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Lohnquote

Dieser Wert wurde ursprünglich einmal eingeführt, um die Summe des Einkommens aller Angestellten und Arbeiter dem Volkseinkommen gegenüber zu stellen. Es sollte daraus ersichtlich werden, in welchen Verhältnissen zueinander die Größen, die das Volkseinkommen bilden stehen.

Die Lohnquote brutto setzt sich hier aus der Summe aller Entgelte aus nicht-selbstständiger Arbeit vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben zusammen, die Nettolohnquote wird berechnet aus den Einkünften, die tatsächlich bei den Arbeitnehmern ankommen. Durch die Entwicklung der Erwerbsstrukturen wurde dieser Wert jedoch zunehmend ungenau und konnte nicht die erhoffte Aussage über wirtschaftliche Entwicklungen des Landes erbringen. Der Grund dafür ist die Veränderung der Beschäftigungsstruktur, die Einkünfte aus selbstständiger Arbeit werden als Gewinnquote bezeichnet.

Korrekturversuch durch bereinigte Lohnquote:

Bei diesem Wert wird ein sogenanntes Standardjahr festgelegt. Das Verhältnis aus Selbstständigen und Arbeitnehmern in diesem Jahr wird als Grundwert festgelegt, dem die errechneten Zahlen dann zugeordnet werden. Hiermit können jedoch nur Veränderungen in einem Jahr, für das die Berechnung angestellt wird, abgelesen werden.

Ziel der Lohnquote war es ursprünglich, den Anteil, den Arbeitnehmer am Volkseinkommen haben zu ermitteln. Einige Faktoren die dabei außer Acht gelassen wurden, verzerren die Ergebnisse jedoch erheblich. So gibt es zum Beispiel Haushalte, die neben dem Einkommen aus nicht-selbstständiger Arbeit auch Einkünfte aus Zins- und Kapitalerträgen haben, aus Vermietung und Verpachtung oder Renten beziehen. Diese Einkünfte werden bei der Lohnquote ignoriert.

Da sie jedoch Werte in einer Volkswirtschaft darstellen, werden sie fälschlicherweise der Gewinnquote zugerechnet und erhöhen das Einkommen der Selbstständigen ohne das dies tatsächlich zutrifft. Die Möglichkeit, dass ein Haushalt beide Quoten beziehen könnte, wie oben beschrieben, wird bei der Berechnung ignoriert. Beim Versuch, die Verteilung der Einkommen darzustellen, ist dies ein rechnerisches Problem, weil einem Haushalt jeweils nur eine Einkommensart unterstellt wird. Das Ergebnis ist, das die Arbeitseinkommen aus Beschäftigungsverhältnissen zu niedrig ausfallen, die Gewinnquote dafür zu hoch angesetzt wird.

Eine Lösung für diese Unschärfe wäre die aussagekräftigere Arbeitseinkommensquote. Sie wird errechnet aus den tatsächlichen Einkünften aus selbstständiger und nicht-selbstständiger Arbeit. Das Problem bei diesem Wert ist dann, dass eine genaue Verteilung und Unterscheidung nach Art der Erwerbstätigkeit nicht mehr ohne Weiteres möglich ist.

Lohnquote trifft keine Aussage über Einkommensgefälle:

Dieser Wert ist ein Durchschnitt aus allen Arbeitslöhnen, die erwirtschaftet werden. So kann an Hand dieser Zahl keine Aussage getroffen werden, ob es etwa viele geringfügig Beschäftigte gibt, oder wie in den einzelnen Arbeitsverhältnissen gezahlt wird. Das bedeutet, dass einige wenige hohe Löhne die Zahlen nach oben treiben, obwohl doch eigentlich das tatsächliche Lohnniveau eher niedrig ist.

Wenn also bei der Lohnquote der gesamte Arbeitslohn, der in einem Land in einem Jahr gezahlt wurde, durch die Anzahl der Angestellten geteilt wird, ergibt sich ein pro Kopf Einkommen, das kaum als Richtwert für die tatsächlichen Einkünfte gewertet werden kann. Weiterhin unterliegt der Wert vielen Einflüssen, wie etwa Konjunkturschwankungen, Lohnpolitik oder auch gewerkschaftlichen Einflüssen. Daher kann dieser Wert nur als ungefähre Größe für die wirtschaftliche Struktur und Entwicklung eines Landes gesehen werden. Als ungefähre Richtgröße, etwa im Hinblick auf die Frage, wie das Volkseinkommen erwirtschaftet wird oder auch, wie sich die Arbeitsstrukturen entwickeln, ist er jedoch nach wie vor von Belang.

(Quelle: Wikipedia, welt-online.de)

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