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Wie viel wir in unserem gesamten Berufsleben verdienen

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Kategorie: Branchen & Verdienstmöglichkeiten
09.09.2020
Holzklötze mit Euro-Symbolen werden als Pyramide gestapelt

Lohnt sich ein Masterabschluss finanziell? Welchen Einfluss haben ein Job- oder Branchenwechsel auf lange Sicht? Diese Fragen stellen sich Arbeitnehmer*innen jeden Alters, denn berufliche Entscheidungen haben auch einen langfristigen finanziellen Einfluss. So zeigen wir anhand unserer aktuellen Auswertung, wie Branche, Ausbildung und auch das Geschlecht die Summe steigen oder sinken lassen, die Beschäftigte während ihrer gesamten Karriere verdienen.  

Zur Methodik: Unsere Analyst*innen haben 740.984 Datensätze von Fach- und Führungskräften untersucht. Alle Angaben im Text sind als Bruttojahresgehälter im Median zu verstehen. Die Werte der Tabelle in der linken Spalte zeigen das Jahreseinkommen in der Altersspanne an. Die rechte Spalte steht für das bis dahin angehäufte Vermögen. Es werden also die Jahresgehälter in diesem Zeitraum addiert und bis zum Rentenalter zusammengerechnet.

Frauen verdienen über eine halbe Million Euro weniger als Männer

Laut der Analyse erhalten Arbeitnehmer in Deutschland und über alle Branchen und Berufe hinweg rund 2,36 Millionen Euro. Arbeitnehmerinnen beziehen zusammengerechnet lediglich 1,67 Millionen Euro. Auffällig ist, dass die Höhe des Einkommens bei den Frauen ab dem 35. Lebensalter nahezu stagniert. Führungskräfte – ungeachtet des Geschlechts – erzielen ein Lebenseinkommen von 3,87 Millionen Euro, während Fachkräfte auf 1,91 Millionen Euro kommen.

Im fortgeschrittenen Alter ist der Faktor Personalverantwortung ausschlaggebend für das weitere Lohnwachstum. Da der Anteil der weiblichen Führungskräfte nach wie vor geringer ist, erreichen die Gehälter für Frauen mit Anfang 40 ein Plateau.

 

Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Lebenseinkommen von Frauen

 Alter Jahresgehalt im Median Kumuliertes Einkommen
 22-25 30.404 € 121.616 €
 26-30 35.839 € 300.811 €
 31-35 38.311 € 492.366 €
 36-40 38.400 € 684.366 €
 41-45 37.951 € 874.121 €
 46-50 38.141 € 1.064.826 €
 51-55 38.138 € 1.255.516 €
 56-60 37.296 € 1.441.996 €
 61-66 37.204 € 1.665.220 €
 Lebenseinkommen   1.665.220 €

Lebenseinkommen von Männern

 Alter Jahresgehalt im Median Kumuliertes Einkommen
 22-25 35.097 € 140.388 €
 26-30 42.379 € 352.283 €
 31-35 48.433 € 594.448 €
 36-40 52.465 € 856.773 €
 41-45 55.214 € 1.132.843 €
 46-50 56.706 € 1.416.373 €
 51-55 57.514 € 1.703.943 €
 56-60 58.310 € 1.995.493 €
 61-66 60.382 € 2.357.785 €
 Lebenseinkommen   2.357.785 €

Ein Masterabschluss lohnt sich ab dem 40. Lebensjahr

Viele junge Menschen sind sich zudem unschlüssig, ob nach dem Bachelor- ein Masterabschluss aus finanzieller Sicht sinnvoll ist. Unsere Anayst*innen liefern eine Antwort: Masterabsolvent*innen haben im Alter von 40 Jahren ein Lebenseinkommen von 910.100 Euro angehäuft. An diesem Punkt überholen sie die Bachelorabsolvent*innen, deren Lebenseinkommen bis dato 894.000 Euro beträgt.

Vergleichen die Analyst*innen die Lebenseinkommen am Karriereende, haben Akademiker*innen mit Masterabschluss insgesamt rund 300.000 Euro mehr verdient als Beschäftigte mit Bachelorabschluss. Je nach Studienrichtung und Berufswahl variieren die Gehälter allerdings. Einen Überblick zu den unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten erhalten Sie auch in unserer Studie „Akademiker im Berufsleben“ aus 2019.

Berücksichtigen die Analyst*innen alle Akademiker*innen, also Beschäftigte mit Promotion, Bachelor, Master, 1. und 2. Staatsexamen, Magister, Diplom oder Approbation, beträgt das Lebenseinkommen rund 2,85 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das von Nicht-Akademiker*innen ist rund eine Millionen Euro niedriger (1,82 Millionen Euro).

Lebenseinkommen von Masterabsolvent*innen

 Alter Jahresgehalt im Median Kumuliertes Einkommen
 25-30 48.432 € 290.592 €
 31-35 57.737 € 579.277 €
 36-40 66.174 € 910.147 €
 41-45 72.402 € 1.272.157 €
 46-50 79.153 € 1.667.922 €
 51-55 79.465 € 2.065.247 €
 56-60  76.319 € 2.446.842 €
 61-66 75.734 € 2.901.246 €
 Lebenseinkommen   2.901.246 €

Lebenseinkommen von Bachelorabsolvent*innen

 Alter Jahresgehalt im Median Kumuliertes Einkommen
 23-25 40.548 € 121.644 €
 26-30 44.481 € 344.049 €
 31-35 51.202 € 600.059 €
 36-40 58.785 € 893.984 €
 41-45 62.270 € 1.205.334 €
 46-50 69.280 € 1.551.734 €
 51-55 71.271 € 1.908.089 €
 56-60 67.236 € 2.244.269 €
 61-66 63.266 € 2.623.865 €
 Lebenseinkommen   2.623.865 €

Es muss nicht immer ein Studienabschluss sein

Allerdings können auch Beschäftigte ohne akademischen Abschluss ein hohes Gehalt beziehen – beispielsweise, wenn sie Führungsverantwortung übernehmen. Wie Leiter*innen in der Logistik: Sie erhalten bis zu Karriereende 3,9 Millionen Euro. Auch Key-Account Manager*innen kommen mit 3,1 Millionen Euro auf ein lukratives Lebenseinkommen. Im Gegensatz dazu erhalten Erzieher*innen mit rund 1,6 Millionen Euro vergleichsweise wenig.

Stellen, die einen akademischen Abschluss erfordern, werden grundsätzlich höher vergütet, da sie komplexer sind und häufig Personal- und Umsatzverantwortung beinhalten. Doch auch Beschäftigte nach einer Ausbildung können lukrative Gehälter erzielen – insbesondere in Führungspositionen.

 

Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Lebenseinkommen von Leiter*innen in der Logistik

 Alter Jahresgehalt im Median Kumuliertes Einkommen
 25-30 83.698 € 502.188 €
 31-35 75.120 € 877.788 €
 36-40 84.268 € 1.299.128 €
 41-45 99.480 € 1.796.528 €
 46-50 108.000 € 2.336.528 €
 51-55 106.920 € 2.871.128 €
 56-60 95.991 € 3.351.083 €
 61-66 94.568 € 3.918.491 €
 Lebenseinkommen   3.918.491 €

Große Gehaltsdifferenzen nach Branchen

Auch der Einfluss der Branche, in der Arbeitnehmer*innen beschäftigt sind, ist immens: Die Einkommen in Hotels und in der Gastronomie sind beispielsweise traditionell niedrig. Sie liegen laut unserer Kolleg*innen von Compensation Partner rund 14 Prozent unter dem Durchschnitt in Deutschland. Berufseinsteiger*innen erhalten hier rund 26.000 Euro im Jahr. Am Ende ihres Berufslebens haben sie dann rund 1,3 Millionen Euro verdient.

Deutlich mehr beziehen Beschäftigte in der Automobilbranche: Beschäftigte beziehen ein Einstiegsgehalt von 40.800 Euro im Jahr. Schon im Alter von 45 Jahren haben sie mehr angesammelt als Beschäftigte in Hotels und Gaststätten zu Karriereende. Zu Renteneintritt steht eine Summe von rund drei Millionen Euro. In der IT sind es rund 2,9 Millionen Euro.

Wie können Beschäftigte ihr Lebenseinkommen erhöhen?

Beschäftigte haben viele Möglichkeiten, ihr Lebenseinkommen aktiv zu beeinflussen. Mit Weiterbildungen profitieren Arbeitnehmer*innen auch auf lange Sicht. Wer sich weiterbilden möchte – sei es beispielsweise durch einen Meistertitel oder einen akademischen Abschluss – sollte sich nicht allzu sehr davor scheuen, die Karriere zu „unterbrechen“. In den meisten Fällen zahlt sich die Mühe aus.

Wer mit seinem Gehalt unzufrieden ist, sollte sich über Quereinstiegsmöglichkeiten oder einen Branchenwechsel in Erwägung ziehen. Hier können die Einkommen auch für den gleichen Beruf stark voneinander abweichen. Unternehmen aus der Biotechnologie oder dem Maschinenbau zahlen zum Beispiel lukrativere Gehälter als Hotels oder Gaststätten.

Der Gender Pay Gap zeigt sich auf lange Sicht

Mit einem Blick auf die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern zeigt sich aber auch, dass Frauen weiterhin benachteiligt werden. Besonders im Hinblick auf die Familiengründung stehen Mütter mehr als Väter in der Verantwortung, sich um Haushalt und Kinder zu kümmern – das zeigt auch eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung von 2019. Demnach gehen Väter seltener und im geringeren Umfang in Elternzeit.

Bei weiblichen Beschäftigten beobachten wir ab dem 35. Lebensalter eine Stagnation des Gehalts. Für viele ist das die Zeit der Familiengründung. Da immer noch Frauen federführend die Kinderbetreuung übernehmen und dafür im Beruf kürzertreten, hat das einen hemmenden Einfluss auf Karriere- und Gehaltsentwicklung. 

 

Dr. Philip Bierbach, Geschäftsführer von GEHALT.de

Weitere Informationen zu den Gehaltsunterschieden von Frauen und Männern finden Sie auch in unserer Equal Pay Studie 2020.

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