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Erhalte ich bei ehrenamtlicher Tätigkeit Mindestlohn?

Das verabschiedete „Tarifautonomiestärkungsgesetz - MiLoG“, welches im Januar 2015 in Kraft getreten ist, hat jetzt die verbindliche gesetzgeberische Vorgabe, dass fast alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland einen Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde brutto erhalten. Für bestimmte Branchen, beispielsweise für die Zeitungszusteller und Saisonarbeiter und unter anderem neben Praktikanten und Auszubildenden, gibt es allerdings auch eine wichtige Ausnahmeregelung für viele ehrenamtlich Beschäftigte in Verbänden und Vereinen.

Ausnahmeregelung bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit

Ehrenamtliche Übungsleiter und andere ehrenamtlich tätige Mitarbeiter in Sportvereinen fallen nicht unter dieses Gesetz. Eine ehrenamtliche Tätigkeit liegt dann vor, wenn sie nicht von der Erwartung einer finanziellen Gegenleistung, sondern freiwillig für das Gemeinwohl getätigt wird. Ist diese Voraussetzung erfüllt, sind auch Aufwandsentschädigungen für mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten, egal in welcher Höhe, nicht von dem Mindestlohngesetz betroffen. Dazu gehören allerdings nicht die Vertrags- und Amateursportler, wenn ihre sportliche Tätigkeit und nicht die finanzielle Leistung im Vordergrund steht.

Hierdurch ist die Unsicherheit bei vielen Verbänden, Vereinen und in erster Linie bei gemeinnützigen Organisationen für eine Vielzahl von nebenberuflichen Beschäftigungsverhältnissen beendet. Viele Führungskräfte und Vorstände hatten die Sorge, dass bei der unklaren Definition des Gesetzes die Ausnahme nicht für die meisten nur gegen geringe Vergütung Beschäftigten gelten könnte. Laut eigenen Untersuchung und Befragungen bei einigen Verbänden und Großvereinen, liegen die üblichen Vergütungen meist auch tätigkeitsunabhängig nach wie vor unter 8,50 € pro Stunde im gemeinnützigen Bereich.

Aufatmen bei Verbänden und Vereinen

Dies betrifft Ausbilder, Übungsleiter, Trainer mit Vergütungen und Aufwandsentschädigungen nach dem Übungsleiterfreibetragbis bis hin zu vielen Verbänden im Sportbereich, auch bei der Mitarbeit in Musik- oder Gesangvereinen oder zum Beispiel im Kulturbereich oder auch viele engagierte Vereinshelfer im organisatorischen steuerbegünstigten Bereich mit Vergütungsabrechnungen auf Grundlage des Ehrenamtsfreibetrags. Außerden unterstützen in vielen mildtätigen, kirchlichen und karitativen Organisationen engagierte nebenberufliche Helfer, wie zum Beispiel in Sozialstationen oder Pflegeeinheiten, mit geringen Stundenvergütungen bzw. Aufwandsentschädigungen, die oft unter 8,50 Euro pro Stunde liegen. Bei halbtags oder ganztages angestellten Beschäftigten im Verband oder Verein muss garantiert sein, dass die 8,50 € als Mindestlohn ab Jahresanfang gezahlt werden.

Die Möglichkeit, dies über eine Reduzierung der Arbeitsstunden auszugleichen, scheitert aber daran, dass die Beschäftigten in voller Stundenanzahl benötigt werden. Das Mindestlohngesetz gilt auch ohne Einschränkungen für Teilzeit-Arbeitsverhältnisse.

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