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Papierindustrie – Brancheninformationen

Als Wirtschaftszweig gehört die Papierindustrie zur Grundstoffindustrie. Sie beschäftigt sich mit der Herstellung von Pappe, Karton und Papier. Die vier Grundpapiersorten sind grafische Papiere, Papier für Verpackungszwecke, technische Papiere und Hygienepapiere. Die internationale Papierindustrie produziert im Jahr knapp 400 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton. 2011 stand an der Spitze der Papierproduzenten China gefolgt von den USA, Japan und Deutschland. 108 Millionen Tonnen der jährlichen Papierproduktion entfallen auf die europäische Papierindustrie. Europa führt im Hinblick auf die Herstellung von Schreib- und Druckpapier. Im Laufe des letzten Jahrzehnts konsolidierte sich die Papierindustrie in Europa und die Zahl der Unternehmen sank. Die Kapazität stieg jedoch gleichzeitig. 2011 erwirtschaftete die europäische Papierindustrie einen Umsatz von 81 Milliarden Euro. Sie beschäftigte dabei 221.000 Menschen.

Die Papierindustrie in Deutschland

Die Interessen der deutschen Papierindustrie vertritt der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP). Ein Produktionsvolumen von 22,6 Millionen Tonnen Pappe, Papier und Karton machen die deutsche Papierindustrie zur Nummer eins in Europa und international zur Nummer vier. Die Papierherstellung gliedert sich in die Bereiche:

➤ Verpackungspapiere mit 45 Prozent,

➤ grafische Papiere mit 42,5 Prozent,

➤ Hygiene- sowie Spezialpapiere mit 12,5 Prozent.

40.000 Mitarbeiter trugen 2012 dazu bei, dass die Papierindustrie einen Umsatz von 14,7 Milliarden Euro erwirtschaftete. Deutschland stellt einen der größten Absatzmärkte weltweit dar. Exportorientierte deutsche Unternehmen benötigen zum Verschiffen ihrer Waren 20 Millionen Tonnen Packstoffe aus Pappe, Karton und Papier. Damit steht Deutschland im Verbrauch an erster Stelle in Europa. Nur die Hälfte des Verbrauchs deckt die inländische Papierindustrie. 2012 bleibt Deutschland der größte Importeur von Papierwaren. Mit 23 und 19 Prozent lagen Schweden und Finnland beim Import nach Deutschland vorne.

Die industrielle Herstellung von Papier

Die Herstellung vollzieht sich in Handarbeit oder maschinell gesteuert. Die Produktion von Papier basiert aus wenige Milli- oder Zentimeter langen Cellulosefasern. In einem ersten Schritt erfolgt das Freilegen der Cellulose von Harzen, Hemicellulosen und weiteren Pflanzenbestandteilen. Darauf folgen das Versetzen mit Wasser und das Zerfasern des Zellstoffs. Papierhersteller bezeichnen diesen Brei als "Stoff" oder "Zeug". Auf einem feinen Sieb tropft ein Großteil des Wassers aus der aufgetragenen dünnen Schicht. Dabei bewegt sich das Sieb, damit sich die Fasern dicht übereinanderlegen und ein Blatt bilden. Nach dem Trocknen verschließt Stärke, modifizierte Cellulose oder Polyvinylalkohol die Oberfläche. Papierhersteller nennen diesen Vorgang Leimung. Heutzutage finden Harzseifen oder Alkylketendimeren Anwendung bei der Leimung in der Papiermaschine.

Für die Papierherstellung braucht es vier Arten von Rohstoffen:

➤ Faserstoffe etwa Zellstoffe, Altpapier oder Holzschliff

➤ tierische Leime, Harze, Paraffine oder Wasche für die Leimung

➤ Füllstoffe wie Gips, Talkum, Kreide oder Titanweiß

➤ Hilfsstoffe etwa Flockungsmittel, Netzmittel, Entschäumer und Wasser

Berufe in der Papierindustrie

Zwei Berufe kommen in der Papierindustrie besonders zum Einsatz: Papieringenieur und Papiertechnologe. Der Papieringenieur durchläuft eine vielseitige Ausbildung. Papieringenieure arbeiten in der Produktion von Pappe, Karton und Papier sowie in der chemischen Herstellung von Zell- und Holzstoff. Auch an der Aufbereitung von Altpapier beteiligen sie sich. Der Beruf des Papieringenieurs kommt in den Bereichen Entwicklung, Forschung und Produktion sowie im Management der Papierindustrie zum Einsatz. Zu Ausbildungszwecken studiert ein Papieringenieur an einer technischen Hochschule.

Papiertechnologen erfüllen ein breites Gebiet an Aufgaben in der Papierindustrie. Sie arbeiten an der Aufbereitung von Roh- und Hilfsstoffen. Das involviert das Bedienen von Pumpen und Transportanlagen sowie das Einstellen und Überwachen von Sortieranlagen. Papiertechnologen helfen bei der Herstellung von Papier oder Zellstoff. Sie stellen die Maschinen und Anlagen ein, die Blätter oder Zellstoff herstellen. Die Technologen beschicken, bedienen und überwachen sie. Sie stellen Entwässerungsmaschinen ein und kontrollieren ihre Funktionsweise. Papiertechnologen steuern die Arbeitsabläufe von Schaltzentralen und -warten. Sie lesen die Messanzeigen ab und werten die Ergebnisse aus. Sie warten und pflegen die Maschinen und Arbeitsgeräte. Im Fall einer Störung beheben sie diese. Sie kontrollieren die Produkte während und nach der Fertigung auf ihre Qualität hin.

Gehalt und Perspektive in der Papierindustrie

In der Papierindustrie gibt es unterschiedliche Gehaltsstufen und Perspektiven. Der Verdienst hängt vor allem von den Faktoren Ausbildungsabschluss und Alter des Kandidaten sowie Größe des Unternehmens ab. In einem Unternehmen mittlerer Größe verdient ein Papieringenieur, der in der Produktion arbeitet, knapp 4.000 Euro im Monat. Im Jahr kommt er auf ein Gehalt von knapp 47.000 Euro. Einen Ingenieur, der sich für den Vertrieb von Papiermaschinen verantwortlich zeichnet, verdient im Jahr 65.000 Euro. Monatlich bekommt er in einem kleineren Betrieb etwa 5.500 Euro. Der Leiter für den Verkauf und Business Development im Bereich Anlagenentwicklung für die Papierindustrie verdient im Monat 10.000 Euro. Jährlich kommt er auf ein Gehalt von 120.000 Euro.

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