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Hier lohnt sich ein Studium – die Top-Branchen für Akademiker

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Kategorie: Berufe & Gehälter
28.11.2018
Top-Branchen für Akademiker

Der Einstieg in den ersten Job nach der Uni ist für viele Absolventen/-innen nicht einfach. Selbst, wenn die Wahl nach einem passenden Arbeitsplatz getroffen ist, bleibt immer noch die Frage nach der richtigen Branche. Derselbe Beruf kann nämlich je nach Sektor sehr unterschiedlich vergütet werden. Je nach Branche kann der Unterschied im Einstiegsgehalt bei bis zu 20.000 Euro im Jahr liegen.

Um diese Unterschiede näher zu beleuchten, haben wir 12.992 Datensätze von akademischen Berufseinsteigern/-innen ausgewertet. Wir möchten Ihnen im Folgenden zeigen, in welchen Branchen Bachelor- und Masterabsolventen das höchste Gehalt verdienen können und in welchen sie eher eine geringe Vergütung erwartet.

Das Branchenranking für Bachelorabsolventen/-innen

Top-Branchen: Chemie und Verfahrenstechnik

Laut unserer Auswertung können sowohl Bachelor- als auch Masterabsolventen in der Branche „Chemie und Verfahrenstechnik“ das höchste Gehalt verdienen. So erhalten Akademiker/-innen mit einem Bachelorabschluss ein Top-Jahresgehalt von 50.700 Euro. Auch Berufsstarter/-innen in der Autoindustrie können sich über ein hohes Einkommen von rund 49.800 Euro freuen. Beschäftigte im Bankenwesen erhalten in ihren ersten drei Berufsjahren ein Einkommen von circa 48.400 Euro.

Zu den Top-Branchen zählen außerdem der Maschinenbau (47.400 Euro) und die Elektrotechnik (45.500 Euro). Unternehmen sind hier besonders kapitalstark. Zudem hat  vor allem Deutschland als Land der Ingenieure global einen  sehr guten Ruf – dies zeigt sich auch in den Gehältern.

Das Gehalt in der Chemie und Verfahrenstechnik ist zwar sehr lukrativ, jedoch wird auch ein hohes Maß an guten motorischen Fähigkeiten, technischem Interesse und Problemlösungskompetenzen erwartet. Auch sind gute analytische  und vor allem ein naturwissenschaftliches Verständnis gefragt. Beschäftigte in der Chemie und Verfahrenstechnik sollten auf jeden Fall Spaß am Experimentieren haben. Akademiker/-innen, die dies mitbringen, können sich über eine entsprechend hohe Vergütung freuen.

Top-Branchen für Akademiker/-innen mit Bachelorabschluss

Branche Q1 Median Mittelwert Q3
Chemie, Verfahrenstechnik      41.501 €      50.694 €      50.814 €      58.208 €
Autoindustrie      44.396 €      49.792 €      52.570 €      58.641 €
Banken      42.278 €      48.433 €      49.958 €      56.778 €
Maschinenbau, Pumpen, Schiffbau      42.997 €      47.395 €      49.374 €      53.974 €
E-Technik      41.100 €      45.500 €      48.299 €      53.566 €

Flop-Branchen: Schlechte Aussichten in der Touristik und Freizeitindustrie

Weniger Gehalt gibt es dagegen in der Touristik- und Freizeitindustrie. Mit einem Bachelorabschluss erhalten Beschäftigte zum Karrierestart rund 30.400 Euro. Auch in Hotels und Gaststätten verdienen Akademiker/-innen mit circa 30.700 Euro jährlich nur etwas mehr. Im Ranking folgt das Gesundheitswesen und die Branche Werbung und PR mit jeweils rund 33.300 Euro. In diesen Wirtschaftszweigen steigt das Gehalt selbst nach den ersten drei Jahren im Beruf nicht nennenswert an.

In der Werbe- und PR-Branche zahlen Unternehmen und Agenturen anfangs verhältnismäßig geringe Gehälter. Das liegt vor allem an der Vielzahl der Bewerberinnen und Bewerber. Laut unseren Auswertungen finden signifikante Gehaltssteigerungen erst ab dem Senior-Level oder bei Jobwechsel statt. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

Flop-Branchen für Akademiker/-innen mit Bachelorabschluss

Branche Q1 Median Mittelwert Q3
Soziale Einrichtungen      31.036 €      34.128 €      34.980 €      38.408 €
Gesundheitswesen      27.708 €      33.301 €      34.384 €      39.716 €
Werbung und PR      29.000 €      33.305 €      34.531 €      38.324 €
Hotel und Gaststätten      24.648 €      30.671 €      31.302 €      35.437 €
Touristik, Freizeit      27.109 €      30.441 €      31.462 €      36.006 €

Das Branchenranking für Masterabsolvent/-innen

Top-Branchen: Chemie und Banken

Im Vergleich zu den Gehältern für Bachelorabsolventen sind die Einkommen für Akademiker/-innen mit Mastertitel in vielen Branchen deutlich höher. Größtenteils liegt der Lohn in den Top-Branchen bei über 50.000 Euro. Am attraktivsten ist auch hier die Chemie und Verfahrenstechnik –  Masterabsolventen können auf ein Jahresgehalt von rund 55.400 Euro kommen. Ähnlich verhält es sich im Bankenwesen: Beschäftigte werden hier mit rund 52.300 Euro jährlich vergütet.

Top-Branchen für Akademiker/-innen mit Masterabschluss

Branche Q1 Median Mittelwert Q3
Chemie, Verfahrenstechnik      47.951 €      55.416 €      56.490 €      62.830 €
Banken      46.160 €      53.719 €      56.418 €      64.314 €
Autoindustrie      48.912 €      53.466 €      56.067 €      60.558 €
Maschinenbau, Pumpen, Schiffbau      46.411 €      52.338 €      53.753 €      58.314 €
Pharma      43.211 €      49.384 €      50.767 €      59.227 €

Flop-Branchen: Freizeitindustrie und soziale Einrichtungen

Auch mit Masterabschluss werden in manchen Branchen nur vergleichsweise geringe Einstiegsehälter gezahlt. Dies liegt an den schwächeren Vergütungsstrukturen, die in diesen Branchen vorherrschen. So erhalten Masterabsolventen/-innen in der Touristik- und Freizeitindustrie ein Jahresgehalt von 34.900 Euro. In sozialen Einrichtungen sieht es nicht viel besser aus, hier verdienen Masteranden/-innen in ihrem zukünftigen Job ebenfalls nur 35.300 Euro jährlich. Zudem beziehen Beschäftigte mit Mastertitel in der Branche für Werbung und PR kaum mehr als Akademiker/-innen mit Bachelortitel – ihr Gehalt beläuft sich auf 36.000 Euro im Jahr.

Studentinnen und Studenten, die in der Touristik- und Freizeitindustrie beschäftigt sind, müssen sich auf vergleichsweise niedrige Gehälter einstellen. Wen diese Branche trotzdem reizt, sollte sich davon jedoch nicht abschrecken lassen und seinen Interessen folgen. Mit den richtigen Weiterbildungen und vor allem der Berufserfahrung steigt das Einkommen schon bald an.  

Beschäftigte in sozialen Einrichtungen müssen leider ebenfalls mit niedriger Vergütung rechnen. Dem gegenüber steht aber das Bewusstsein einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten und bedürftigen Menschen helfen zu können. Auch hier ist wichtig, wo die Prioritäten bei der Berufswahl gesetzt werden.

Flop-Branchen für Akademiker/-innen mit Masterabschluss

Branche Q1 Median Mittelwert Q3
Medien, Presse      32.876 €      38.473 €      40.514 €      44.764 €
Verbände      31.264 €      38.294 €      39.301 €      45.845 €
Werbung und PR      30.861 €      36.000 €      37.033 €      40.309 €
Soziale Einrichtungen      31.277 €      35.325 €      36.645 €      40.379 €
Touristik, Freizeit      30.084 €      34.903 €      36.572 €      41.887 €

Wann lohnt sich der Mastertitel?

Doch ist es der zusätzliche Aufwand in jeder Branche wert? Wenn wir die Gehälter zwischen Master- und Bachelorstudenten vergleichen, fällt auf, dass die Unterschiede zum Berufsbeginn in manchen Branchen gar nicht so groß sind. Vor allem in sozialen Einrichtungen beträgt die Differenz nur rund 1.200 Euro jährlich. Auch in der Werbe- und PR-Branche macht sich der Mastertitel kaum bemerkbar – hier steigt das Gehalt um rund 2.700 Euro im Vergleich zum Einkommen einer Bachelorabsolventin oder -absolventen.

Andererseits gibt es Branchen, in denen ein Masterabschluss besonders lohnenswert ist. Im Bankenwesen verdienen Berufseinsteiger/-innen mit einem Mastertitel rund 5.300 Euro mehr als ihre Kolleginnen und Kollegen mit Bachelorabschluss. Außerdem können Arbeitnehmer/-innen in der Branche für Maschinenbau, Pumpen und Schiffbau ihr Gehalt durch einen Masterabschluss aufbessern. Hier beträgt die Steigung rund 4.900 Euro. Der Mastertitel birgt aber noch einen weiteren Vorteil:

Der Mastertitel erhöht die zukünftigen Aufstiegschancen und erleichtert den Weg in die Führungsebene. Wer also sein Gehalt aufstocken möchte, hat mit einem Masterabschluss definitiv die besseren Karten. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de

Die Frage, die sich viele Studentinnen und Studenten dann stellen: Lohnt sich der Masterabschluss überhaupt? Die Antwort ist ganz klar: Ja. Ein Mastertitel ist nicht nur bei einem Aufstieg in Führungspositionen hilfreich, sondern wirkt sich auf lange Sicht positiv auf das Gehalt aus.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer Gehaltsbiografie 2018 und in unserer Auswertung zum kumulierten Lebenseinkommen.

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