News
Hier finden Sie von Markttrends, Experteninterviews bis hin zu Studien alles rund um die Themen Gehalt, Ausbildung und Beruf.
Zur Newsübersicht

Wie viel verdient eigentlich der Papst?

0
Danke für Ihre Bewertung!
Kategorie: Lohngerechtigkeit & Transparenz
26.09.2011
Petersdom in Rom

Mit Update vom Juli 2020.

Es ist noch nicht lange her, da hatte mit Papst Benedikt XVI. ein Deutscher das höchste Amt der katholischen Kirche inne. Wenn dann vom Pontifex im Allgemeinen oder dem jetzigen Papst Franziskus die Rede ist, stellt sich für viele Menschen automatisch die Frage nach seinem Gehalt. Was verdient also ein Papst?

Vorneweg: Obwohl sie im Dienste Gottes arbeiten, beziehen Geistliche normalerweise durchaus ein Einkommen, schließlich müssen auch sie für ihren Lebensunterhalt aufkommen. In Deutschland orientiert sich etwa das Gehalt eines Pfarrers an der Besoldung für Staatsbeamte und unterscheidet sich somit je nach Region. Durchschnittlich verdienen Pfarrer circa 3.700 Euro im Monat, in manchen Bistümern kann diese Summe allerdings auch deutlich höher oder niedriger sein.

Während in einem regulären Unternehmen der Verdienst mit einer Beförderung ansteigt, ist das beim Papst allerdings nicht der Fall: Dieser erhält nämlich überhaupt kein Gehalt und arbeitet somit im wahrsten Sinne des Wortes für einen Gotteslohn. Auch eine Aufwandsentschädigung oder ein Ehrensold sind nicht vorgesehen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Papst Franziskus mit materiellen Sorgen kämpfen muss, denn der Vatikan deckt alle Ausgaben, die zum Leben benötigt werden. Hierzu zählen also etwa Nahrungsmittel, Kleidung und Unterkunft. Zusätzlich stellt der Kirchenstaat drei Ordensschwestern und zwei Sekretäre als Mitarbeiter, damit Franziskus sein päpstliches Amt ausfüllen kann.

Über den Besitz, welchen ein Papst vor Amtsantritt sein Eigen nennen durfte, kann frei verfügt werden – somit kann der Pontifex selbst entscheiden, ob er sein Eigentum behält oder spendet. Hierbei kann es sich durchaus um eine stattliche Summe handeln, denn bevor ein Papst beim Konklave zum Oberhaupt des Vatikans gekürt wird, ist er in der Regel viele Jahre in hohen Kirchenämtern aktiv. Das Gehalt eines Kardinals beträgt in Deutschland in der Regel rund 11.500 Euro monatlich, hinzu kommen ein Dienstwagen und eine kostenlos zur Verfügung gestellte Wohnung. Einige Erzbischöfe verdienen mit ca. 13.600 Euro im Monat noch mehr. Weiteres Vermögen darf ein Papst nach Amtsantritt übrigens nicht anhäufen: Bekommt er also ein Honorar für Vorträge oder bezieht Einkünfte aus Veröffentlichungen von Büchern und Musikplatten, so kommt dieses karitativen Zwecken zugute.

Wie viel Papst Franziskus als argentinischer Kardinal Bergoglio verdient hatte, kann nur vermutet werden. Bekannt ist hingegen: Seit seinem Amtsantritt legt der Pontifex großen Wert auf materielle Bescheidenheit und hat Prunk und Luxus öffentlich eine Absage erteilt. Dies zeigt sich etwa an seiner schlichten Kleidung – berühmt wurde sein Verzicht auf die roten Papstschuhe, und auch der Fischerring, welcher obligatorischer Teil des päpstlichen Amtsschmucks ist, besteht mittlerweile aus Silber statt Gold. Nicht ohne Zufall wurde zudem der Fuhrpark des Vatikans angepasst, um die von Franziskus gepredigte Devise des Verzichts widerzuspiegeln. Diese zeigte sich schon bei der Wahl des Papstnamens, denn diesen wählte er in Anlehnung an Franz von Assisi, welcher sein Leben in selbstgewählter Armut vor Gott bestritt.

Doch wie sieht es mit Benedikt XVI. aus, welcher schon als Kardinal Ratzinger große Bekanntheit genoss und seit seinem Rücktritt eine Rolle als Papa emeritus, also als emeritierter Papst innehat – wird diesem gar eine Rente ausgezahlt? Hier verhält es sich wie bei seinem Nachfolger: Benedikt XVI. bezieht kein Einkommen und erhält somit keine Pension. Die Einnahmen aus seinen nach Ende des Pontifikats publizierten Büchern kommen wohltätigen Zwecken zugute. Auch hier sorgt der Vatikan jedoch dafür, dass es dem ehemaligen Pontifex an nichts fehlt und kommt daher für alle Lebenserhaltungskosten auf. Mit einem geschätzten Vermögen in Milliardenhöhe dürfte der Kirchenstaat ohnehin keinerlei Probleme haben, diese Ausgaben zu stemmen.

Quellen:

Domradio

kath.net

katholisch.de

Süddeutsche.de

0
Danke für Ihre Bewertung!
Zur Newsübersicht
Wir verwenden Cookies, damit Sie den besten Service genießen können. Details ansehen