Was verdient eigentlich ein …?

Forschungseinrichtungen / Forschungsinstitute – Brancheninformationen

Deutschland zählt zu den wichtigsten Forschungsstandorten der Welt. Mehr als 750 staatliche Forschungseinrichtungen befinden sich in Deutschland. Forschungseinrichtungen und Forschungsinstitute forschen entweder im Auftrag des Staates und der Ministerien, oder im Auftrag der Industrie und des privaten Sektors. Forschung dient in erster Linie der Erkenntnisgewinnung. Für Unternehmen ist Forschung ausschlaggebend für die Entwicklung von Innovationen um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Forschung im Auftrag des Staates ist nicht ausschließlich an wirtschaftlichen Innovationen interessiert. Vielmehr geht es um Grundlagenforschung beziehungsweise Erkenntnisgewinnung für politische Entscheidungen.

Forschungseinrichtungen und Forschungsinstitute befinden sich an Universitäten, Fachhochschulen, außeruniversitären Einrichtungen, Unternehmen sowie an den Bundes- und Länderinstituten. Der Bund alleine finanziert 38 Bundesforschungseinrichtungen, zuzüglich zu den knapp 100 Instituten der Länderforschungseinrichtungen. Die größten und bekanntesten Gesellschaften für öffentlich finanzierte Forschung sind die Fraunhofer Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, die Leibniz-Gemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft.

Jede große Branche, von der Automobilindustrie über Halbleiter bis hin zu den Pharmakonzernen besitzt eigene Forschungseinrichtungen in denen diese Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung betreiben. Im Vergleich zwischen den staatlichen Forschungseinrichtungen und den industriellen sind die Unterschiede bei den Gehältern hoch.

Gehalt bei Forschungseinrichtungen und Forschungsinstituten:

Das Gehalt bei staatlich-öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen und Forschungsinstituten ist an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gekoppelt. Private Forschungsinstitute lehnen das Gehalt an den TVöD an.

Die Entgeltgruppe eins bis vier ist für ungelernte oder angelernte Angestellte. Bei einer Neuanstellung liegt die Vergütung in der zweiten Gruppe bei 1.729,86 Euro pro Monat. Mit Erfahrung erfolgt die Bezahlung entsprechend der Gruppe drei mit monatlich 1.875,29 Euro oder der vierten Gruppe mit 1.906,43 Euro. Eine Einstufung in die Entgeltgruppe fünf bis acht besteht bei einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Das Gehalt bei Neuanstellung in der Gruppe fünf liegt bei 2.005,67 Euro, in der Gruppe sechs bei 2.093,38 Euro. Die nach Gruppe sieben vergüteten Angestellten erhalten 2.134,95 Euro monatlich und die der Gruppe acht 2280,34 Euro.

Mit einem Fachhochschulstudium beziehungsweise Bachelor erfolgt die Einstufung in die Entgeltgruppe neun bis zwölf. In der Gruppe neun beträgt das monatliche Gehalt 2.436,14 Euro, in der Gruppe zehn 2.758,09 Euro. In die Gruppe elf Eingestufte erhalten 2.861,96 Euro monatlich und die der Gruppe zwölf 2.965,83 Euro bei Neuanstellung. Anspruch auf die Entgeltgruppe dreizehn bis fünfzehn erfolgt bei einem wissenschaftlichen Hochschulstudium beziehungsweise einem Master. In der Gruppe dreizehn liegt das Gehalt bei Neuanstellung bei 3.308,57 Euro, in der Gruppe vierzehn bei 3.588,99 Euro. Angestellte der Gruppe fünfzehn erhalten ein monatliches Bruttogehalt von 3.962,89 Euro. In die Gruppe dreizehn erfolgt die Einstufung in der Regel direkt nach dem Abschluss. Mit Arbeits- beziehungsweise Forschungserfahrung ist eine Einstufung in die Gruppe vierzehn realistisch. Bei mehreren Jahren Erfahrung im Beruf, wie Projektleiterstellen, erfolgt die Einstufung in die Gruppe fünfzehn.

Egal, wie viel Arbeitserfahrung vorliegt, bei einem neuen Arbeitsverhältnis erfolgt grundsätzlich die Einstufung in die erste Gehaltsstufe. Der Aufstieg in die nächste Gehaltsstufe richtet sich nach der Anzahl der Jahre im Arbeitsverhältnis. Eine Gehaltserhöhung erfolgt nach einem Jahr und erneut nach drei Jahren. Weitere Gehaltserhöhungen folgen nach sechs und nach zehn Jahren. Nach 15 Jahren Arbeitsverhältnis erfolgt automatisch die Einstufung in die sechste Stufe, die höchste.

In der Industrie ist das Gehalt für Forscher und Entwickler deutlich höher als an staatlichen Forschungseinrichtungen. Mit naturwissenschaftlichem Hintergrund liegt das Einstiegsgehalt mit einem Diplom bei circa 48.000 Euro. Mit einem Master bei rund 46.000 Euro und mit einem Bachelor bei 42.000 Euro. Die Einstiegsgehälter sind von Branche zu Branche unterschiedlich. Die Promotion lohnt sich und ein Einstiegsgehalt von 55.000 Euro ist realistisch.

In der medizinischen Forschung beträgt das Einstiegsgehalt 41.000 Euro. In der Biotechnologie beziehen Einsteiger ein Gehalt von durchschnittlich 45.000 Euro. Das Einstiegsgehalt in der Pharmabranche liegt bei rund 49.000 Euro. Mit zunehmender Berufserfahrung in der Pharmaindustrie reichen die Spitzengehälter von 57.000 bis 66.000 Euro. In der chemischen Industrie beträgt das Einstiegsgehalt rund 52.000 Euro. Mit ausreichender Erfahrung ist ein Gehalt bis zu 63.000 Euro verhandelbar. Im Durchschnitt zahlt die Autoindustrie, Wasser, Energie, Umwelt, Chemie und die Halbleiterbranche die höchsten Einstiegsgehälter. Dieses liegt mit circa drei Jahren Berufserfahrung zwischen 50.000 bis 53.000 Euro.

Biologen, Chemiker und Physiker sind generell begehrt in den Forschungseinrichtungen der Unternehmen. Physiker starten mit durchschnittlich 46.000 Euro, Chemiker mit 45.000 Euro und Biologen mit 44.000 Euro gemessen an der Fachrichtung. Informatiker steigen mit 43.000 Euro pro Jahr ein. Im Gegensatz zu den festen Gehältern nach den Tarifverträgen für den öffentlichen Dienst ist das Gehalt in der freien Wirtschaft eine Frage des Verhandlungsgeschicks. Biologen, Biowissenschaftler und Forscher in der Biomedizin verdienen im Durchschnitt 38.000 bis 50.000 Euro im Jahr. Die Ausbildung und die Arbeitserfahrung sind ausschlaggebend für die Bezahlung. Grundsätzlich ist zu sagen, dass mit einer besseren Ausbildung höhere Einstiegsgehälter realisierbar sind. Ebenso ist nicht die Anzahl der Beschäftigungsjahre ausschlaggebend für Gehaltserhöhungen, sondern die Leistung des Einzelnen.

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