtausende vor Christus verwendeten die Griechen Quarzstücke und Glasflächen, um Schriften zu vergrößern. Danach bemerkten Gelehrte der Zeit, dass die Sehfähigkeit im Alter abnahm. Maßnahmen dagegen belegen Überlieferungen unzureichend. Sicher ist, dass sich griechische und arabische Astronomen mit dem Brechen von Licht beschäftigten. Der Physikgelehrte Archimedes erfand mit dem Brennspiegel einen Wegbereiter der Augenoptikerbranche. Das 14. Jahrhundert kennzeichneten Versuche, lichtbrechende Gegenstände flacher zu schleifen. Im 16. Jahrhundert entstanden umfangreiche Schriften über das Verhalten der Optik und das Brechen von Licht.

Zur gleichen Zeit umfassten die Hersteller die Gläser mit Metallgestellen. Die ersten Brillen mit Fassungen entstanden. Der wesentliche Unterschied zu heutigen Brillen bestand darin, dass sie zwar eine Fassung für die Gläser, jedoch keine Vorrichtung zum Befestigen am Kopf beinhalteten. Im 14. Jahrhundert entwickelten den Hersteller der Sehhilfen erstmalig Bügel für den Kopf. Abenteuerliche Materialien kamen dafür zum Einsatz. Die Bügel bestanden aus Leder, Horn oder Holz. Mit dem Erfinden des Buchdrucks im 15. Jahrhundert gelangte die Branche der Augenoptik zu nie gekannter Größe. Die breite Bevölkerung bedeutender gesellschaftlicher Schichten interessierte sich für die Druckwerke. Folglich benötigten sie aufgrund der unzureichenden ophthalmologischen Versorgung Sehhilfen.

Der Weg in die Moderne:

Den Weg durch die Jahrhunderte fanden verschiedene Arten von Sehhilfen. Die Branche als massenorientierte Produktion entstand 1535. In Nürnberg gründeten Augenoptiker die sogenannte Brillenmacherzunft. Die Branche des Augenoptikers untersteht aus heutiger Sicht keiner anderen Branche oder Zunft. Vielmehr handelt es sich um einen anerkannten Lehrberuf vor der Handwerkskammer. Die Ausbildung erfolgt dual. Das bedeutet, die Auszubildenden lernen in einem Lehrberuf die praktische Vorgehensweise und in einer Berufsschule die fachspezifische Theorie. Um selbst einen Betrieb als Augenoptiker zu führen, erwirbt der potenzielle Betreiber den Meistertitel. Sodann befähigt dieser ihn gleichsam, eigene Augenoptiker auszubilden.

Gehalt der Augenoptiker, Chancen und Perspektiven:

Die Abschlüsse der Branche befähigen die Angestellten zu unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten. Dem Augenoptiker ist nicht jede Herstellung von Sehhilfen gestattet. Kontaktlinsen und der Umgang damit gehören zur Ausbildung, nehmen aber einen anderen Stellenwert ein, als Sehhilfen. Ausschließlich Augenoptiker und Augenoptikermeister haben die Erlaubnis, Brillengläser selbst zu schleifen. Heute, in der Zeit der industriellen Massenproduktion, kommt diese Tätigkeit selten vor. Dennoch verleiht die Befähigung dem Optiker ein professionelles Gefühl für die Bedürfnisse des menschlichen Auges. Eine Perspektive der Branche liegt im demografischen Wandel. Das zunehmende Alter der Menschen und deren positiver Lebenswandel erfordern immer mehr altersgerechte Sehhilfen.

Weiterhin erfordert der demografische Wandel vermehrt die mobile Einsetzbarkeit der Augenoptiker. In Pilotprojekten verfügen die Optiker über Fahrzeuge mit allem denkbaren Zubehör für das Betreuen der Patienten in deren Zuhause. Zum Berufsalltag des Augenoptikers gehören das Messen von Augenwerten und Erkennen von Fehlsichtigkeiten. Darüber hinaus gehören Empathie und Serviceorientierung zum Repertoire der notwendigen Skills. Jährlich erwirtschaftet die Branche der Augenoptiker einen Umsatz von über vier Milliarden Euro.

Das Grundgehalt für einen angestellten Augenoptikergesellen liegt bei etwa 18.000 Euro jährlich. Aufstiegschancen ergeben sich insbesondere durch zusätzliche Fortbildungen. Diese weisen Verzahnungen mit der Augenmedizin auf. Darüber hinaus bestehen Chancen für Augenoptiker mit Kenntnissen in der EDV oder der besonderen Feinmechanik. Zunehmend gewinnen der Kundendienst und ein breites Leistungsspektrum an Bedeutung.


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