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Lebenseinkommen – der virtuelle Geldhaufen

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Kategorie: Berufe & Gehälter
10.10.2017
©GEHALT.de

Am Ende der Berufslaufbahn hat sich ein großer Haufen Geld angesammelt – rein theoretisch versteht sich, denn in den meisten Fällen bleibt von dem verdienten Gehalt aufgrund von Lebensunterhaltungskosten nicht viel übrig. Aber wie hoch wäre dann die Geldsumme eines Beschäftigten, die während der Karrierelaufbahn ohne Abzüge verdient wurde? GEHALT.de hat dafür 9.655 Gehaltsdaten von Akademikern und Beschäftigten in Ausbildungsberufen ausgewertet und diese miteinander verglichen.

Was bedeutet „Lebenseinkommen“?

Das angehäufte Lebenseinkommen eines oder einer Beschäftigten beschreibt die Summe, die er oder sie am Ende der beruflichen Laufbahn insgesamt verdient hat. Dafür wird das jährliche Gehalt ab Berufsantritt bis zum Renteneintrittsalter zusammengerechnet. In unserer Auswertung wird davon ausgegangen, dass die Beschäftigten in der gleichen Branche arbeiten und 42, beziehungsweise 44 Jahre in ihrem Beruf tätig waren.

 

Durchschnittliches Lebenseinkommen für Bachelor- und Masterabsolventen

Bachelorabsolventen sind bei Berufsantritt circa 23 Jahre alt und bekommen ein Gehalt von 38.000 Euro jährlich. Masterabsolventen starten aufgrund ihres Studiums etwas später und verdienen mit 25 Jahren ein Gehalt von rund 41.000 Euro. Dafür beträgt der Gehaltsanstieg jährlich beinahe 2.000 Euro, sodass Masteranden nach zehn Jahren bereits 58.000 Euro verdienen können. Durch den frühen Arbeitsstart der Bachelorabsolventen haben diese jedoch immer noch einen Vorsprung, was das Lebenseinkommen betrifft.

Bei Rentenantritt mit 65 haben Bachelorabsolventen in ihrer Karrierelaufbahn insgesamt 2,3 Millionen Euro verdient. Beschäftigte mit Masterabschluss stehen mit 2,6 Millionen Euro da – somit liegt der endgültige Gehaltsunterschied zwischen Bachelor- und Masterabsolventen bei rund 276.000 Euro. Daher sind die zwei zusätzlich investierten Jahre Studium für den Masterabschluss langfristig gesehen durchaus lohnenswert.

Abschluss

Bachelor

Master

Gehalt Berufsantritt

37.631 €

41.787 €

Lebenseinkommen

2.317.174 €

2.593.436 €

Geringer Unterschied in der Vertriebsbranche

Beschäftigte, die nach ihrem Bachelorabschluss in der Vertriebsbranche tätig sind, verdienen bei einem frühen Start in die Arbeitswelt jährlich 33.000 Euro. Der Mastertitel macht sich im Vertrieb bei Berufsbeginn mit 25 Jahren kaum bemerkbar, denn mit rund 40.000 Euro verdienen Masterabsolventen lediglich 1.000 Euro mehr als gleichaltrige Bachelorabsolventen.

Am Ende der Berufslaufbahn haben Bachelorabsolventen mit 2,5 Millionen Euro nahezu den gleichen Betrag verdient wie Masteranden, die dann über insgesamt 2,65 Millionen Euro verfügen. Der Titel scheint in der Branche nicht lohnenswert, jedoch muss beachtet werden, dass in der Auswertung keine Geschäfts- und Abteilungsleiter vertreten sind. Besonders in der Vertriebsbranche ist der Sprung für Masterabsolventen in eine Position mit Führungsverantwortung sehr wahrscheinlich. Dann steigt auch das Gehalt deutlich an.

 

Mitarbeiter im Vertrieb mit Bachelor

Mitarbeiter im Vertrieb Master

Gehalt Berufsantritt

33.136 €

40.756 €

Lebenseinkommen

2.550.142 €

2.670.893 €

Vergleich zu Berufskraftfahrern und Speditionsleitern

Zum Vergleich: Berufskraftfahrer ohne Lehre verdienen bei Arbeitsantritt mit 20 Jahren ein Gehalt von 20.000 Euro jährlich – fast 20.000 Euro weniger als Bachelorabsolventen. Das Lebenseinkommen für Kraftfahrer ist dementsprechend niedrig und beträgt mit 1,2 Millionen Euro nicht einmal halb so viel wie das eines Studienabgängers mit Bachelorabschluss. Dagegen haben Speditionsleiter mit Ausbildung am Berufsende insgesamt 2,7 Millionen Euro verdient.

Beruf

Berufskraftfahrer ohne Lehre

Speditionsleiter mit Ausbildung

 

Lebenseinkommen

1.236.000 €

2.763.000 €

 

IT-Branche lockt mit hohen Einstiegsgehältern

In Branchen mit einem großen Bedarf an Fachkräften häuft sich das Gehalt schneller an, da die Firmen ihre Mitarbeiter langfristig halten wollen. So herrscht beispielsweise in der IT-Branche ein ständiger Mangel an Fachkräften, wodurch der Arbeitgeber dazu gezwungen ist, selbst Berufseinsteigern mit Bachelorabschluss schon ein hohes Gehalt von etwa 41.000 Euro jährlich zu zahlen. Absolventen mit Master erhalten bei Berufsbeginn ein Gehalt von 46.000 Euro und können mit ein paar Jahren Berufserfahrung die 50.000 Euro Grenze überschreiten. Nach Abschluss der Karrierelaufbahn in der IT haben Akademiker mit Bachelortitel insgesamt 2,7 Millionen Euro verdient, während ihre Kollegen mit Master auf einen Betrag von 2,9 Millionen Euro kommen.

Abschluss

IT-Fachkraft mit Bachelor

IT-Fachkraft mit Master

Gehalt Berufsantritt

41.257 €

46.027 €

Lebenseinkommen

2.706.578 €

2.837.910 €

Logistikarbeiter können sich mit Akademikern messen

Sachbearbeiter in der Logistik, die eine Ausbildung absolviert haben, verdienen 2,2 Millionen Euro und damit fast so viel, wie Bachelorstudenten, deren gesammeltes Einkommen bei 2,3 Millionen Euro liegt. Wenn allerdings der Aufstieg zum Leiter in der Logistik gelingt, kann sich der Betrag beinahe verdoppeln und liegt somit bei 3,9 Millionen Euro. Dieser Beruf bringt jedoch Personalverantwortung mit sich und verdeutlicht, wie groß der Gehaltsunterschied zwischen der Fach- und Führungsebene sein kann.

Beruf

Sachbearbeiter Logistik (Ausbildung)

Leiter Logistik

Lebenseinkommen

2.159.000 €

3.927.000 €

Masterstudenten im Bankenwesen bekommen über 3 Millionen Euro im gesamten Leben

Die Bankenbranche ist für akademische Einsteiger besonders lukrativ – in unserem Branchenranking für akademische Berufseinsteiger belegt sie den vierten Platz. Sie gehört neben der Maschinenbaubranche und der Autoindustrie zu den kapitalstarken Wirtschaftszweigen, erwirtschaftet also viel Umsatz und kann ihren Fach- und Führungskräften entsprechend hohe Gehälter zahlen. Bachelorabsolventen verdienen im Bankenwesen insgesamt 2,6 Millionen Euro. Beschäftigte mit Masterabschluss kommen auf ein Lebenseinkommen von 3,1 Millionen Euro und erreichen damit den Höchstwert in unserem Vergleich – und das ohne Personalverantwortung.

 

Bachelor

Master

Gehalt Berufsantritt

39.195 €

48.425 €

Lebenseinkommen

2.606.352 €

3.139.073 €

Auch in Lehrberufen lohnt die Ausbildung

Beschäftigte, die nicht studiert haben, können dennoch hohe Gehälter und damit ein großes Lebenseinkommen erzielen. Wichtig ist dabei eine abgeschlossene Ausbildung oder Lehre, um damit nicht nur den Verantwortungsbereich im Beruf vergrößern zu können, sondern auch das Gehalt. Wenn z.B. Köche keine Lehre anstreben, beträgt ihr gesammeltes Lebenseinkommen lediglich 1,2 Millionen Euro. Mit Ausbildung hingegen erhöht sich der Wert auf 1,3 Millionen Euro. Sollte er oder sie als Chefkoch tätig sein, steigt das Lebenseinkommen erneut auf 1,6 Millionen Euro an. Ähnlich verhält es sich im Maurer-Beruf: Die Differenz des Lebenseinkommens eines ungelernten Maurers und dem eines Maurermeisters liegt bei knapp 300.000 Euro.

Beruf

Koch (ohne Lehre)

Koch (Ausbildung)

Chefkoch

Lebenseinkommen

1.200.000 €

1.310.000 €

1.670.000 €

 

Beruf

Maurer (Ohne Lehre)

Maurer (mit Ausbildung)

Maurermeister

Lebenseinkommen

1.594.000 €

1.726.000 €

1.900.000 €

Rentiert sich der Master beim Renteneintritt?

Der Mastertitel gibt dem Gehalt in jedem Fall einen großen Schub, durchschnittlich beträgt der Unterschied im Lebenseinkommen zwischen Master- und Bachelorabsolventen 276.000 Euro. In der Bankenbranche steigt die Differenz sogar auf 530.000 Euro. Denn so viel machen die zwei zusätzlichen Jahre, die für den Master gebraucht werden letzten Endes aus. Der Unterschied ist nicht in jeder Branche so gravierend, denn im Vertrieb kriegen Masteranden am Ende der Berufslaufbahn lediglich 120.000 Euro mehr.

Die Frage, ob sich ein Mastertitel lohnt, kann in jedem Fall mit „Ja“ beantwortet werden – besonders, wenn eine Führungsposition angestrebt wird. In diesen Fällen vergrößert sich der Gehaltsunterschied in allen Branchen. Doch auch ohne Führungsambitionen wirkt sich der Master auf lange Sicht positiv auf das Einkommen aus. Wer die Möglichkeit hat, sollte nicht zögern, da Weiterbildung in jeglicher Hinsicht lohnenswert ist. Besonders dann, wenn Beschäftigte einen Berufswechsel anstreben oder sich beim Bewerben gegen die Konkurrenz durchsetzen müssen.

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