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Düsseldorfer Tabelle - Einkommen des Unterhaltspflichtigen

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Kategorie: Karriere & Ratgeber
18.04.2013

Wenn es zur Scheidung oder Trennung kommt, muss ein Ehepartner den anderen finanziell unterstützen. Diese Zahlung wird Unterhalt genannt. Auch die Kinder müssen in einem solchen Fall unterstützt werden. Wenn ein Paar, das nicht zusammenlebt ein gemeinsames Kind hat, ist derjenige, der nicht bei dem Kind lebt, dem Kind unterhaltspflichtig. Unter bestimmten Umständen kann es sogar geschehen, dass man den eigenen Eltern gegenüber unterhaltspflichtig wird.

 

 

 

 

 

Um eine solche Situation möglichst gerecht für alle Beteiligten zu lösen, wurden Tabellen ermittelt, die die Bedürfnisse beider Parteien berücksichtigen. Der Kindesunterhalt ist zum Beispiel nach dem Alter des zu unterhaltenden Kindes gestaffelt.

 

Einheitliche Berechnung für den Unterhalt :

Die sogenannte Düsseldorfer Tabelle bildet die Grundlage zur Berechnung von Unterhaltspflichten. In ihr werden der Selbstbehalt, also die Summe, die nicht in die Unterhaltspflicht hineinfällt, und die Unterhaltshöhe nach Staffelungen festgelegt. Ebenso wird hier geregelt, mit welchen Faktoren, der Unterhalt berechnet wird, oft liest man zum Beispiel den Faktor drei siebtel. Weiterhin regelt dieses Papier, wer Unterhalt zu bekommen hat, wie lange, und aus welchen Einkünften sich das Einkommen des Unterhaltspflichtigen errechnet.

Die Düsseldorfer Tabelle 2013

Düsseldrofer Tabelle 2013

Bild Quelle:Welt.de

 

 

Zum 01.01.2013 wurden die Werte in der Düsseldorfer Tabelle aktualisiert. Seitdem ist der Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen angehoben worden. Dies wird relativ regelmäßig gemacht, da ja etwa die Inflation und die Preissteigerung mit beachtet werden muss. Auch Veränderungen bei Steuern, Sozialleistungen und ähnlichem hat eine Anpassung der Tabelle zur Folge. Ziel ist es, den Unterhalt so anzupassen, dass eine relative Gleichmäßigkeit im Lebensstandard des Unterhaltspflichtigen und des Unterhaltsberechtigten aufrecht zu erhalten.

 

Selbstbehalt und Bedarf:

Bei der neuen Regelung der Düsseldorfer Tabelle wurde der Selbstbehalt gegenüber unterhaltspflichtigen Kindern von 950 € auf 1.000 € angehoben. Grund war die Anhebung der Hartz IV Sätze, so sollen Unterhaltspflichtige Anreiz bekommen, weiter zu arbeiten. Die Unterhaltsansprüche der Kinder hingegen wurden nicht angehoben, gleiches gilt für den Ehegattenunterhalt. So könnte man sagen, der Unterhaltspflichtige wurde gegenüber den Unterhaltsberechtigten generell etwas besser gestellt. Es bleibt abzuwarten, ob dies noch nachkorrigiert wird, oder erst in der nächsten Anpassung der Tabelle berücksichtigt wird.

Die Bedarfsermittlung erfolgt anhand von Mittelwerten, die bei Kindern pro Altersstufe festgelegt sind. Sonderbedarf, wie etwa eine Klassenfahrt, muss dann besonders geregelt werden, meist teilen sich die Eltern die Kosten, sofern es dem Unterhaltsberechtigten zuzumuten ist. Diese Zumutbarkeit wird ebenfalls individuell entschieden. Bei der Bedarfsermittlung wird zudem ein Grundbedarf angenommen. Braucht ein Kind zum Beispiel Nachhilfestunden, sollten Sportvereine oder ähnliches genutzt werden, müssen die Eltern über die Kosten neu verhandeln.

Auch beim Ehegattenunterhalt wird von einem Grundbedarf ausgegangen. Sonderbedarf muss der Unterhaltsberechtigte nachweisen und erklären, dass dies unverzichtbar ist und nicht aus eigener Kraft getragen werden kann. Natürlich bietet die Düsseldorfer Tabelle Raum für individuelle Regelungen. Ihr Hauptzweck ist, eine verlässliche Norm zu schaffen, die nicht unterschritten werden darf. Das bedeutet, mehr Unterhalt kann festgelegt werden, weniger kaum. Kann etwa der Kindsunterhalt nicht voll erbracht werden, wird ein sogenannter Unterhaltsvorschuss vom zuständigen Jugendamt gewährt, dieser muss aber vom Unterhaltspflichtigen zurück gezahlt werden. Hat der Unterhaltspflichtige Vermögenswerte, so legt die Düsseldorfer Tabelle fest, dass diese Vermögenswerte zur Begleichung der Unterhaltspflicht verwertet werden müssen. Hier gilt aber auch eine Einzelfallregelung, die Tabelle schafft lediglich die rechtlichen Grundsätze.

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