Karriere - Ratgeber und Lexikon

Welche Produkte und Dienstleistungen werden durch den Mindestlohn teurer?

Schon kurz nach der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde zeigen sich die Folgen. Unternehmen, denen der Betrag zu hoch ist, geben die höheren Kosten an ihre Kunden weiter. Betroffen sind beispielsweise Gaststätten, Friseure oder Taxiunternehmen.

Taxifahren kosten rund 25 Prozent mehr

Das Taxifahren wird deutlich teurer, im Durchschnitt steigen die Taxitarife um ein Fünftel. In Essen, Köln, Chemnitz, Stuttgart und Hannover ist eine Anhebung um 20 Prozent angekündigt, in Düsseldorf wird eine Fahrt mit dem Taxi rund 25 Prozent teurer. Für viele der rund 200.000 Taxifahrer bedeute die Einführung des Mindestlohns eine Umschichtung. Waren Sie bisher am Gewinn beteiligt, müssen sie nun pro Arbeitsstunde bezahlt werden.

Postagenturen in Schwierigkeiten

Für die Versorgung mit der alltäglichen Post im ländlichen Raum hat der Mindestlohn fatale Konsequenzen, unter Umständen wird es vielen kleinen Gemeinden bald keine Post-Agenturen geben. Bei den privaten Brief- und Kurierdiensten sind bereits Preiserhöhungen bis zu 15 Prozent beobachtet worden. Vor allem Unternehmen in Ostdeutschland und Firmen, die bisher nicht nach Tarif bezahlten, haben einen erhöhten Anpassungsbedarf.

Blumengrüße werden teuer

Auch in vielen Blumenläden werden die Preise mit den Löhnen steigen. In Ostdeutschland lagen die Tariflöhne unter dem Niveau des neuen gesetzlichen Mindestlohns. Im Westen ist rund ein Drittel der Blumenläden nicht tarifgebunden und haben daher nun Anpassungsbedarf nach oben. Das zieht Auswirkungen mit sich, entweder müssen die Personalkosten gesenkt oder die Preise erhöht werden. Viele Floristen haben aber bereits seit mehr als einem Jahr freiwillig die tariflich vereinbarten zehn Euro brutto die Stunde an ihre Mitarbeiter gezahlt – für sie wird sich nichts ändern.

Bäckereien müssen schließen

Backwaren im Osten werden wahrscheinlich bis zu zehn Prozent teurer werden. In den westlichen Bundesländern liegen die Löhne nahezu flächendeckend über 8,50 Euro, im Osten ist das nicht der Fall. Ein Bäcker aus Leipzig hat bereits mitgeteilt, dass er drei seiner sechs Filialen schließen werde.

Bei Friseuren drohen höhere Preise

Die Friseure haben bereits im August des Jahres 2013 einen tariflichen Mindestlohn eingeführt, der in Ostdeutschland zu steigenden Preisen führte. Von Juni 2013 bis Juni 2014 sind die Preise in Sachsen um rund zehn Prozent. Derzeit gilt ein tariflicher Mindestlohn von 7,50 im Osten und acht Euro im Westen. Dieser wird im August für alle auf 8,50 Euro steigen, ab diesem Zeitpunkt könnten die Friseure erneut versuchen, die Kosten auf die Kunden umzulegen.

Landwirte haben noch ein paar Jahre Zeit

Im landwirtschaftlichen Bereich wird der Mindestlohn ab 2018 eingeführt, da die Branche einen eigenen Tarifvertrag mit niedrigeren Löhnen abgeschlossen hat. Die Landwirte haben also noch drei Jahre Zeit, um sich auf den Mindestlohn einzustellen. Auch sie werden versuchen, die höheren Lohnkosten über den Preis an die Kunden weiterzureichen.

Gastwirte fürchten stagnierende Preise?

Im Hotel- und Gaststättengewerbe äußert man sich momentan noch nicht über eventuelle Erhöhungen der Preise. Im Osten liegen die untersten Löhne zwischen 7,21 und 7,87 Euro und damit deutlich unter der gesetzlichen Lohnuntergrenze. Es könnte aber laut Experten gut sein, dass die Kunden dann an anderer Stelle sparen, zum Beispiel beim Trinkgeld. Das hat zur Folge, dass die Beschäftigten trotz Mindestlohn nicht mehr Geld als zuvor haben.

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