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Zehn Jahre im Job und doch kein Geld!

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Kategorie: Branchen & Verdienstmöglichkeiten
05.06.2018
10 Jahre im Job und doch kein Geld

Geduld zahlt sich aus – so der deutsche Volksmund. Berufserfahrung sollte sich demnach im Gehalt widerspiegeln. Allerdings bekommen viele Beschäftigte das kaum zu spüren, denn in einigen Berufen scheint das Gehalt förmlich zu stagnieren. Das belegt auch unsere neueste Auswertung, in der wir verschiedene Gehälter an zwei Stationen auf der Karriereleiter untersucht haben: Bei Berufseinstieg und nach zehn Jahren im Job.

Vor allem die Berufsgruppe des Friseurhandwerks schneidet in dieser Auswertung verhältnismäßig schlecht ab. Mit einem Einstiegsgehalt von 22.300 Euro im Jahr ist ihr Einkommen am geringsten. Auch nach zehnjähriger Berufserfahrung beziehen Friseurinnen und Friseure ein Gehalt von 23.600 Euro – gerade einmal 1.300 Euro mehr. Viele Azubis beklagen sich zudem über das niedrige Gehalt: Dieses reiche kaum aus, um den Lebensunterhalt ohne die Unterstützung durch das Elternhaus oder den Staat zu finanzieren. Allerdings ist auch im späteren Berufsleben keine Besserung in Sicht, denn in keinem Job sind laut unserer Auswertung die finanziellen Perspektiven schlechter.

Etwas höher ist das Einstiegsgehalt des Kassenpersonals: 23.200 Euro verdienen hier Beschäftigte - nach zehn Jahren ist dieses 4.700 Euro höher. Auch Berufskraftfahrer dürfen sich trotz reichlicher Berufserfahrung nicht über erheblich mehr Gehalt freuen. Sie starten in diesem Bereich mit 27.700 Euro und beziehen später ein Jahresbruttoeinkommen von 29.000 Euro.

Beruf Berufseinstieg Nach zehn Jahren Gehaltsanstieg
Friseur/-in 22.335 € 23.589 € 1.254 €
Berufskraftfahrer/-in 27.654 € 29.012 € 1.358 €
Altenpfleger/-in 28.293 € 30.978 € 2.685 €
Kassenpersonal 23.170 € 27.815 € 4.645 €

Kaum Gehaltswachstum in der Altenpflege

In einer vergangenen Auswertung haben wir bereits die Gehälter in der Pflegebranche untersucht. Und auch in dieser Analyse werden die schlechten Rahmenbedingungen der Branche deutlich: 28.300 Euro verdienen Altenpfleger, die ihren ersten Job antreten. Innerhalb von zehn Jahren wächst dieser Betrag um 2.500 Euro und liegt dann bei circa 31.000 Euro jährlich.

Die größten Sprünge macht das Gehalt im Business Development

Um ein vielfaches höher sind die Gehaltssprünge in den Bereichen der SAP-Beratung, des Business Developments oder der Unternehmensberatung. Business Developer dürfen sich nach zehn Jahren im Beruf über 79.700 Euro freuen. Das sind fast 35.000 Euro mehr als zu Beginn ihrer Laufbahn. Ähnlich verhält es sich in der SAP-Beratung: Hier steigt das Einkommen von 47.400 Euro auf 79.000 Euro.

In der Unternehmensberatung werden zwar viele Überstunden geleistet, doch dafür können sich Beschäftigte nach zehn Jahren über 28.000 Euro mehr auf dem Konto freuen. Das Einstiegsgehalt der Unternehmensberater liegt bei circa 48.000 Euro. Auch Beschäftigte im Controlling (44.400 Euro) und E-Technik-Ingenieure (48.000 Euro) verdienen nach zehn Jahren im Beruf jeweils rund 23.000 Euro mehr als zu Berufsbeginn.

Alle genannten Gehälter basieren auf Angaben von Beschäftigten ohne Personalverantwortung. Damit haben wir hier keine Abteilungsleiter oder sonstige Führungskräfte betrachtet.

Beruf Berufseinstieg Nach zehn Jahren Gehaltsanstieg
Business Developer/-in 44.899 € 79.704 € 34.805 €
SAP-Berater/-in 47.390 € 78.953 € 31.563 €
Unternehmensberater/-in 47.998 € 78.953 € 27.840 €
E-Technik-Ingenieur/-in 48.029 € 71.895 € 23.866 €
Controller/-in 44.402 € 66.253 € 21.851 €

Der Schlüssel liegt in der Bildung

Es sind meist die Akademiker, die die Karriereleiter schneller hinaufsteigen und sich somit früher und auch häufiger über Gehaltserhöhungen freuen dürfen. Daher befinden sich unter den Top-Berufen ausschließlich Tätigkeitsfelder, die überwiegend von Beschäftigten mit Studienabschluss ausgeübt werden können. Wer unzufrieden mit seinem Gehalt ist und über keinen Studienabschluss verfügt, kann mithilfe von Weiterbildung das Einkommen aufstocken. Dabei gilt: Ein besonderes Skillset, das sich vom Großteil des Arbeitsmarktes abhebt, sorgt für einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz in fast allen Berufszweigen.

Beschäftigte haben hier viele Möglichkeiten: Mittlerweile kann sehr einfach und flexibel von zu Hause und in Teilzeit studiert oder ein Schulabschluss nachgeholt werden. Von großer Bedeutung sind jedoch in erster Linie immer Eigeninitiative und Disziplin.

Viele Faktoren beeinflussen das Gehalt

Neben der Berufserfahrung und der Ausbildung übt unter anderem die Branche einen starken Einfluss auf die Höhe der Vergütung aus. So ist beispielsweise die Dienstleistungsbranche ein Bereich, in dem verhältnismäßig geringe Gehälter vorliegen. In der IT, der Pharmaindustrie und im Bankenwesen werden hingegen höhere Gehälter gezahlt – auch für Nicht-Akademiker. Ein Branchenwechsel kann daher auch dabei helfen, im Gehalt zu steigen.

Die Gehaltsverhandlung als Chance nutzen

Beschäftigte, die unzufrieden mit ihrem Gehalt sind, sollten versuchen das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten zu suchen. Vor allem zum Jahresende haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Chance auf eine Anpassung hinsichtlich des Einkommens. Mit richtiger Vorbereitung, einer guten Strategie und persönlichem Einsatz können Beschäftigte durchaus erfolgreich sein. Tipps für ein Jahresgespräch finden Sie hier.

Wie wurde die Umfrage durchgeführt?

Für die Untersuchung haben wir 27.213 Gehaltsdaten von Berufseinsteigern und Beschäftigten mit zehn Jahren Berufserfahrung ausgewertet. Sämtliche Gehaltsangaben sind Bruttojahresgehälter und kommen von Beschäftigten ohne Personalverantwortung. Alle Daten stammen aus den vergangenen 12 Monaten. Bei den Gehaltsangaben handelt es sich um Mediangehälter.

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