Karriere - Ratgeber und Lexikon

Wer zahlt das Gehalt bei Krankheit?

Zum Glück sind die Zeiten lange vorbei, in denen Arbeitnehmer, die krank wurden, vor dem finanziellen Ruin standen. Heute sorgt die moderne Sozialgesetzgebung dafür, dass im Krankheitsfall Lohnersatzleistungen gewährt werden. Für alle abhängig Beschäftigten, also konkret alle Arbeiter, Angestellten, Mini-Jobber, Auszubildende und Heimarbeiter gilt das Entgeltfortzahlungsgesetz. Allerdings entsteht ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung erst, nachdem ein Beschäftigter ohne Unterbrechung über mindestens vier Wochen in einem Beschäftigungsverhältnis stand. Wer davor krank wird, muss sich direkt an seine Krankenkasse wenden und dort einen Antrag auf Kranken- oder Verletztengeld stellen. Der Arbeitgeber ist dagegen bei einer Krankheit in den ersten vier Wochen des Arbeitsverhältnisses nicht verpflichtet, Entgelt an seinen Arbeitnehmer zu zahlen. Ab dem 29. Tag des Beschäftigungsverhältnisses ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zu übernehmen.



Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall hat die Höhe des üblichen Arbeitsentgelts. Dabei werden Überstunden bei der Berechnung nicht berücksichtigt. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz gilt nur, wenn durch regelmäßige Überstunden die Arbeitszeit ständig höher ausfällt als die gewöhnliche Regelarbeitszeit. Voraussetzung für die Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber ist allerdings, dass der Arbeitnehmer unverschuldet, ohne eigenes Zutun erkrankt ist und deswegen seine Arbeitsleistung nicht erbringen kann. Die Entgeltfortzahlung wird für einen Zeitraum von maximal sechs Wochen gewährt.

Dabei gilt dies grundsätzlich pro Erkrankung, die entsprechenden Zeiten werden zusammen gerechnet. Tritt während des Krankschreibungszeitraums eine weitere Erkrankung ein, verlängert sich der sechswöchige Zeitraum nicht. Bei sehr schweren Erkrankungen kommt es häufig vor, dass der Arbeitnehmer länger als sechs Wochen nicht in der Lage ist, zu arbeiten. In diesem Fall muss der Arbeitgeber ebenfalls nur für sechs Wochen die Entgeltfortzahlung überweisen. Danach hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, bei seiner Krankenkasse einen Antrag auf Krankengeld zu stellen. Beim Krankengeld müssen Arbeitnehmer allerdings Einbußen gegenüber ihrem bisherigen Einkommen hinnehmen. Das Bruttokrankengeld wird höchstens in einer Höhe von 70 Prozent des beitragspflichtigen Bruttoeinkommens bewilligt.

Dabei gilt als weitere Obergrenzen, dass das Krankengeld 90 Prozent des Nettoeinkommens nicht übersteigen darf. Auch bei der zeitlichen Gewährung des Krankengelds gibt es Grenzen. Krankenkassen zahlen diese Lohnersatzleistung für ein und dieselbe Krankheit für einen Zeitraum, der maximal 78 Wochen nach dem Ausbruch der Krankheit betragen darf. Sollte die Arbeitslosigkeit länger andauern, besteht nur noch ein Anspruch auf Arbeitslosengeld von der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung. Der Arbeitnehmer ist zur Wahrung seiner Ansprüche verpflichtet, den Arbeitgeber unverzüglich zu benachrichtigen, wenn er aufgrund einer Krankheit nicht in der Lage ist, seine geschuldete Arbeitsleistung zu erbringen.

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