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Physician Assistant – Berufsbild

Der Beruf Physician Assistant, im Deutschen auch Arztassistent bzw. Arztassistentin, ist ein neu eingeführter medizinischer Assistenzberuf, welchen es seit Oktober 2010 in Deutschland gibt. Als Vorbild diente ein Modell, welches in Ländern wie den USA schon seit vielen Jahren etabliert ist.

Der Physician Assistant bildet die Schnittstelle zwischen Arzt, Pfleger und Patient und soll eine bessere Verknüpfung zwischen Pflege und Medizin bewirken. Ebenfalls sollen Ärzte und Pflegepersonal durch die Einführung des neuen Berufes entlastet werden. Im Konkreten führen Arztassistenten delegierbare Aufgaben unter ärztlicher Aufsicht aus und erledigen im medizinischen Kontext organisatorisch-verwaltende Tätigkeiten.

Unterstützende Aufgaben rund um den medizinischen Kontext

Arztassistenten unterstützen Ärzte in unterschiedlichen medizinischen Bereichen wie beispielsweise im ambulanten Bereich oder in Krankenhäusern. Dort übernehmen sie die vom Arzt angeordneten Aufgaben, welche sie selbstständig erledigen. Dies betrifft unter anderem Tätigkeiten wie Wundversorgung, Blutabnahme oder das Legen von Venenkanülen. Darüber hinaus kümmern sich Physician Assistants auch darum, Patienten auf Operationen vorzubereiten, und unterstützen den behandelnden Arzt bei der Durchführung der OP. Eventuell betreuen sie die Patienten auch noch für die Nachsorge auf der Station.

Zum beruflichen Alltag von Arztassistenten gehört es außerdem, an der ärztlichen Visite teilzunehmen und diese vor- und nachzubearbeiten. Auch fällt es in ihren Aufgabenbereich, Patienten über Operationen zu beraten, sie über Behandlungsmethoden aufzuklären und ihnen die Untersuchungsergebnisse zu erläutern.

Im ambulanten Bereich führen Physician Assistants vorbereitende Anamnesen mit Patienten, um mehr über die Entstehungsgeschichte der Krankheit zu erfahren. Anschließend nehmen sie erste Untersuchungen vor und empfehlen passende Behandlungsmöglichkeiten.

Auch im organisatorisch-verwaltenden Bereich entlasten sie Ärzte und Pflegepersonal. Sie führen beispielsweise Aufnahmegespräche, koordinieren therapeutische Maßnahmen, erstellen OP-Berichte, veranlassen die Verlegung von Patienten und dokumentieren Befunde sowie Behandlungsvorgänge.

Da Arztassistenten keine vollwertigen Ärzte sind, sind ihren Befugnissen Grenzen gesetzt. In Abgrenzung zum Arzt, der weiterhin die medizinische Gesamtverantwortung trägt, dürfen sie etliche Tätigkeiten nicht durchführen. Die Einschränkungen betreffen:

  • keine selbstständig durchgeführten Operationen
  • keine Diagnoseerstellung
  • keine Anästhesiedienste
  • keine Medikamentenverschreibung
  • keine Anästhesiesteuerung

Der Weg in die Arztassistenz

Wer Physician Assistent werden möchte, benötigt ein abgeschlossenes grundständiges Studium im Bereich Medizinische Assistenz. Entsprechende Studiengänge werden in Deutschland an sieben verschiedenen Hochschulen mit teilweise mehreren Standorten angeboten.

Zugangsvoraussetzungen sowie Dauer des Studiums können je nach Bildungsträger variieren. Allerdings ist die Grundvoraussetzung immer eine gültige Hochschulzugangsberechtigung.

Während des Studiums erwirbt man die formalen Voraussetzungen, um weisungsgebundene, delegierbare Tätigkeiten an Patienten selbstständig auszuführen, welche zuvor vom Arzt übernommen wurden. Der Schwerpunkt des Studienprofils liegt auf einer praxisorientierten Tätigkeit in unterschiedlichen medizinischen Fachgebieten.

Mögliche Einsatzgebiete

Grundsätzlich können Arztassistentinnen in allen medizinischen Bereichen tätig werden, wo auch Ärzte und Pflegepersonal zum Einsatz kommen. Sie finden unter anderem Beschäftigung in:

  • Krankenhäusern
  • Fach- und Universitätskliniken
  • Notfallambulanz
  • Rehabilitationskliniken
  • Praxisgemeinschaften
Hier finden Sie weitere Informationen über das Gehalt in Ihrem Beruf:
Gehalt Physician Assistant
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