Karriere - Ratgeber und Lexikon

Geringverdiener

Unter der Bezeichnung als Geringverdiener fasst man all diejenigen zusammen, die unter besonderen Umständen beschäftigt sind und die ein besonders niedriges Gehalt beziehen. Das betrifft pauschal alle Absolventen eines freiwilligen sozialen, ökologischen oder kulturellen Jahres. Auch alle Beschäftigten im Rahmen einer Berufsausbildung als Auszubildende oder Praktikanten sind offiziell Geringverdiener, solange sie monatlich unter der Grenze eines Verdienstes von 325 Euro bleiben. In dieser Lebensphase handelt es sich meist um jüngere Menschen auf dem Weg zu einem beruflichen Ziel, die sich erst qualifizieren und daher in ihrer momentanen Position vorübergehend nur als Geringverdiener beschäftigt sind.
Rechtlich gibt es bei den Geringverdienern in diesem strengen Sinne folgende Besonderheit: Ein Arbeitgeber muss für einen Geringverdiener den gesamten Sozialversicherungsbeitrag übernehmen und für ihn den ganzen Betrag der Arbeitslosen-, Renten-, Pflege- und Krankenversicherung zahlen.

Nicht zu den Geringverdienern zählen rechtlich alle geringfügig Beschäftigten und alle Empfänger eines Niedriglohnes, obwohl der Begriff Geringverdiener im allgemeinen Sprachgebrauch auch für solche Gruppen mit sehr geringem Einkommen verwendet wird. Die Schwelle für eine Tätigkeit als Geringverdiener liegt im Durchschnitt bei weniger als zwei Dritteln des mittleren, eigentlich üblichen Lohns. Dann kann schon ein monatlicher Verdienst von in etwa 1000 Euro im Monat bzw. ca. 9 Euro pro Stunde einen Geringverdiener erzeugen. Hier gibt es auch verschiedene Definitionen, ab wann ein Lohn jemanden im Verhältnis zum Geringverdiener macht. Es ist allerdings weiterhin stets umstritten, ob man nur das Netto-Gehalt, dem Brutto- oder den Tariflohn als Berechnungsgrundlage nimmt

Im erweiterten Sinne des Wortes sind dann zum Beispiel Friseure typische Geringverdiener, bei denen neun von zehn Angestellten finanziell sehr geringe Verdienste erhalten. Häufig erhält sich hier auch nach der Ausbildung ein schlechtes Lohnniveau, so sieht es auch im ganzen Dienstleistungssektor in abgeschwächter Form aus. Es gibt nach dieser weiten Definition in Deutschland aktuell rund 20 Prozent Beschäftigte mit sehr geringem Einkommen. Typisch für diese Geringverdiener ist, dass sie auch gerade nach einer abgeschlossenen Ausbildung weiter auf einem niedrigen Lohnniveau bleiben und keineswegs nur ungelernt sind. Außerdem bleiben Geringverdiener häufig auf ihrem geringen Lohnniveau stecken und erreichen nur selten ein höheres Einkommen.

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