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Industrie 4.0 und die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt

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Kategorie: Branchen & Verdienstmöglichkeiten
26.01.2017
©GEHALT.de

Das Internet der Dinge und die Industrie 4.0 revolutionieren gleichermaßen Gesellschaft wie Wirtschaft. Sie verantworten einerseits das Schwinden von routinierten Berufen, schaffen gleichzeitig aber auch neue Berufsbilder. Gehalt.de zeigt, wie die „Vernetzung der Dinge“ unseren Alltag beeinflusst und welche Entwicklungen uns mit dem Internet of Things auf dem Arbeitsmarkt erwarten.

The Internet of Things meint die Digitalisierung und damit die intelligente Vernetzung von Gegenständen. Schätzungen des Marktforschungs- und Beratungsunternehmen International Data Corporation (IDC) zufolge wird die Anzahl der bislang 15 Milliarden vernetzten Gegenstände bis zum Jahr 2020 auf 32 Milliarden ansteigen. Die Technologien erstrecken sich durch beinahe alle Branchen und Themenfelder, die wir sowohl privat nutzen als auch im Arbeitsalltag anwenden.

Smart Home, Wearable Gadgets und Virtual Reality

Auch die Automobilbranche wird zusehends vernetzter: Mit einer Smartphone-App ist das moderne Connected Car steuerbar, sodass über kurz oder lang das Fahrzeug autonom fahren wird.

Im Lifestyle-Bereich finden wir mittlerweile eine Vielzahl an vernetzten Technologien, die uns den Alltag erleichtern – dazu gehört das Gebiet Smart Homes: das Steuern mittels einer App von beispielsweise Heizungskörpern oder Elektrogeräten zur Energieeffizienz. Tragen können wir bereits Wearable Gadgets wie Armbänder, die Körperfunktion und Schlafrhythmus analysieren. Derartige Tracker geben gezielt Handlungsempfehlungen für Sportler, übernehmen aber ebenso Aufgaben der gesundheitlichen Kontrolle. Neue Techniken digitalisieren und optimieren auch das Gesundheitswesen: Sensoren und Chips, beispielsweise im Kleidungsstück, messen Herzschlag und Puls und helfen uns bei der medizinischen Vorsorge.

Virtual Reality-Brillen unterstützen Mediziner oder Piloten dabei, schwierige Arbeitssituationen zu erproben und ermöglichen außerdem neue Erlebnisse im Entertainment- und Gamingbereich.

Industrie 4.0: intelligente Maschinen in der Produktion

Neben der Vernetzung und damit Vereinfachung des Alltags bedeutet Industrie 4.0 die Digitalisierung des Arbeitsplatzes. Der Einsatz von intelligenten Maschinen ermöglicht es, Fachkräfte zu entlasten, die Fehlerquoten zu glätten und schnellere Produktions- und Handlungsabläufe zu erreichen. Ziel ist es, möglichst viele Aufgaben an intelligente Roboter abzugeben und diese in einer dem Internet ähnlichen Struktur miteinander zu vernetzen.

Für Produktionen und Herstellungsprozesse bedeutet dies, dass Maschinen Fließbandarbeiten übernehmen und zum Beispiel untereinander kommunizieren, welche Stückteile nachbestellt werden müssen. Autonome Fahrzeuge wie LKW können beispielsweise dabei helfen, den Verkehr auf den Straßen zu regulieren und Verkehrsunfälle zu verhindern.

Insbesondere routinierte Aufgaben sollen zukünftig vernetzte Geräte ausführen; hiervon ist die mechanische Routine gleichermaßen betroffen wie die intellektuelle, beispielsweise bei der Buchhaltung.

Jobverlust bedeutet auch Jobgewinn

Diese Entwicklung klingt zwar nach einem starken Umbruch und vielen bedrohten Arbeitsplätzen, doch tatsächlich findet eher eine Verschiebung statt. Jobverlust bedeutet hier gleichzeitig auch Jobgewinn: Es werden zwar qualifizierte Berufe wegfallen, dafür entstehen neue Berufskonzepte, Aufgabengebiete und Einsatzorte wie beispielsweise Robotik oder Data Management.

Insbesondere die IT-Entwicklung ist auf Nachwuchs angewiesen. Laut einer PwC-Studie soll bis 2020 die Zahl der Entwickler, die im Internet of Things arbeiten, auf rund vier Millionen steigen. Der Mensch nimmt in den Produktionsstätten in den Zeiten der Industrie 4.0 die Rolle des Entscheiders und des Bewachers ein.

Vernetzung birgt Gefahr und sorgt für erhöhten Anspruch an IT-Sicherheit

Die Vernetzung hat jedoch auch eine Kehrseite: Unternehmen machen sich durch vermehrte digitalisierte Daten und Software angreifbar. Vor allem Branchen, die mit äußert sensiblen Angaben arbeiten (z.B. Banken), müssen hier entsprechend reagieren und ihre Daten schützen.

Die Umstellung auf eine Industrie 4.0 bedeutet also nicht bloß eine Umstrukturierung im Management und die Verlagerung auf datenbasierte Geschäftsmodelle, sondern auch eine erhöhte Anfrage nach Sicherheit. Durch digitale Bezahlmethoden und einer boomenden Internetwirtschaft besitzen Hacker viele Möglichkeiten und Angriffsflächen, um an Daten zu gelangen. Der Bedarf an ausreichendem Schutz und dementsprechend auch an Experten auf diesem Gebiet wird sich in den nächsten Jahren stark vergrößern. IT-Sicherheitsmanager sind also definitiv Berufe mit enormen Zukunftspotenzial.

Dies bestätigt sich auch im Ergebnis der IT-Studie unserer Kollegen von Compensation Partner. IT-Fachkräfte stehen laut der IT-Studie 2016 an der Gehaltsspitze.

Top 5 IT-Fachkräfte in IT-Studie 2016

Neue Berufe erfordern langfristig eine Veränderung im Bildungswesen

Um die Veränderung in Produktionsabläufen langfristig umsetzen zu können, muss sich das Bildungswesen anpassen. Zum jetzigen Zeitpunkt existiert bereits ein großer Mangel an Fachkräften. Dieser wird sich angesichts der Masse an zu vernetzten Gegenständen stark vergrößern, wenn nicht rechtzeitig mit entsprechenden fachlichen Förderungen reagiert wird.

Neue Berufe benötigen eine solide Ausbildung und eine frühzeitige Heranführung an das Thema der Digitalisierung. Nicht nur die konkreten Ausbildungsinhalte sind essentiell, tatsächlich sollten viel früher fundierte digitale Kompetenzen gefördert werden. Neben dem bereits früher eingeführten Englischunterricht in der Grundschule müssen auch Informatik und der Umgang mit digitalen Medien früh an Schüler herangeführt werden.

Um an der Entwicklung des Internet of Things mitwirken zu können, ist ein interdisziplinäres Vorgehen unumgänglich: Ausbildungsberufe und Studiengänge müssen in Zukunft inhaltlich enger zusammenarbeiten. Entwickler stehen im Fokus, doch ebenso sollte hier künftig ein Basiswissen über Maschinenbau/Produktionstechnik vorhanden sein, damit entsprechende Fertigungsmaschinen sowohl produziert als auch programmiert werden können.

 

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