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Gehaltserhöhung - woran man denken sollte

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
29.10.2012

 

 

Jeder freut sich über eine Gehaltserhöhung, doch welche Folgen hat ein höheres Grundeinkommen für den Mitarbeiter, muss etwas Spezielles beachtet werden? Wie verhalten sich die Lohnnebenkosten zu erhöhten Grundgehalt und welche alternativen Wege existieren, dem Mitarbeiter ohne Gehaltserhöhung einen Mehrwert zukommen zu lassen?

 

 

 

Wechsel der Lohnsteuerklasse:

 

Grundsätzlich findet kein automatischer Wechsel der Lohnsteuerklasse statt, wenn der Angestellte eine Lohnerhöhung erhält. Die Einstufung in die Lohnsteuerklassen geschieht aufgrund familiärer Gegebenheiten, die durch eine Gehaltserhöhung nicht zu beeinflussen sind. Stattdessen kann es jedoch zu einem besseren Ertrag aus den Bruttoeinnahmen kommen, wenn Ehegatten die Lohnsteuer für beide Teile unter sich aufteilen. Wechselt ein Ehepartner nach Steuerklasse III, kann der andere Ehepartner in Steuerklasse V eingetragen werden. Das hat zur Folge, dass über das Jahr gesehen zu wenig Lohnsteuer abgeführt wird. Die Abgabe der Einkommenssteuererklärung wird dann zwingend, die zu wenig gezahlte Lohnsteuer nach Berechnung der Einkommenssteuer nachgezahlt. Unter dem Jahr stehen dem Paar jedoch mehr Mittel zur Verfügung.

 

Krankenkasse – privat oder gesetzlich?:

Je nach Bruttoeinkommen steigen oder sinken die Lohnnebenkosten parallel. Je höher der Bruttobetrag, desto höher ist auch der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung. Bei stattlichen Gehältern lohnt es sich nachzuprüfen, ob der Abschluss einer privaten Krankenversicherung nicht zur Senkung der Beitragskosten führen kann. Hier muss genau gerechnet und verglichen werden. Für die meisten Arbeiter und Angestellten kommt der Wechsel in die private Krankenkasse jedoch allein schon aus Kostengründen nicht infrage. Neben den Kosten sollte man unbedingt einen Blick auf die Leistungen werfen: Nur billiger allein ist nicht zwingend von Vorteil, wenn Zuzahlungen im Krankheitsfall besonders hoch ausfallen.

 

Versicherungen und Altersvorsorge anpassen:

Die Frage, ob der Gehaltsempfänger bei Lohnerhöhung aus eigenem Antrieb tätig werden muss, lässt sich sowohl mit Ja als auch mit Nein beantworten: Einmal jährlich fragen viele Versicherungen zwar nach, ob sich bei den Einkommen etwas geändert hat, spätestens dann sollte der Lohnempfänger also Angaben machen. Allerdings pflegen diesen sorgsamen Umgang nicht alle Versicherungen. Aus diesem Grund ist es ratsam, sich selbst beispielsweise um die Anpassung der Berufsunfähigkeitsversicherung zu kümmern.

 

Etwas anders verhält es sich bei der privaten Altersvorsorge nach dem Riester-Model. Hier prüft der Staat regelmäßig die Angaben durch Vergleiche mit den Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Zwar will der Gesetzgeber dadurch primär vermeiden, dass sich Arbeitnehmer zu Unrecht einen höheren Zuschuss erwirken, im umgekehrten Fall fließen dem Riester-Sparer so jedoch auch die höheren Beträge zu, wenn eine Gehaltserhöhung eintritt.

 

Geldwerte Vorteile statt Lohnerhöhung:

Neben der Erhöhung des Bruttoeinkommens stehen dem Arbeitgeber noch weitere Wege offen, dem Arbeitnehmer mehr Geld zu verschaffen. Grundlage dafür sollte jedoch immer sein, dass der Mitarbeiter mit seinem normalen Lohn zufrieden ist. Neben einer angemessenen Bezahlung sollten Lohnabrechnungen immer pünktlich und ordentlich gehandhabt werden. Um das zu gewährleisten bietet sich spezielle Unternehmenssoftware an, die Lohn- und Gehaltsabrechnungen verwaltet. Bei den Zusatzleistungen handelt es sich eher weniger um konkrete Kostenersparnisse, sondern eher um alternative Möglichkeiten der Vergütung, die auf die Lohnnebenkosten weniger Einfluss haben als eine Gehaltserhöhung. Hier einige Beispiele:

 

- Auslagenersatz:

Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer monatliche Auslagen ersetzen, wenn diese im geschäftlichen Interesse entstehen. Dazu zählt beispielsweise die Bahncard oder Parkgebühren für den Dienstwagen. Dafür müssen die Ausgaben mit Rechnung belegt werden. In Ausnahmefällen kann der Betrag pauschal angesetzt werden, wenn nachweisbar ist, dass die Ausgaben regelmäßig erfolgen. Auf diese Zahlungen entstehen keine Lohnsteuerforderungen.

 

- Rabatte für die Belegschaft:

Betriebsangehörigen kann ein finanzieller Vorteil verschafft werden, indem man auf die Produkte oder Dienstleistungen einen Belegschaftsrabatt erlaubt. Bis zu einer Höhe von 1080,-- EUR pro Jahr kann der geldwerte Vorteil ausmachen, der den Mitarbeiter ohne Folgen für die Lohnsteuer oder Sozialversicherung zukommt. Als Höhe des Rabattes sieht der Gesetzgeber vier Prozent vom Bruttoverkaufswert vor. - Günstige oder zinslose Kredite für die Mitarbeiter Statt die neue Wohnungseinrichtung mit einer Gehaltserhöhung zu finanzieren, können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern günstige oder sogar zinslose Kredite vermitteln. Auf den geldwerten Vorteil der Zinslastersparnis zahlen die Angestellten keine Lohnsteuer, wenn der Darlehnsbetrag 2600,-- EUR nicht übersteigt.

 

Dies sind nur einige Beispiele, wie dem Mitarbeiter indirekt zu mehr Einkommen verholfen werden kann. Eine vollständige Liste wäre um einiges umfangreicher und könnte unter anderem Möglichkeiten der Kinderbetreuung im betriebseigenen Kindergarten oder Zuschläge bei Arbeiten an Sonn- und Feiertag en betreffen.

Insgesamt ergeben sich für den Arbeitgeber also vielfältige Wege, wenn Mitarbeiter mehr Lohn fordern.

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