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So viel Zeit verbringen die Deutschen auf der Arbeit – der Arbeitszeitmonitor 2016

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Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
17.05.2016
©GEHALT.de

Unsere Vergütungsanalytiker von Compensation Partner haben In einer aktuellen Studie über Urlaubsansprüche, Arbeitszeiten und Überstunden der deutschen Arbeitnehmer 256.347 Datensätze der letzten 12 Monate analysiert. Die gute Nachricht: Die deutschen Arbeitnehmer machen weniger Überstunden.

 

So viel Mehrarbeit leisten deutsche Angestellte

Weniger Überstunden als in 2015

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die durchschnittliche Anzahl an wöchentlicher Mehrarbeit von 3,73 auf 3,21 Stunden verkürzt. Das ist eine Reduzierung um 14 Prozent. Ebenfalls gesunken ist die Anzahl der Beschäftigten, die regelmäßig von Überstunden betroffen sind. 2015 haben noch 63 Prozent der deutschen Arbeitnehmer mehr als die vereinbarte Zeit am Arbeitsplatz verbracht, 2016 hat sich diese Zahl auf 61 Prozent reduziert. Obwohl es sich nur um 2 Prozentpunkte handelt, ist dies ein wichtiger Fingerzeig für die zunehmende Flexibilität von Arbeitszeiten und dem Ausleben einer Work-Life-Balance. Bis zu 5 Stunden mehr in der Woche bei rund 41 Prozent der Beschäftigten noch immer die Regel.

 

Die Überstundenanzahl steigt mit dem Alter und dem Einkommen

Durchschnittlich arbeiten ältere Angestellte mehr als jüngere Kollegen. Die Überstundenanzahl steigt mit zunehmenden Alter auf maximal 3,7 Stunden. Zu erklären ist dieser Anstieg damit, dass Beschäftigte in den Alterskategorien ab 40 Jahren häufiger Führungspositionen bekleiden.

Auch Angestellte mit einem höheren Einkommen verbringen häufiger längere Zeit im Büro. Insbesondere in den Gehaltsklassen ab 70.000 Euro im Jahr können wir eine überdurchschnittlich hohe Stundenanzahl (durchschnittlich 5,3) ausfindig machen. Dies ist ebenfalls auf die Korrelation zwischen höherem Gehalt und Führungspositionen mit entsprechender Verantwortung zurückzuführen.

 

Der Regionenvergleich: Beschäftigte der neuen Bundesländer leisten die meiste Mehrarbeit

Die Mehrarbeit liegt deutschlandweit bei rund 5,6 Stunden pro Woche. Beschäftigte in den neuen Bundesländern arbeiten am häufigsten mehr als die vertragliche Arbeitszeit (<6), obwohl die Angestellten dort den geringsten Urlaubsanspruch haben.

Überdurchschnittlich viele Überstunden machen zudem auch Beschäftigte in Hessen und im Saarland (5,9), allerdings erhalten diese auch einen verhältnismäßig hohen Urlaubsanspruch (27,7 Tage).

Die wenigsten Überstunden leisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern und Thüringen (5,3 Stunden).

 

Unternehmensberater machen die meisten Überstunden

Die Unternehmensberatung ist im branchenspezifischen Vergleich Spitzenreiter der Mehrarbeit. Unternehmensberater kommen auf rund 5,5 Stunden mehr pro Woche. Auf Platz zwei liegt die Branche Konsumgüter mit 4,9 Stunden, auf Platz drei die Kosmetikbranche mit 4,4 Stunden zusätzlich wöchentlich. Keine dieser Branchen verzeichnet eine überdurchschnittliche hohe Anzahl an Urlaubstagen, auch ein Überstundenausgleich ist hier nicht immer die Regel.

 

Nicht jede Mehrarbeit wird finanziell oder mit Freizeit ausgeglichen

Ein Überstundenausgleich in Form von Lohn oder Freizeit ist in Deutschland nicht die Regel. Wenn Unternehmen diesen anbieten, ist dies für 59 Prozent der Mitarbeiter trotzdem keine Motivation zur Mehrarbeit. Tatsächlich machen die meisten Beschäftigten (66,4 Prozent) mehr als 5 Überstunden in der Woche, obwohl sie keinerlei Ausgleich erwarten können.

Die Anzahl derjenigen, die ihre Überstunden ausgleichen können, sinkt mit zunehmenden Alter auf rund 42,1 Prozent. Ein Ausgleich der Mehrarbeit ist für die Hälfte der Angestellten unter 39 Jahren möglich.

 

Nur ein Drittel der Unternehmensberater erhält einen Überstundenausgleich

Ein Überstundenausgleich steht den Branchen mit den meisten Überstunden häufig nicht zu. Nur ein Drittel der Unternehmensberater kann ihre übervertragliche Leistung mit Freizeit oder einem höheren Gehalt kompensieren. Zu den Branchen mit dem häufigsten Überstundenausgleich gehören der Maschinenbau (56,1 Prozent), das Hotel/Gaststättengewerbe (50,4 Prozent) und der Anlagenbau (50,3 Prozent).

 

Je mehr Gehalt, desto weniger Überstundenausgleich

Ein weiteres Ergebnis des Arbeitszeitmonitors: Das Gehalt hat einen großen Einfluss auf die Möglichkeit, sich Überstunden finanziell oder mit Freizeit ausgleichen zu lassen. Aus der Studie geht hervor, dass mit steigendem Gehalt generell die Möglichkeit zum Ausgleich sinkt.

 

Freie Zeit: der Einfluss von Branche und Gehalt auf die Urlaubstage

Durchschnittlich 27,46 Urlaubstage haben deutsche Beschäftige

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer (58 Prozent) haben einen jährlichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Im Durchschnitt liegt die Anzahl der Urlaubstage bei 27,46 Tagen im Jahr. Betrachtet man sich verschiedene Parameter, wird beispielsweise beim Alter deutlich, dass Arbeitnehmer der Kategorie „40-49 Jahre“ die wenigsten Urlaubstage haben. Dennoch lässt sich keine Korrelation zwischen dem Alter und dem Urlaubsanspruch erkennen.

 

Branchen- und regionalspezifische Einflüsse aus den Urlaubsanspruch

Die Anzahl der Urlaubstage ist ebenfalls branchenspezifisch: In der Untersuchung haben Angestellte in Industriebranchen, im Großhandel und in Banken rund 1,4 Tage jährlich mehr frei. Die neuen Bundesländer verzeichnen durchschnittlich die geringste Anzahl an Urlaubstagen (26,5), Baden-Württemberg hingegen die meisten (27,9).

 

Mit dem Gehalt steigt die Anzahl der Urlaubstage

Neben der Region hat auch das Gehalt einen Einfluss auf den Urlaubsanspruch deutscher Arbeitnehmer: Die wenigsten Urlaubstage haben Angestellte in den Gehaltsklassen unter 40.000 Euro im Jahr. In dem Segment der Bestverdiener (über 120.000 Euro im Jahr) liegt die Anzahl der freien Tage bei durchschnittlich 29,23.

Alle Ergebnisse der Untersuchung „Arbeitszeitmonitor 2016“ von Compensation Partner sind online verfügbar.

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