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Gehälter in 2015 ohne abgeschlossene Ausbildung

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Kategorie: Ausbildung & Berufseinstieg
11.08.2015

Keine Ausbildung – kein Job?

Grundsätzlich erweist es sich in der heutigen Zeit als schwierig, ohne einen Berufsabschluss einen ordentlichen Arbeitsplatz zu finden. Aber es ist keine Sache der Unmöglichkeit. Wer – aus welchen Gründen auch immer – keine abgeschlossene Lehre nachweisen kann, hat trotzdem Chancen, in verschiedenen, interessanten Bereichen Arbeit zu bekommen.

Gehälter 2015 ohne Ausbildung

Mit Engagement einen guten Arbeitsplatz aufspüren

Nicht für alle Arbeitgeber sind Zeugnisse und Qualifikationsnachweise der ausschließliche Grund für die Personalauswahl. Häufig werden Menschen eingestellt, die motiviert sind und Leistungsbereitschaft signalisieren. Fleiß, Lernbereitschaft und eine angenehme Persönlichkeit sind starke Faktoren, um sich für eine freie Stelle zu empfehlen. Arbeitsmöglichkeiten gibt es für Menschen ohne Ausbildung in beinahe allen Branchen, unter anderem

  • am Bau,
  • im Versand,
  • in der Landwirtschaft,
  • im Maschinenbau,
  • in der Lagerwirtschaft und Lagerlogistik,
  • in der Gastronomie,
  • in Alltagsbegleitung und Pflege,
  • im Veranstaltungsbereich,
  • bei handwerklichen Betrieben.

 

Wieviel können ungelernte Kräfte in welchen Jobs verdienen?

 

Im weiteren Verlauf des Artikels stellen wir einige Tätigkeiten vor, für die eine abgeschlossene Ausbildung nicht zwingend erforderlich ist. Informationen zu den jeweiligen Verdienstmöglichkeiten haben wir eingeschlossen. Ebenfalls sind Hinweise enthalten, ob und welche Art der Ausbildung gegebenenfalls nachträglich für das einzelne Berufsbild zur Verfügung steht.

Gehälter in 2015 ohne abgeschlossene Ausbildung

1. Call-Center-Agent /-in

Für die telefonische Beratung von Kunden ist eine freundliche Telefonstimme von Vorteil. Alle weiteren Details erlernen Interessenten direkt beim Arbeitgeber. Viele Call-Center haben 24-Stunden lang Dienst und sind auch an den Feiertagen erreichbar. Das durchschnittliche Entgelt beträgt pro Monat 2.301 Euro brutto. Für Nacht- und Feiertagsdienste erhalten Mitarbeiter entsprechende Zuschläge. Für Call-Center-Agenten gibt es keine direkte Ausbildung. Zertifikate über den Besuch einschlägiger Seminare weisen Fachkenntnisse nach.

2. Versandmitarbeiter /-in

Viele Logistikunternehmen und Versandhäuser beschäftigen Versandmitarbeiter ohne abgeschlossene Ausbildung. Wem der Beruf liegt und Freude macht, kann eine staatliche anerkannte Lehre zum/zur Fachkraft für Lagerlogistik absolvieren. Ohne Ausbildung verdienen Arbeiter im Versand etwa 2.182 Euro im Monat. Für anfallende Schichtarbeit und Einsätze an Feiertagen und nachts beziehen die Versandkräfte Zuschläge.

3. Berufskraftfahrer /-in

Ein Führerschein ist für eine Arbeit als Berufskraftfahrer unerlässlich. In Abhängigkeit vom Arbeitgeber sind zusätzliche besondere Qualifikationen erforderlich, beispielsweise für die Beförderung von Gefahrgut. Wer als Kraftfahrer beruflich tätig ist, durchläuft einen Lernprozess während der Arbeit. Eine Berufsausbildung für Berufskraftfahrer existiert nicht. Im Schnitt verdienen Kraftfahrer 2.099 Euro monatlich. Durch Sonn- und Feiertagszuschläge erhöht sich der Verdienst.

4. Mitarbeiter /-in Lagerwirtschaft

Aufgaben im Lagerbereich werden oftmals durch ungelernte Facharbeiter erledigt. Unter Umständen sind bestimmte Fähigkeiten vonnöten, um einen Job zu erhalten. Das kann beispielsweise der Besitz eines Gabelstaplerführerscheins sein. Wer im Lager mehr als 2.069 Euro im Monat verdienen möchte, schließt doch noch eine Ausbildung zum/zur Fachkraft für Lagerlogistik ab. Bei Schicht- und Wochenendarbeit steigt das Gehalt von Mitarbeitern in der Lagerwirtschaft um die Zuschüsse dafür analog an.

5. Kassierer /-in

Einen Arbeitsplatz an einer Kasse im Super- oder Getränkemarkt, in jeglichen Einzelhandelsbetrieben, ergattern Bewerber mit oder ohne Ausbildung. Wer sich qualifizieren möchte, kann eine Berufsausbildung als Kaufmann /-frau im Einzelhandel abschließen. Ohne eine Ausbildung erhalten Kassierer einen Monatslohn in Höhe von 1.713 Euro. Viele Kassierer sind in Teilzeit beschäftigt und wechseln zwischen Einsätzen in Früh- und Spätschichten. Extra-Zuschläge bekommen sie dafür nicht ausgezahlt.

6. Automatenbefüller /-in

Automatenbefüller sind viel unterwegs. Sie benötigen einen Führerschein, im Bedarfsfall sogar einen LKW-Führerschein. Mit der Ware des Arbeitgebers beliefern sie verschiedene Standorte – innen und außen gelegen, und füllen Automaten auf. Hierbei dreht es sich in der Regel um verpackte Lebensmittel oder Getränke. Wer als Automatenbefüller aktiv ist, bezieht ein monatliches Entgelt von gut 1.630 Euro. Dieses Berufsbild kann nicht per Ausbildung erlernt werden. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit sind in dieser Branche wichtig.

7. Kurierfahrer /-in

Auf einen Führerschein und häufig sogar den eigenen PKW können Kurierfahrer für ihre täglichen Einsätze nicht verzichten. Kurierfahrer ist kein Lehrberuf. Mit guten Ortskenntnissen und Verlässlichkeit finden Quereinsteiger problemlos eine Beschäftigung. Manche Kurierdienste beschäftigen innerorts Fahrradkuriere. Je nach Präferenz und Aufgabengebiet verbuchen Kurierfahrer ein Monatsgehalt in Höhe von 1.621 Euro.

8. Kellner /-in

Die Gastronomie offeriert nach wie vor zahlreiche Jobangebote für ungelernte Arbeitskräfte. Oftmals finanzieren Studenten ihre Wohnung oder ein Auto durch eine Tätigkeit als Kellner /-in. Sie bekommen bei einer Vollzeitbeschäftigung rund 1.566 Euro im Monat. Dazu erhalten sie von den Gästen Trinkgeld, das sie im Allgemeinen selbst behalten können. Wer in dieser Branche heimisch wird, hat die Chance, eine Ausbildung zum/zur Restaurantfachmann /-frau aufzunehmen.

9. Reinigungskraft

In privaten und gewerblichen Gebäuden übernehmen Reinigungsfirmen die regelmäßige Säuberung von Räumlichkeiten, Treppenhäusern und Fenstern. In diesem Beruf gibt es unzählige Mitarbeiter ohne Ausbildungsabschluss. Sie verdienen durchschnittlich 1.464 Euro monatlich. In einigen Bereichen erhalten Reinigungskräfte außerdem Trinkgeld, mit dem sie ihren Grundlohn verbessern. Für strebsame Mitarbeiter in dieser Branche steht eine klassische Berufsausbildung als Gebäudereiniger /-in zur Verfügung.

10. Taxifahrer

Um Geld mit Taxi fahren zu verdienen, bringen Bewerber einen Führerschein, einen Personenbeförderungsschein, gute Ortskenntnisse und zeitliche Flexibilität mit. Mehr bedarf es nicht, um seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer /-in zu bestreiten. Einige Taxigesellschaften sind beim Erwerb des Personenbeförderungsscheins finanziell und organisatorisch behilflich. Ein /-e Taxifahrer /-in kann mit einem monatlichen Einkommen von 1.430 Euro rechnen. Hinzu kommt Trinkgeld der Fahrgäste. Freundlichkeit zahlt sich in diesem Beruf aus.

11. Produktionsarbeiter /-in

Wer in einer Fabrik- oder Werkshalle an Produktionsmaschinen oder Fließbändern arbeitet, muss keine abgeschlossene Lehre beibringen. Arbeitgeber lernen ihre Mitarbeiter selbst an. Ein Schichtführer oder Vorarbeiter hat vielfach die Kontrolle über ein Team und leitet es korrekt an. Ungelernte Produktionsarbeiter nehmen im Monat 1.422 Euro mit nach Hause. Wenn sie in einem Unternehmen mitarbeiten, das auch an Wochenenden und Feiertagen produziert, addieren sich korrespondierende Zuschläge zu dem vorgenannten Monatslohn.

12. Müllfahrer /-in

Für die Bedienung von Müllfahrzeugen ist lediglich ein entsprechender Führerschein notwendig. Körperliche Belastbarkeit ist in diesem Berufszweig vorteilhaft. Einige Müllfahrzeuge funktionieren inzwischen vollautomatisch, so dass eine Person alleine die Tour der Müllabfuhr durchführen kann. Müllfahrer bekommen pro Monat 1.320 Euro brutto. Einen IHK-Abschluss existiert für diese Betätigung nicht.

13. Sicherheitsfachkraft

Obgleich es heutzutage eine Prüfung zum/zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit gibt, finden viele Bewerber ohne Vorbildung in diesem Bereich Arbeit. Einige Arbeitgeber verlangen die Sachkundeprüfung nach §34 a zur Übernahme von Schutz- und Sicherheitsfunktionen. Wer keinen Abschluss mitbringt, kann auf diesem Gebiet monatlich gute 1.229 Euro erwirtschaften. Da Sicherheitsdienste häufig auch an Wochenenden und Feiertagen benötigt werden, erweitert sich das Basiseinkommen um die jeweiligen Zuschläge.

14. Autowäscher /-in

In Autowaschanlagen oder an Tankstellen verantworten Arbeitskräfte ohne Abschluss die Reinigung von PKW und die Handhabung der dazu erforderlichen Maschinen und Geräte. Autowäscher erwerben ihre Kenntnisse durch die praktische Tätigkeit. Eine offizielle Ausbildung gibt es nicht. Für Autowäschen erhalten Mitarbeiter pro Monat circa. 1.048 Euro. Wer kommunikationsstark und serviceorientiert ist, kann in diesem Bereich obendrein Trinkgeld verdienen.

 

Geduld ist gefragt:

 

Inzwischen ist das Bildungssystem, vor allem im Bereich Arbeit und Beruf, so gestaltet, dass es mehrere Wege zu einem Ziel gibt. Verschiedene „Trittsteine“, wie Bildungsmaßnahmen, oder auch der Berufseinstieg mit „Zwischenlandung“ ermöglichen auch Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten die Möglichkeit, die gewünschte Karriere einzuschlagen. So können auch Berufswünsche, die etwa die Mittlere Reife erfordern (Beispiel: Polizei) sogar ohne qualifizierenden Schulabschluss verwirklicht werden. Für das genannte Beispiel, den Einstieg in eine Polizeikarriere, qualifiziert ebenso der Hauptschulabschluss plus abgeschlossene Ausbildung im Handwerk.

Klar ist, dass ein junger Mensch ohne qualifizierten Bildungsabschluss länger braucht, um den gewünschten Berufsweg einzuschlagen. Doch so wie noch vor 15 Jahren, dass ohne Quali allenfalls Hilfsarbeiter-Tätigkeiten realistisch waren, sind die Strukturen heute nicht mehr. Tatsächlich werden die Schulabgänger ohne qualifizierenden Abschluss immer mehr. Industrie und Handwerk reagierten darauf und lockerten die Bedingungen für Ausbildungen. Nicht zuletzt weil sich gezeigt hat, dass jemand, der am „Quali“ scheitert, noch lange nicht dumm oder faul oder unbegabt ist. Im Gegenteil, gerade im Handwerk zeigt sich immer wieder, dass es in der Tat eine Frage der Begabung ist, und so mancher, der durch den Quali gefallen ist sich im Bereich Handwerk als außerordentlich begabt erweist.

Wie der weitere Bildungsweg nach dem Beenden der Schule ohne Abschluss aussehen kann, ist teilweise auf Länderebene geregelt. Der Weg zur Beratungsstelle des Arbeitsamtes lohnt sich, denn hier erhalten Interessierte Auskunft, welche weiteren Möglichkeiten sie haben. Manche Bildungswege werden zudem mit finanziellen Mitteln unterstützt, so dass der Jugendliche seinen Weg unabhängig von Geldfragen beschreiten kann. Die Erfahrung zeigt, dass sehr viele junge Menschen, die etwa das BVB oder auch andere berufsvorbereitende Maßnahmen durchlaufen, mit großer Wahrscheinlichkeit Zugang zu einem Lehrverhältnis bekommen.

Weiterführende Infos zum Thema:

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