Karriere - Ratgeber und Lexikon

Welche Mindestlohn Ausnahmen gibt es?

Rund vier Millionen Arbeitnehmer erhalten seit dem 1. Januar 2015 einen Mindestlohn, aber es gibt auch Ausnahmen. Minderjährige ohne Berufsabschluss, Auszubildende und fast alle Praktikanten sind vom Mindestlohn ebenso ausgenommen wie Langzeitarbeitslose während der ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung. Die Altersgrenze von 18 Jahren soll vermeiden, dass sich junge Leute einen Job suchen, anstatt eine schlechte bezahlte Ausbildung zu machen. Diese Ausnahmeregelung für Langzeitarbeitslose dient als Anreiz für Arbeitgeber, Erwerbslose einzustellen.

Für welche Branchen gibt es Übergangsregelungen?

Bis Ende 2016 darf der gesetzliche Mindestlohn auf der Basis allgemeingültiger Branchenmindestlöhne unterschritten werden. Genutzt wird diese Übergangsregelung beispielsweise von der Fleischindustrie, Leiharbeit, Land- und Forstwirtschaft sowie Gartenbau, Textil- und Bekleidungsindustrie, Friseurhandwerk und von Großwäschereien. Im Jahr 2017 müssen aber auch diese Branchen einen Lohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunden zahlen. Zeitungsausträger dürfen ebenfalls für drei Jahre bis Ende 2017 innerhalb bestimmter Grenzen schlechter bezahlt werden. Ab 2015 erhalten Zeitungsausträger mindestens 6,38 Euro pro Stunde, ab 2016 auf 7,23 Euro und ab dem Jahr 2017 gilt dann der Mindestlohn von 8,50 Euro. Saisonarbeiter in der Landwirtschaft erhalten zwar einen Mindestlohn, die Arbeitgeber können allerdings die Kosten für Verpflegung und Unterkunft anrechnen.

Gilt der Mindestlohn auch für Praktikanten?

Für Pflichtpraktika im Rahmen von Schule, Ausbildung oder Studium müssen Arbeitgeber keinen Mindestlohn zahlen. Beschäftigte, die ein nicht länger als drei Monate dauerndes freiwilliges Praktikum zur beruflichen Orientierung machen, erhalten keinen Mindestlohn.

Erhalten Rentner einen Mindestlohn?

Auch Rentnerinnen und Rentner bilden beim Mindestlohngesetz keine Ausnahmen. Wenn Rentner in keiner Branche arbeiten, für welche Übergangsfristen gelten, bekommen auch sie ab 1.1.2015 mindestens 8,50 Euro pro Stunde gezahlt.

Gelten für Minijobber Ausnahmen beim Mindestlohn?

Nein, volljährige Minijobber haben Anspruch auf einen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde, unabhängig davon, wie viele Stunden pro Woche sie arbeiten. Auch Kleinunternehmer, die von der Umsatzsteuer ausgenommen sind, müssen ihren Angestellten einen Mindestlohn zahlen.

Weiterführende Infos zum Thema:

Welche Berufe profitieren vom neuen Mindestlohngesetz?

Wie Arbeitgeber beim Mindestlohn tricksen

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