Karriere - Ratgeber und Lexikon

Wie viel Lohn bei Zeitarbeit?

Zeitarbeitsfirmen bilden inzwischen auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Größe. Meist branchengebunden „verleihen“ sie sozusagen Arbeitskräfte an Betriebe, in denen akut ein Mangel aufgetreten ist.

Der Lohn für Zeitarbeit wird pro Stunde berechnet und nach tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden ausbezahlt. Wenn also ein Angestellter bei einer Zeitarbeitsfirma einen Monat lang nicht angefragt wird, verdient er auch nichts. Bewerber bei einer Zeitarbeitsfirma sollten sich vor dem Einstellungsgespräch über die Tarifverträge der Branche, in der die Firma tätig ist informieren. Meist wird nur der Mindestlohn angeboten, der oft erheblich unter dem Tariflohn liegt. Es gilt jedoch: „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“. Das bedeutet, dass auch Tätige in der Zeitarbeit genauso entlohnt werden müssen, wie festangestellte Arbeitnehmer.



Chancen und Risiken der Zeitarbeit :

Neben einem oft ungleichen Lohn im Verhältnis zu einer Festanstellung ist bei der Zeitarbeit die tatsächliche Anzahl der Arbeitsstunden pro Monat oft schwankend. Jedoch bietet dieses Angebot auch einige Chancen: So kann sich der Zeitarbeiter verschiedene Betriebe anschauen und zeitlich begrenzt Arbeitsbedingungen und -klima dort erleben. Oft ergeben sich Angebote für eine Festanstellung, die der Zeitarbeiter nach seinem Wunsch annehmen oder ablehnen kann.

Der oft geringere Lohn für Zeitarbeit macht Tätige in diesem Bereich schlicht billiger für Betriebe als festangestellte Arbeitnehmer. So besteht hier die Tendenz zum Missbrauch dieses als Überbrückung von Personalengpässen angedachten Angebots. Daher ist der Weg aus der Zeitarbeit in eine feste Anstellung oft schwer. Auch ein soziales Netz, kollegiale Bindungen sind für Zeitarbeiter oft nicht in der Weise möglich, wie es in einer festen Belegschaft der Fall ist. Eine leistungsbezogene Anhebung des Lohns oder gar ein natürliches Wachstum mit Dauer der Betriebszugehörigkeit ist in diesem Bereich oft nicht möglich. Ebenso die Nutzung betriebsinterner Angebote, auf die die festen Mitarbeiter einen Anspruch haben.

Zeitarbeit als Alternative zur Arbeitslosigkeit:

Wenn ein Arbeitnehmer seine Anstellung verliert, kann die Zeitarbeit eine Alternative sein, schnell wieder in Lohn und Brot zu kommen. Der Bedarf an Zeitarbeitern sowie die Branchenvielfalt, in denen dieser Dienst angeboten wird, sind ein wachsender Markt. Auch kann dieser Weg eingeschlagen werden, um etwa saisonal bedingte Ausstellungen, also Unterbrechungen des Arbeitsvertrages, die jedoch nicht Kündigungscharakter haben, zu überbrücken. Hier gilt es, einen Blick in den Arbeitsvertrag zu werfen, denn möglicherweise darf eine solche Überbrückung nur branchenfremd erfolgen. Das heißt etwa für einen Angestellten in der Gastronomie, der während der Winterzeit ausgestellt ist, dass er grundsätzlich Zeitarbeit gegen Lohn leisten darf, aber eben nicht in gastronomischen Betrieben.

Auch für Langzeitarbeitslose kann die Zeitarbeit eine Alternative sein. Es wird dann nicht nur Lohn bezogen, sondern auch die Rentenansprüche weiter aufgefüllt. Ebenso kann dieses Format für junge Arbeitnehmer, die sich beruflich noch nicht festgelegt haben, oder Erfahrungen in verschiedenen Betrieben nach der Ausbildung machen möchten, der richtige Einstieg ins Berufsleben sein. Flexibilität ist in dieser Arbeitsform gefragt denn Zeitarbeit reagiert auf Bedürfnisse am Markt. So kann ein Zeitarbeiter aus Hannover durchaus für eine Weile in Hamburg arbeiten müssen, weil dort eben Bedarf herrscht. Es lohnt sich abzuklären, ob Arbeitsstellen weiter weg vom Wohnort einen höheren Lohn zur Folge haben. Auch die Frage der Reisekostendeckung sollte besprochen sein.

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