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Vor- und Nachteile des Mindestlohns

Nach eine langem Hin und Her ist in Deutschland seit dem 01. Januar 2015 der Mindestlohn eingeführt worden, ab dem 1. Januar 2022 beträgt der Mindestlohn 9,82 Euro brutto die Stunde. Durch das gesetzliche Mindestlohngesetz möchte die Bundesregierung sicherstellen, dass Beschäftigte mit einer Vollzeit-Arbeitsstelle von ihrem Gehalt leben können.

Die Diskussion über die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns hat jedoch einige Pro- und Kontra-Argumente mit sich gebracht. Ein entscheidendes Kontra-Argument, gegen die Einführung war lange Zeit der mögliche Verlust von Arbeitsplätzen. Dieser Fall ist jedoch seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns nicht eingetroffen. Die Arbeitslosenrate in Deutschland, ist seit der Mindestlohneinführung sogar zurückgegangen.

Vorteile des Mindestlohns

  • Bekämpfung von Lohnarmut: Der Mindestlohn stellt sicher, dass Vollzeitbeschäftigte in Deutschland ihre Lebensunterhaltungskosten decken und einen gewissen Lebensstandard pflegen können. 
  • Altersvorsorge: Die Bekämpfung von Lohnarmut ist automatisch die Vorsorge nicht auch in eine Altersarmut zu geraten.
  • Fairness & Motivation: Gerechte Bezahlungen steigern die Produktivität von Arbeitnehmer*innen und sind ein Zeichen des Respekts für getane Arbeit.
  • Fairer Wettbewerb & Bekämpfung von Lohndumping: Ausländische Fachkräfte aus Niedriglohnländern werden nicht bevorzugt eingestellt, da auch sie Anspruch auf den Mindestlohn haben.
  • Bekämpfung der Gender-Pay-Gap: Der Mindestlohn schließt die Lücke zwischen Männern und Frauen im Niedriglohnbereich.
  • Bekämpfung von kostenfreien Arbeitskräften: Praktikant*innen können nicht länger als kostenfreie oder billige Arbeitskräfte ausgenutzt werden.
  • Angemessener Lohn für Berufseinsteiger: Der Mindestlohn stoppt den Lohnabwärtstrend, besonders Berufseinsteiger und Studium Absolventen wurden in der Vergangenheit mit diesem Problem konfrontiert.
  • Ankurblung der Binnennachfrage: Höhere Löhne führen zu einer höheren Kaufkraft, schätzungsweise geht das gesamte Mindestlohn-Einkommen zurück in den Wirtschaftskreislauf. 
  • Entlastung der Staatskosten: Der Mindestlohn ist so ausgerichtet, dass eine einzelne Person i. d. R. keine zusätzlichen staatlichen Hilfen benötigt. Denn es ist Aufgabe der Unternehmen, einen fairen und existenzsichernden Lohn zu zahlen.
  • Schaffung von Arbeitsstellen: Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit beim Zoll wurde aufgestockt, um die Einhaltung des Mindestlohngesetzes zu sichern.
  • Mindestlöhne schaffen Orientierung: Arbeitnehmer*innen wissen klar, welcher Lohn ihnen mindestens zusteht und gehen nicht aus Unwissenheit auf unterbezahlte Jobangebote ein.

Nachteile des Mindestlohns

  • Staatliche Unterstützung für Alleinerziehende oder Familien: Der Mindestlohn ist auf eine Person ausgerichtet. Familien oder Kinder von Alleinerziehenden können ggf. nicht mitfinanziert werden, sodass dennoch staatlich Hilfen erforderlich sind.
  • Ein höheres Rentenniveau bleibt aus: Der Mindestlohn schafft ausschließlich die Bedingungen für eine Mindestrente.
  • Es gibt weniger Praktikant*innen-Stellen: Viele Unternehmen bieten nur noch Stellen für Pflichtpraktika an.
  • Dienstleistungen werden teurer: Zum Beispiel müssen die Preise für Taxifahrten, aber auch Preise für Speisen und Getränke angehoben werden
  • Unternehmen nutzen die Mindestlohnregelungen aus: Unternehmen machen sich die neuen Regelungen zunutze und wechseln ihre Praktikant*innen alle drei Monate, damit sie um den gesetzlichen Mindestlohn herum kommen oder nehmen nur noch Praktikant*innen auf, die ein Pflichtpraktikum absolvieren müssen.
  • Der Einstieg in den Arbeitsmarkt wird erschwert: Langzeitarbeitslose bekommen in den ersten sechs Monaten ihrer neuen Tätigkeit keinen Mindestlohn bezahlt, was den Wiedereinstieg erschwert.
  • Die Tarifautonomie wird geschwächt: Vor dem Mindestlohn konnten in Tarifverträgen die Arbeitsbedingungen ohne Einschränkungen festgelegt werden.
  • Mehr Bürokratie: Ob sich Arbeitgeber an die gesetzlichen Vorgaben halten, muss von der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) kontrolliert werden.
  • Arbeitsplätze werden abgebaut: Manchen Unternehmen ist es nicht möglich den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. Sie müssen daher ihre Mitarbeiterzahl durch Entlassungen reduzieren.
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