News
Hier finden Sie von Markttrends, Experteninterviews bis hin zu Studien alles rund um die Themen Gehalt, Ausbildung und Beruf.
Zur Newsübersicht

Gehaltsatlas 2021: Hier verdient man am meisten

0
Danke für Ihre Bewertung!
Kategorie: Berufe & Gehälter
28.01.2021
Geschäftsleute warten in großen, gläsernen Halle.

Wie hoch ist das durchschnittliche Einkommen in Deutschland? Um unter anderem diese Frage zu beantworten, haben unsere Vergütungsspezialist*innen von GEHALT.de mehr als 220.500 Datensätze analysiert. Rund 43.200 Euro verdienen demnach Arbeitnehmer in Deutschland im Median, doch der bei unserer Analyse entstandene “Gehaltsatlas 2021” verrät noch deutlich mehr: So sind nicht nur Branche und Beruf entscheidende Faktoren, auch der Wohnort hat großen Einfluss darauf, wie viel Geld am Ende auf dem Konto landet. In manchen Fällen können regionale Unterschiede sogar über 15.000 Euro betragen. Ebenso spielt der Arbeitgeber eine wichtige Rolle, so wird beispielsweise in großen Unternehmen (59.000 Euro) mehr bezahlt als in kleinen Firmen (37.100 Euro).

Lohnenswert ist zudem ein akademischer Titel – während Hochschulabsolvent*innen circa 57.000 Euro verdienen, kommen Beschäftigte ohne Studienabschluss auf etwa 37.800 Euro. Fachkräfte erhalten rund 41.500 Euro im Jahr, doch nicht nur Qualifikation, sondern vor allem auch Personalverantwortung macht sich deutlich auf dem Gehaltszettel bemerkbar: Für Führungskräfte liegt der Verdienst bei 95.100 Euro im Median.


Gehaltsatlas 2021
  Q1 Median Mittelwert   Q3
Alle Beschäftigten   34.105 € 43.189 € 50.943 € 58.120 €
Fachkräfte   33.297 € 41.514 € 46.173 € 53.592 €
Führungskräfte   76.282 € 95.097 € 109.562 € 121.083 €
Akademiker*innen   45.387 € 57.040 € 66.926 € 76.682 €
Nicht-Akademiker*-innen   30.719 € 37.800 € 41.815 € 48.000 €
Berufseinsteiger*innen   30.347 € 37.334 € 41.789 € 47.471 €

 

Anzahl der Beschäftigten  Q1 Median Mittelwert  Q3
 <101   30.315 € 37.073 € 42.230 € 47.365 €
 101 - 1.000  38.586 € 48.433 € 56.036 € 63.600 €
 >1.001   45.285 € 59.028 € 68.080 € 80.470 €

Große Kluft zwischen Branchen: Höchste Gehälter in der Biotech-Branche, niedriges Einkommen im Einzelhandel

Gerade während der Corona-Pandemie erfährt die Entwicklung von Impfstoffen große Aufmerksamkeit und Anerkennung. Verantwortlich hierfür sind Spezialist*innen der Biotechnologie, die mit ihrer Forschung einen unverzichtbaren Beitrag zur Eindämmung von Krankheiten wie COVID-19 leisten. Diese Arbeit wird mit lukrativer Vergütung belohnt, ohnehin kann die Branche im Allgemeinen mit einem hohen Gehaltsniveau aufwarten: Fachkräfte erhalten einen durchschnittlichen Jahreslohn in Höhe von rund 67.500 Euro.

Ebenfalls wichtig sind die Tätigkeiten von Arbeitnehmer*innen im Lebensmitteleinzelhandel, diese befinden sich jedoch eher am anderen Ende der Einkommensschere. Trotz immens hoher Systemrelevanz gibt es hier ein verhältnismäßig geringes Jahresgehalt in Höhe von circa 31.200 Euro. Auf einem ähnlichen Niveau bewegen sich die Einkommen in Hotellerie und Gastronomie (29.000 Euro) bzw. Touristik (34.600 Euro); diese Branchen haben zusätzlich unter Corona-Beschränkungen zu leiden.

Die Einkommen in Hotels und Gaststätten waren schon vor der Pandemie vergleichsweise niedrig. Durch Corona sind viele Betriebe geschwächt, was die Gehaltsentwicklung in der Gastronomie und der Hotel-Branche zusätzlich ausbremsen könnte.“

Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

Branche Q1 Median Mittelwert Q3
Biotechnologie 45.029 € 67.524 € 81.309 € 109.989 €
Sonstige Investitionsgüter 55.501 € 66.594 € 78.270 € 86.818 €
Halbleiter 51.399 € 65.586 € 75.091 € 91.089 €
Bankwesen 49.136 € 61.651 € 68.295 € 77.617 €
Pharmazie 46.617 € 60.536 € 72.625 € 88.335 €

 

Branche  Q1 Median Mittelwert Q3
Hotels und Gaststätten 24.413 € 28.963 € 32.879 € 35.523 €
Call-Center 24.216 € 29.391 € 33.855 € 36.181 €
Einzelhandel für Lebensmittel 25.787 € 31.212 € 36.034 € 39.793 €
Einzelhandel für Bekleidung & Textil 26.771 € 31.911 € 37.311 € 40.819 €
Touristik & Freizeit 28.845 € 34.621 € 40.037 € 43.763 €
Soziale Einrichtungen 29.403 € 34.979 € 37.759 € 42.379 €

West-Ost-Gefälle bleibt bestehen

Im Länderranking steht Baden-Württemberg mit einem Median-Einkommen in Höhe von etwa 46.600 Euro ganz vorne, Arbeitnehmer*innen verdienen dort somit fast acht Prozent über Bundesdurchschnitt. Attraktive Gehälter gibt es auch in Hessen (46.300 Euro) sowie Hamburg (45.600 Euro). Am anderen Ende der Rangliste befinden sich die fünf ‚neuen‘ Bundesländer: Insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern (33.700 Euro), Sachsen-Anhalt (34.800 Euro) und Brandenburg (35.100 Euro) ist der Jahresverdienst vergleichsweise gering.

Ähnlich sieht es bei den Gehältern für Führungskräfte aus; Spitzenreiter ist hier allerdings Hessen, nicht zuletzt dank der Ausnahmestellung von Frankfurt am Main als einflussreiche Finanzmetropole. Mit 100.400 Euro erwartet hessische Entscheidungsträger*innen gar ein Median-Einkommen in sechsstelliger Höhe.

Bundesland Alle
Beschäftigten
Führungskräfte Fachkräfte Regionalfaktor
in %
Baden-Württemberg 46.620 € 97.123 € 45.053 € 107,9
Hessen 46.329 € 100.378 € 44.614 € 107,2
Hamburg 45.571 € 96.002 € 43.992 € 105,5
Bayern 45.124 € 98.182 € 43.426 € 104,4
Nordrhein-Westfalen 43.829 € 96.930 € 42.112 € 101,4
Rheinland-Pfalz 42.596 € 96.737 € 40.830 € 98,6
Bremen 41.966 € 91.230 € 40.379 € 97,1
Saarland 41.313 € 92.396 € 39.654 € 95,6
Berlin 40.729 € 87.568 € 39.233 € 94,3
Niedersachsen 40.292 € 90.616 € 38.670 € 93,2
Schleswig-Holstein 38.994 € 89.719 € 37.378 € 90,2
Thüringen 35.852 € 79.852 € 34.437 € 83
Sachsen 35.228 € 79.147 € 33.816 € 81,5
Brandenburg 35.077 € 78.105 € 33.694 € 81,2
Sachsen-Anhalt 34.784 € 81.544 € 33.307 € 80,5
Mecklenburg-Vorpommern 33.690 € 76.284 € 32.330 € 78

Landeshauptstädte im Vergleich: Höchste Gehälter in Stuttgart

Auch beim Blick auf die 16 Landeshauptstädte findet sich Baden-Württemberg an erster Stelle wieder. Mit einem Medianlohn in Höhe von 54.000 Euro lässt Stuttgart München (53.700 Euro) und Düsseldorf (50.600 Euro) hinter sich, die in der Gehaltsrangliste den zweiten und dritten Rang einnehmen. Fast 20.000 Euro weniger gibt es hingegen in Schwerin (34.500 Euro). Ebenso verhält es sich bei Führungskräften, auch hier nimmt Stuttgart (118.900 Euro) die Spitzenposition ein. Hier darf allerdings nicht vergessen werden: Bei solchen Ortsvergleichen müssen stets auch ungleiche Preisniveaus miteinbezogen werden:

Vor einem berufsbedingten Umzug sollten Beschäftigte auch immer die Lebenshaltungskosten einkalkulieren. In Stuttgart sind die Gehälter zwar am lukrativsten, aber auch die Mieten deutlich höher als im Bundesdurchschnitt.”

Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

Landeshauptstadt Alle
Beschäftigten
Fachkräfte Führungskräfte Regional-
faktor in %
Stuttgart 54.012 € 51.917 € 118.928 € 125
München 53.662 € 51.581 € 118.158 € 124,2
Düsseldorf 50.626 € 48.663 € 111.473 € 117,2
Wiesbaden 49.611 € 47.687 € 109.238 € 114,8
Hamburg 45.571 € 43.992 €  96.002 € 105,5
Mainz 45.219 € 43.465 € 99.567 € 104,7
Hannover 44.744 € 43.009 € 98.520 € 103,6
Bremen 41.966 € 40.379 € 91.230 € 97,1
Saarbrücken 41.245 € 39.646 € 90.818 € 95,5
Berlin 40.729 € 39.233 € 87.568 € 94,3
Kiel 40.295 € 38.733 € 88.726 € 93,3
Dresden 37.199 € 35.756 € 81.907 € 86,1
Erfurt 36.806 € 35.378 € 81.042 € 85,2
Potsdam 36.616 € 35.196 € 80.623 € 84,7
Magdeburg 36.089 € 34.689 € 79.463 € 83,5
Schwerin 34.551 € 33.211 € 76.078 € 80

Welche Berufsgruppe verdient am meisten?

Unabhängig vom Arbeitsort nimmt auch in diesem Jahr der Arztberuf die Spitzenposition im Einkommensranking ein: Chefärzt*innen (196.300 Euro) und Oberärzt*innen (121.700 Euro) belegen bei den lukrativsten Berufen die Plätze 1 und 2. Weiterhin spiegelt die Analyse unserer Gehaltsexpert*innen abermals die Bedeutung einer leitenden Position wider: Gerade in der Vertriebssteuerung (94.800 Euro) sowie in der Regionalverkaufsleitung für Investitionsgüter (90.800 Euro) können Arbeitnehmer mit einer attraktiven Bezahlung rechnen. Diese Berufe tragen Personalverantwortung – ein Faktor, der die Gehälter steigen lässt.

Die Folgen der Pandemie machen indessen vor kaum einer Branche Halt – welche weiteren Auswirkungen die Coronakrise in diesem Jahr nach sich ziehen wird, muss abgewartet werden.

Ungeachtet der Region wird sich 2021 deutschlandweit zeigen, inwiefern die zukünftige Gehaltsentwicklung unter dem wirtschaftlichen Tief leiden wird. Ich hoffe, dass sich der Arbeitsmarkt – vor allem in stark betroffenen Branchen – ab dem Sommer 2021 von der Corona-Krise erholen wird.“

Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

Beruf Q1 Median Mittelwert Q3
Chefarzt*ärztin und
niedergelassene*r Arzt*Ärztin
159.754 € 196.251 € 212.808 € 252.050 €
Oberarzt*ärztin 100.898 € 121.748 € 129.697 € 146.053 €
Beschäftigte in der Vertriebs-
steuerung oder Verkaufsleitung
70.447 € 94.796 € 103.836 € 125.560 €
Regionalverkaufsleiter*in
für Investitionsgüter
73.345 € 90.812 € 96.868 € 113.388 €
Kaufmännische*r Leiter*in  70.963 € 90.661 € 101.900 € 120.150 €
IT-Leiter*in  70.150 € 88.610 € 96.076 € 110.987 €

Zur Methodik

Die Vergütungsspezialist*innen von Gehalt.de analysierten insgesamt 220.502 Datensätze von Beschäftigten in Deutschland aus den letzten zwölf Monaten. Hierbei berücksichtigten sie Faktoren wie Region, Branche, Beruf, Ausbildung, Unternehmensgröße, Berufserfahrung und Position.

Die Gehaltsinformationen werden als Durchschnitts- und Mediangehälter in brutto ausgewiesen und basieren auf einer 40-Stunden-Arbeitswoche.

So lesen Sie die Daten

Median beschreibt die Mitte aller Daten: 50 Prozent liegen über dem Wert, 50 Prozent darunter. Der Median ist daher genauer als der Durchschnittswert, der durch Ausreißer verzerrt werden kann.

Zusätzlich ermittelten die Analyst*innen den Regionalfaktor der Bundesländer und Landeshauptstädte. Der Regionalfaktor beschreibt die Abweichung vom Median-Gehalt aller Beschäftigten bundesweit. So liegen beispielsweise die Gehälter in Stuttgart mit 54.012 Euro 25,1 Prozent über dem Gehalt für Gesamt-Deutschland (43.189 Euro). Schwerin liegt 20,0 Prozent darunter.

0
Danke für Ihre Bewertung!
Zur Newsübersicht