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Die Gehaltsbiografie 2016 – das Vergütungsniveau in den verschiedenen Lebensabschnitten

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Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
09.02.2016
©GEHALT.de

Ob und inwieweit mit dem Anstieg des Lebensalters eine Veränderung im Gehalt zu erwarten ist, zeigt unsere neue Studie „Gehaltsbiografie 2016“. Hierfür haben wir über 214.000 Gehältern der letzten zwölf Monate mittels Stichproben auf den Zusammenhang zwischen Lebensalter und Vergütung hin analysiert. Relevante Einflussfaktoren auf das Gehalt sind in der Auswertung ebenfalls berücksichtigt.

Kontinuierlicher Gehaltsanstieg bis zum 45. Lebensjahr

Beim Blick auf die durchschnittlichen Jahresgesamtgehälter wird schnell deutlich, dass diese bis zum 40. Lebensjahr kontinuierlich ansteigen. Das Gehalt pendelt sich bei Fachkräften in diesem Alter im Durchschnitt bei 45.000 Euro jährlich ein, in den darauffolgenden Jahren bleibt es dann relativ stabil. Bei Führungskräften steigen die Jahresgehälter über die Mittvierziger hinaus weiter an und erlangen mit 105.000 Euro einen überdurchschnittlichen Wert. Das durchschnittliche Gesamtgehalt der Analyse steigt mit 35 Jahren sehr deutlich an. Dieser Anstieg lässt sich damit erklären, dass viele in diesem Alter disziplinarische Personalverantwortung übernehmen und/oder in eine Führungsposition wechseln.

Die Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen wird im Alter immer größer

Der Ruf nach gleichberechtigter Bezahlung von Männern und Frauen ist schon lange da und wird immer lauter. Die reellen Zahlen zeigen allerdings, dass hier weiterhin Bedarf besteht. Frauen verdienen bereits zum Berufseinstieg im Alter von 20 Jahren weniger als ihre männlichen Arbeitskollegen. Die Entgeltlücke wird mit zunehmenden Lebensalter noch größer. Die Differenz zwischen Männern und Frauen beträgt in Führungspositionen 40.000 Euro im Jahr, bei Fachkräften liegt der Unterschied bei 15.000 Euro. Das Gehalt weiblicher Fachkräfte bleibt also durchgehend auf unterdurchschnittlichem Niveau oder sinkt sogar ab dem 35. Lebensjahr, während sich männliche Fachkräfte zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr über regelmäßige Gehaltszuwächse und eine überdurchschnittliche Gehaltshöhe freuen können.

Ein akademischer Abschluss als Garant für gutes Gehalt

Ein akademischer Abschluss garantiert in der Regel bessere Gehaltsperspektiven – die Ausnahme hierbei bilden allerdings geisteswissenschaftliche Studiengänge. Fachkräfte mit akademischen Abschlüssen weisen eine durchgehend stark überdurchschnittliche Gehaltskurve bis zum 45. Lebensjahr auf, Führungskräfte mit einem Diplom- oder Masterabschluss haben trotz des späten Berufseinstiegs die besten Gehaltsaussichten. Dennoch merkt der Universitätsabsolvent erst mit Anfang 30 den positiven Einfluss seines Abschlusses auf das Gehalt. Dieses steigt bei beispielsweise ingenieur- oder wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen sehr schnell auf durchschnittlich 45.000 Euro jährlich beim Fachpersonal und 110.000 Euro jährlich bei Führungskräften.

Ein Beispiel

Ein Absolvent, der nach erfolgreichem Bachelorabschluss und ohne nennenswerte Berufserfahrung als Fachkraft im Sales-Bereich einsteigt, verdient rund 38.852 Euro im Jahr. Sein Kommilitone, der nach dem Bachelorabschluss noch ein Masterstudium anschließt, startet zwar erst zwei Jahre später als Vertriebler, kann jetzt aber mit 43.035 Euro jährlich rund 5.000 Euro mehr verdienen. Angestellte im Sales-Segment können außerdem mit variablen Zahlungen rechnen. Soll heißen, wer viel verkauft und/oder Kunden gewinnt, wird mit Provisionen belohnt. Der Bachelorabsolvent könnte die Gehaltsdifferenz also mit Leistung und Bonuszahlungen ausgleichen, sein Einstiegsgehalt ist im direkten Vergleich aber geringer.

Gehalt Sales Manager

Unternehmensgröße und Branche als weitere Einflussfaktoren

Um eine aussagekräftige Gehaltsbiografie zu erstellen, nimmt auch die Unternehmensgröße eine entscheidende Rolle in der Auswertung ein. Ab einer Firmengröße von mehr als 501 Mitarbeitern fällt das Gehalt überdurchschnittlich aus, Fach- und Führungskräfte können hier mit einem sehr positiven Gehaltsanstieg rechnen. Die Biographie zeigt, dass Fachkräfte ihr Einkommen mehr als verdoppeln können, wenn sie in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern angestellt sind.
Ähnlich verhält es sich hinsichtlich der Branchen: Maximale Gehaltszuwächse zwischen dem Berufseinstieg und dem 60. Lebensjahr spiegeln sich für Führungskräfte in den Finanzbranchen wider. Fachkräfte können die besten Gehaltssteigerungen in den Branchen Chemie- und Verfahrenstechnik sowie dem Industriezweig „Luftfahrt“ erwarten. Unsere Vergütungsberater von Compensation Partner haben zu diesem Thema einen Branchenindex für das Jahr 2016 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie stark der Einfluss verschiedener Branchen auf das Einkommen ist.

Top Branchen

Vergleich zur Gehaltsbiografie 2015

Gehalt.de hat bereits im vorherigen Jahr eine Analyse zur Gehaltsbiografie durchgeführt und kann an dieser Stelle mit Vergleichszahlen arbeiten. Die Auswertung zeigt, dass sich bei den Führungskräften ein durchschnittlich stabiles Gehaltsniveau findet, während die Gehälter der Fachkräfte um fast vier Prozent gestiegen sind. Vor allem männliche Fachkräfte verdienen im Vergleich zum Vorjahr höhere Gehälter in den Alterssegmenten „bis 25 Jahre“ und „ab 50 Jahre“. Die Gehälter in der Altersgruppe ab 50 Jahre sind um drei Prozent gesunken, was sich mit dem gestiegenen Frauenanteil in dieser Kategorie erklären lässt. Insgesamt ist die Studie im Vergleich zum Vorjahr gealtert: Es gibt acht Prozent weniger 20-29 Jährige als 2015.

Die Studie "Gehaltsbiografie 2016" können Sie sich kostenlos herunterladen.
Unsere Pressemitteilung zum Thema finden Sie hier.

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